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Faulende Wurzeln, absterbende Kronen: Drei alte Bäume in der Bahnhofstraße werden gefällt

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Faulende Wurzeln, absterbende Kronen: Drei alte Bäume in der Bahnhofstraße werden gefällt

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    Die drei Ahorne in der Sendener Bahnhofstraße sind als Baumdenkmäler geschützt und haben ihre beste Zeit schon hinter sich. Die Untere Naturschutzbehörde hat ihrer Fällung zugestimmt.
    Die drei Ahorne in der Sendener Bahnhofstraße sind als Baumdenkmäler geschützt und haben ihre beste Zeit schon hinter sich. Die Untere Naturschutzbehörde hat ihrer Fällung zugestimmt. Foto: Alexander Kaya

    Noch stehen sie in der Bahnhofstraße direkt am Bahnübergang und halten den Witterungen um sie herum Stand: Drei Ahornbäume, die in dieser zentralen Lage einiges von der Sendener Geschichte mitbekommen haben dürften. Und das sieht man ihnen an. Über die Jahre haben sie sichtbare Rindenverletzungen am Stamm davongetragen, in den Baumkronen scheint einiges abzusterben. Kurzum: „Sie sind nicht mehr taufrisch“, wie es Grünflächenamtsleiter Frank André gegenüber dem Sendener Stadtrat formulierte. Ein Gutachter hat sich die drei Bäume deshalb genauer angeschaut – und keine guten Nachrichten.

    Vor allem der Baum, der dem Bahnübergang am nächsten steht, kann gar nicht mehr gehalten werden. Obwohl er von allen drei noch am besten wirkt, ist sein Zustand laut dem Gutachten des Sachverständigen für Baumstatik, Dirk Baumgärtner, der schlechteste. Die Untersuchungen hätten auf allen Seiten Fäule in unterschiedlichen Ausdehnungen gefunden, der Schaden sei so problematisch, dass der Spitzahorn nicht mehr verkehrssicher sei. An einer Stelle des Gutachtens merkt Baumgärtner an: „Dieser Graph zeigt fast kein gesundes Holz mehr.“ Seine Empfehlung: Der Baum sollte noch in diesem Winter gefällt werden.

    Stadtrat in Senden diskutiert Erhalt der Bäume am Bahnübergang

    Bei den anderen untersuchten Bäumen ist die Lage weniger eindeutig. Beide Bergahorne haben zwar – anders als der Spitzahorn – keine faulenden Wurzeln und sind damit noch als verkehrssicher eingestuft. Aber auch ihnen bescheinigt der Experte „große Einschränkungen der Vitalität“. Die Erhaltungswürdigkeit sei jeweils „eher schlecht“. Baumgärtners Empfehlung ist deshalb ebenfalls, sie noch in diesem Winter zu fällen.

    Andernfalls wären regelmäßige Kontrollen und Maßnahmen zum Erhalt der Bäume notwendig, die einiges kosten würden. Zuletzt habe man für die drei Ahornbäume 2000 Euro ausgegeben.

    Weil die Bäume direkt neben einem Gehweg und nahe der Gleise stehen, und damit an einem stark frequentierten Bereich, sei die Gefahrenlage erhöht, argumentierte Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf. „Noch gibt es keine akute Gefährdung, aber die Kontrollen kosten sehr viel Geld und das könnte man jetzt schon in die Neupflanzung investieren.“ Von dem Geld, das man sich so sparen würde, könnten zehn bis 15 neue Bäume gepflanzt werden, erklärte Grünflächenamtsleiter André.

    Spätestens mit dem Bau der Unterführung, die die Schranken des Bahnübergangs einmal ersetzen soll, müssten die Bäume dann wohl ohnehin gefällt werden: Sie stehen in dem Bereich, der ab 2029 neu gestaltet wird.

    Sendener Verwaltung investiert eingesparte Kosten in Neupflanzung

    Für einige Stadträte war angesichts dieser Aussicht die Entscheidung klar: „Die Bäume müssten dann ohnehin weg, da ist das Geld in die Neupflanzung besser angelegt“, sagte Theodor Walder (CSU). Er beantragte, dass man dann aber auch versuchen solle, bei der Neugestaltung des Bahnhofumfelds möglichst große Baumpflanzungen einzuplanen.

    Anders sah es unter anderem Hans-Peter Werner (Grüne): Die beiden Bäume noch zu erhalten würde zwar Geld kosten, aber auch etwas bringen. Die Bergahorne seien gut fürs Klima, würden Schatten spenden und „wären etwas fürs Auge“. „Wenn wir noch zwei bis drei Jahre Freude mit ihnen haben können, warum sollten wir sie nicht nutzen?“, fragte Werner.

    Experte Baumgärtner hielt dagegen, dass vor allem wachsende Bäume gut fürs Klima seien, verfaulte würden hingegen vor allem selbst CO2 emittieren. Die betroffenen Exemplare hätten schon drei Viertel ihrer Kronen verloren und könnten nicht mehr viel speichern. Die Fällungen der beiden Bergahorne empfehle er aber vor allem aus betriebswirtschaftlichen Gründen, damit unter anderem die Spezialfirma nur einmal für die Fällung anrücken müsse. Und nicht, weil sie unbedingt sein müssen.

    Am Ende entschied sich der Stadtrat bei vier Gegenstimmen dafür, alle drei Bäume zu fällen. Die Verwaltung verpflichtete sich außerdem, die eingesparten Kosten direkt in die Neupflanzung von Bäumen zu investieren.

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