Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche

Basketball-Bundesliga

19.01.2015

Auch Günther geht in die Knie

Zwei der wenigen Lichtblicke in der Ulmer Mannschaft: Per Günther und Isaiah Philmore (von links in weißen Trikots) konnten es gegen die Frankfurter mit Mike Morrison und Justin Cobbs (von links in blauen Trikots) alleine nicht richten.
Bild: Horst Hörger

Der Kapitän rackert, übernimmt Verantwortung und ist am Ende mächtig angefressen. Von den Kollegen kommt nämlich zu wenig Unterstützung

Per Günther war erkennbar angefressen und zwei Minuten vor dem Ende des Spiels machte er seinem Ärger Luft. Keiner der Kollegen wollte den Ball, am allerwenigsten Will Clyburn. Die Angriffsuhr lief ab, der Kapitän musste schließlich den Dreier aus einer schlechten Position nehmen und prompt ging der Schuss daneben. Wild schimpfend lief Günther zurück unter den eigenen Korb, die 67:76-Heimniederlage der Basketballer von Ratiopharm Ulm gegen die Frankfurter Skyliners war spätestens jetzt nicht mehr zu verhindern. Hinterher erklärte der Nationalspieler seinen Frust: „Jeder Laie hat gesehen, dass bei uns in Halbzeit zwei kein Spielfluss mehr vorhanden war. Wir sind jetzt als Mannschaft fast fünf Monate zusammen und wir müssten eigentlich weiter sein.“

Einzelne Teile dieser Mannschaft funktionieren einfach nach wie vor nicht. Mit Deonte Burton und dem deutlich verunsicherten CJ Harris sind zwei Amerikaner dauerhaft keine Faktoren, auch Philipp Schwethelm ist seit Wochen in einem Loch. Gestern fiel obendrein Boris Savovic verletzt aus. Wenn dann auch noch Clyburn (zwei Treffer bei acht Versuchen aus dem Feld) und Jaka Klobucar (1/9) gleichzeitig einen gebrauchten Tag erwischen, bleiben nicht mehr viele Spieler übrig, auf die sich Trainer Thorsten Leibenath uneingeschränkt verlassen kann. In erster Linie ist da eben Günther, dessen ebenfalls wenig berauschend Feldquote von vier Treffern bei 14 Versuchen vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass der Kapitän immer dann werfen muss, wenn alle anderen kneifen. Tim Ohlbrecht lieferte mit 15 Punkten und sieben Rebounds wie fast immer eine starke Vorstellung ab. Ein wenig Unterstützung kam noch von Maarty Leunen, Adam Hess und vor allem Isaiah Philmore, der allerdings nach acht Punkten in den ersten fünf Minuten des letzten Viertels wieder auf die Bank beordert wurde.

Das Spiel haben die Ulmer deswegen nicht unbedingt im dritten Viertel verloren, in dem ihnen nur fünf Punkte gelangen. Schließlich war die Frankfurter Ausbeute mit zehn Zählern in diesem Spielabschnitt nur unwesentlich besser. Leibenath trauerte hinterher vielmehr den vergebenen Möglichkeiten im ersten Spielabschnitt nach, in dem seine Mannschaft die Partie unter Kontrolle hatte und in dem es trotzdem nur zu einer 25:22-Führung reichte. Zur großen Pause leuchtete ein 42:42 von der Anzeigetafel, der Rest war aus Ulmer Sicht viel Stückwerk und Drückebergerei, wo Entschlossenheit, Mannschaftsgeist und die Übernahme von Verantwortung gefragt gewesen wären.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bei uns im Internet

Eine Bildergalerie vom Spiel finden Sie unter

illertisser-zeitung.de/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren