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Basketball

10.10.2017

Die Handschrift von Raymar Morgan

Anfang Juni dieses Jahres verabschiedete sich Raymar Morgan (rechts) in der Ratiopharm-Arena von den Ulmer Fans. Morgen kommt er mit seinem neuen Verein Bursa zurück.
Bild: Felix Oechsler

Nach seinem Wechsel in die Türkei dominiert der Amerikaner auch beim Ulmer Eurocup-Gegner. Sein Ex-Trainer vergleicht ihn sogar mit dem besten Spieler aller Zeiten

Wenn es um Raymar Morgan geht, dann wählt Thorsten Leibenath einen Vergleich mit dem wahrscheinlich besten Basketballer aller Zeiten. Der Trainer von Ratiopharm Ulm sagt: „Michael Jordan kannte auch jeder in- und auswendig. Trotzdem war er nicht zu stoppen.“ Das heißt: Dass Raymar Morgan vor seinem Wechsel nach Bursa zwei Jahre lang für Ulm gespielt hat, das macht die Auftakt-Aufgabe im Eurocup am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Türken nicht unbedingt leichter für den Bundesligisten.

Was Morgan zu leisten imstande ist, das hat er in seiner Ulmer Zeit hinlänglich bewiesen. Im zweiten Jahr gingen im Schnitt knapp 18 Punkte und fast sieben Rebounds auf das Konto des athletischen und gleichzeitig beweglichen Amerikaners. Die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Bundesliga war deswegen eine Selbstverständlichkeit und Morgan darf sich beim Wiedersehen in der Ratiopharm-Arena sicher auf einen herzlichen Empfang freuen.

Dass er sich im Sommer ausgerechnet für Bursa entschieden hat, das überrascht zumindest auf den ersten Blick. Als neue Arbeitgeber von Morgan waren nach der sensationellen Saison in Ulm vor allem die ganz großen und reichen Vereine in Russland, in Istanbul oder sogar in der NBA im Gespräch. Nach Leibenaths Einschätzung ist unter anderem die Verpflichtung von Raymar Morgan ein Beleg für die enormen Möglichkeiten des Vereins aus der Dreimillionen-Stadt in der Westtürkei: „Dort hat man vermutlich eine Ölquelle entdeckt. Und wenn die Entlohnung stimmt, dann hat Bursa eben durchaus einen gewissen Charme.“ Sportlich macht Morgan jedenfalls in der Türkei genau da weiter, wo er in der Bundesliga aufgehört hat. Bursa hat bisher erst ein Pflichtspiel absolviert und dieses klar mit 97:81 gegen Darüssafaka Istanbul gewonnen, Morgan steuerte in 32 Minuten 19 Punkte und acht Rebounds bei. Ulm hat bekanntlich schon dreimal in der Bundesliga gespielt, aber auch darin kann der Trainer keinen Vorteil gegenüber den Türken erkennen: „Wir spielen auch nur phasenweise so, als hätten wir Wettkampfpraxis.“

Die Aufgabe gegen Bursa ist also schwer und die anderen Vorrundengegner in der Gruppe D sind ebenfalls alle stark: Die Franzosen aus Villeurbanne, die italienische Mannschaft aus Trient, die Spanier aus Gran Canaria und die Russen von Sankt Petersburg sowieso. Zwei dieser Teams muss der Bundesligist hinter sich lassen, um in die Zwischenrunde einzuziehen. Der Trainer sagt: „Es muss mehrere Überraschungen geben, damit wir weiter kommen. Dafür müssen wir gegen vier der fünf Mannschaften mindestens einmal gewinnen.“

In der Bundesliga haben die Ulmer das bekanntlich in drei Anläufen noch nicht geschafft, Teile der Anhängerschaft diskutieren bereits über personelle Nachbesserungen. Die hat es in Ulm in jedem der vergangenen Jahre gegeben und Leibenath schließt eine derartige Maßnahme auch jetzt nicht aus. Beispielsweise dann, wenn sich ein Spieler verletzt oder von sich aus gehen will. Aber der Trainer stellt auch fest: „Wir sind ein Verein, der gültige Verträge honoriert.“

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