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Basketball-Bundesliga

18.11.2018

Der Kapitän macht das Spiel zur Chefsache

In jungen Jahren waren sie Teamkollegen in Ulm, am Samstag waren sie wieder einmal Gegner: Per Günther (am Ball) und Dru Joyce von Science City Jena.
Bild: Eibner/Christoph Worsch

In den entscheidenden Momenten übernimmt Per Günther die Verantwortung und führt Ulm zum zweiten Saisonsieg.

Da hat Björn Harmsen vielleicht doch ein bisschen dick aufgetragen. „Die Ulmer haben gezeigt, dass sie in der Liga unabhängig von der derzeitigen Platzierung eine Spitzenmannschaft sind“, sagte der Trainer von Sciene City Jena, nachdem seine Schützlinge gegen Ratiopharm Ulm mit 80:85 verloren hatten. Spitze war es nämlich nicht, was der zweifache deutsche Vizemeister am Samstag in Thüringen ablieferte. Aber immerhin war es deutlich besser, als in den vorherigen Spielen in Istanbul und gegen Ludwigsburg und vor allem reichte die Ulmer Leistung zum zweiten Saisonsieg in der Basketball-Bundesliga. Der ist umso höher einzuschätzen, als Dwayne Evans wegen muskulärer Probleme und Katin Reinhardt wegen eines Infekts ausfielen.

Es gibt zudem ein paar Zahlen, die Hoffnung darauf machen, dass Ulm in dieser Saison vielleicht doch noch die Kurve kriegt. Zu nennen sind vor allem die 20 direkten Korbvorlagen der Mannschaft, die zuvor so wenig Assists zustande gebracht hatte. Zudem punkteten gleich fünf Spieler zweistellig. Ryan Thompson schaffte das nicht ganz, mit neun Zählern und elf Rebounds verpasste er dafür nur knapp ein Double-Double. Max Ugrai lieferte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber mit zehn Punkten und sechs Rebounds sogar seine bisher beste Saisonleistung ab. Was negativ auffiel bei der Partie in der Sparkassen-Arena: Man weiß in der Liga inzwischen, dass man Patrick Miller und Ryan Thompson ruhig von draußen werfen lassen kann. Die Dreier der beiden Amerikaner in Ulmer Diensten wurden von Jena kaum verteidigt und tatsächlich trafen sie bei sechs Versuchen keinen einzigen.

Das Spiel war nicht immer hochklassig, aber stets spannend. Die Führung wechselte 15 Mal, zwölf Mal stand es Unentschieden. So nach dem ersten Viertel beim 19:19 und nach dem zweiten beim 42:42. Jena lebte bis dahin in der Offensive vor allem von Julius Jenkins. Der 37-jährige Bundesliga-Veteran traf vor der großen Pause bei sechs Versuchen vier Dreier. Im dritten Spielabschnitt deutete dann Per Günther an, wie wichtig er in diesem Spiel noch werden sollte. Der Kapitän, der am Mittwoch in Istanbul noch gefehlt hatte, traf wenige Sekunden vor der Sirene einen Dreier zur 66:63-Führung für seine Mannschaft vor dem letzten Viertel. In der entscheidenden Phase übernahm Günther dann erneut das Kommando. Nachdem Jena mit einem 5:0-Lauf auf 75:76 heran gekommen war, verschaffte der Kapitän seiner Mannschaft mit einem ganz weiten Dreier wieder Luft. Anschließend bewies Patrick Miller zweimal, dass er aus der Nah- und Mitteldistanz viel besser werfen kann als von draußen und beim 83:75 für Ulm war gut eine Minute vor Schluss der Deckel drauf.

Vor allem Günther machte an diesem Abend das Optimum aus seiner neuen und reduzierten Rolle. Hinterher sagte der Kapitän: „Die Zeiten sind halt vorbei, in denen ich 15 Würfe in jedem Spiel bekommen habe.“

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