Newsticker

Bund schlägt Ausschankverbot für Alkohol und Beschränkung auf 25 Personen bei privaten Festen vor
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Lokalsport
  4. 100 Jahre alt – und noch ganz jung

FV Weißenhorn

17.09.2020

100 Jahre alt – und noch ganz jung

Die Entscheidungsträger beim FV Weißenhorn um Vereinschef René Räpple (Dritter von links) und seinen Stellvertreter Markus Fitzel (Zweiter von rechts) sind stolz auf die Geschichte und die Erfolge des Vereins – und auf ihre guten Jugendspieler.
2 Bilder
Die Entscheidungsträger beim FV Weißenhorn um Vereinschef René Räpple (Dritter von links) und seinen Stellvertreter Markus Fitzel (Zweiter von rechts) sind stolz auf die Geschichte und die Erfolge des Vereins – und auf ihre guten Jugendspieler.
Bild: Roland Furthmair

Der Verein konnte sein Jubiläum wegen Corona nicht feiern, die Stimmung ist trotzdem prächtig. In der langen Historie tauchen große Erfolge und große Namen auf

Es war alles vorbereitet: ein Fest-Wochenende im Mai unter anderem mit einer Malle-Party und einem Auftritt der Stadtkapelle. Spiele im Juli zwischen dem SSV Ulm 1846 Fußball und dem bayerischen Regionalliga-Spitzenteam Schweinfurt sowie zwischen dem FV Weißenhorn und dem TSV Neu-Ulm. Dann kam Corona und die Planungen des FV Weißenhorn zur Feier des 100-jährigen Bestehens waren Makulatur. Und so sitzen an diesem milden Septemberabend eben ein paar Männer natürlich mit Sicherheitsabstand im Rothtal-Stadion beisammen und schwelgen bei einem Bierchen in Erinnerungen an die lange und wechselvolle Geschichte des Vereins. Die Stimmung ist trotz Corona prächtig – immerhin schaffte die erste Mannschaft im Jubiläumsjahr unter Trainer Reinhold Steinbrecher den Wiederaufstieg in die Kreisliga A Iller.

Der FV Weißenhorn hat auch schon viel weiter oben gespielt. Etwa 1970 in der zweiten Amateur-Oberliga, das war damals die viert-höchste deutsche Klasse. Oder in der Saison 1984/85 in der Landesliga. Der Klassenerhalt wäre noch im letzten Spiel möglich gewesen, am Ende fehlten ein paar wenige Tore. Das waren Höhepunkte der Vereinsgeschichte, die verknüpft sind mit den Namen von ungewöhnlich talentierten Spielern wie Werner Köbel, Johann Fitzel, Walter Gebauer, Ludwig Huber, Edmund Räpple, Theo Ritter, Vinzenz Kühner, Alfred und Andreas Degant, Franz Rahn, Kurt Kenzle, Bernhard und Dieter Schöfer und zuletzt Vitalij Lux. Der ist kirgisischer Nationalspieler, Bernhard Schöfer wechselte irgendwann zum VfB Stuttgart und hat in der deutschen Jugend-Nationalmannschaft gespielt. Tiefpunkt der Historie war wiederum der Abstieg in die allerunterste Liga vor zwei Jahren – ein Lapsus, den die Mannschaft jetzt mit der Rückkehr in die Kreisliga A Iller ausgebügelt hat.

Man hat eben einfach weitergearbeitet beim FV Weißenhorn und sich die gute Laune nicht vermiesen lassen. Für die Stimmung bei den Heimspielen und auch sonst sind Menschen wie Peter Bechtold zuständig. Der war jahrelang Abteilungsleiter und auch sonst war er im Verein schon fast alles. Derzeit ist er Stadionsprecher und Pressewart, vor allem aber ist er eine Kultfigur in Weißenhorn – bekannt auch als Peter von der Post oder wegen seiner dichterischen Begabung als Rothtal-Poet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der FV Weißenhorn ist übrigens kein reiner Fußballverein. Es gibt Kegler, die schon in der dritthöchsten deutschen Liga gespielt haben und es gibt eine Theaterabteilung. Die launigen Ausführungen von deren Leiter Karl-Heinz „Katsche“ Vogel gehören zu den Höhepunkten einer jeden Mitgliederversammlung. Die Tennisspieler haben sich vor drei Jahren selbstständig gemacht als TS Weißenhorn, kurzzeitig gehörten auch die Weißenhorner Basketballer zur Vereinsfamilie, die ihr Jubiläum – wenn Corona es zulässt – nun eben im kommenden Jahr nachholen will.

Aber im Fokus stehen im Verein mit seinen derzeit etwa 450 Mitgliedern natürlich die Fußballer. Die sind unter anderem stolz auf ihre vorbildliche Nachwuchsarbeit in allen Altersklassen, die einige Optionen für die Zukunft bietet. Überstürzt wird nichts beim FV Weißenhorn, aber Ehrgeiz ist vorhanden und der Vereinschef René Räpple sagt klipp und klar: „Unser perspektivisches Ziel ist die Bezirksliga.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren