Die Bahn hat auf der Illertalbahn Großes vor. Aus der Elektrifizierung der Strecke ergeben sich enorme Chancen für die anliegenden Städte im Landkreis. Die Innenstädte ließen sich neu ausrichten – ohne große Kosten. Weil Konzern, Bund und Freistaat zahlen müssen. Aber Vorsicht, nicht alles, was es umsonst gibt, ist auch ein guter Wurf.
Dass das Warten an den Schranken in der Dietenheimer und der Auer Straße entfallen soll, entlastet den Illertisser Stadtverkehr. Eine Unterführung im Norden des Bahnhofs für Autos, eine Tangente im Süden für den schweren Verkehr und ein Tunnel ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger in der Dietenheimer Straße: Das Konzept ist charmant. Wenn jene Ost-West-Achse und frühere Staatsstraße Richtung Württemberg zur Sackgasse wird, gelangen Hunderte junger Menschen sicherer zur Schule, die Anwohner gewinnen Ruhe und Lebensqualität. Auch die südlich der Stadt vorgesehene Tangente würde den innerstädtischen Verkehr entlasten und beruhigen. Wer im Illertisser Süden-Osten lebt, arbeitet oder zur Berufsschule geht, ist dann schnell und direkt auf der Bundesstraße oder in der württembergischen Nachbarschaft.
Zwei Unterführungen mit Einschränkungen an der Bahnstrecke in Illertissen
Beim genauen Hinsehen aber hinkt das Konzept an einigen Stellen. Weil die Umgebung der Gleise dicht bebaut und große Entwässerungsleitungen im Boden liegen, können die innerstädtischen Unterführungen nicht der große Wurf sein. An der Auer Straße passen keine Lkw und damit auch keine Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge durch den Tunnel. Gehen so im Notfall wertvolle Minuten verloren, weil die Helfer die Nordtangente nehmen müssen? Angesichts der Wartezeit an den Schranken sei die Route jetzt schon üblich, entgegnet die Stadt.
Auch die Zweifel, ob der nur 4,20 Meter breite Schlauch von Unterführung in der Dietenheimer Straße angenommen wird, klingen nachvollziehbar – gerade wenn man an die Nacht- und Abendstunden denkt. Noch mehr drängt sich die Frage auf, ob die 2,50 Meter hohe Unterführung für übermütige größere Radfahrer mit Helm auf dem Kopf nicht schlicht zu niedrig ist.
Illertissen wartet auf Untersuchung zu Bahn-Plänen
Ein großes Fragezeichen ist aktuell, welche Folgen die Planungen der Bahn haben werden. Sind sie sinnvoll oder bringen sie den Verkehrsinfarkt für Illertissen? Das Ergebnis einer Untersuchung soll heuer vorliegen. Dann werden die Bürger informiert.
Ja, die Bahn will vorankommen, sie will mehr Passagiere schneller von A nach B bewegen. Aber auch Illertissen will vorankommen. Die Neuordnung des Verkehrs muss die Ost- und die Weststadt zusammenbringen und nicht weiter trennen. Alles andere wäre ein kein guter Wurf.
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