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Basketball

18.03.2020

Diesmal ist bei den Elchingern niemand zum Feiern zumute

Vor knapp zwei Jahren hatten die Elchinger Scanplus-Baskets die Meisterschaft in der Pro B in der ausverkauften Brühlhalle gefeiert. Jetzt wurden sie nüchtern und ohne Öffentlichkeit zum Aufsteiger erklärt.
Bild: Horst Hörger

Saison in der Pro B wird abgebrochen, Scanplus-Baskets sind sportlicher Aufsteiger. Warum es jetzt tatsächlich klappen könnte

Die Entscheidung war erwartet worden und sie dürfte ein Hinweis darauf sein, was demnächst auch in der Basketball-Bundesliga passiert: Die Vereine in der Pro A und Pro B haben in einer außerordentlichen Sitzung in Frankfurt am Main beschlossen, die Saison wegen der Corona-Krise zu beenden. Die aktuellen Klassements werden zu Abschlusstabellen erklärt, die Elchinger Scanplus-Baskets sind also als Primus der Südstaffel der Pro B sportlicher Aufsteiger. Ob der Verein, anders als nach der Meisterschaft vor zwei Jahren, die Pro A logistisch, organisatorisch und finanziell stemmen kann? „Die Wahrscheinlichkeit hat sich durch diese Entwicklung auf alle Fälle erhöht“, sagt Andreas Werther. Der Elchinger Vereinschef verweist aber auf die derzeit noch vielen Unwägbarkeiten und Unklarheiten.

Werther geht davon aus, dass viele Basketballvereine in der ersten, zweiten und dritten Liga finanzielle Probleme bekommen werden. Es fehlen die Zuschauereinnahmen, Fans könnten Geld für Dauerkarten zurückfordern und Sponsoren ihre Zuwendungen kürzen. Der Verlust für die Scanplus-Baskets liegt durch den Wegfall der Play-offs seiner Schätzung nach im deutlich sechsstelligen Verein – obwohl der Verein zunächst nur Dauerkarten für die Hauptrunde verkauft hat. Die mit Sponsoren vereinbarten Bonuszahlungen für Erfolge in den Play-offs und eine eventuelle Meisterschaft fehlen eben trotzdem.

Wenn die Liga einen Spielbetrieb mit vielen angeschlagenen Vereinen auf die Beine stellen will, dann wird sie ihre bisherigen Auflagen kaum aufrecht erhalten können. Gefordert wird etwa eine Halle mit Platz für mindestens 1500 Zuschauern, den Elchingern fehlen da ein paar Plätze. Auch Werther geht davon aus: „Die Auflagen werden aufgeweicht.“ Aber bisher weiß eben noch niemand, in welchen Bereichen und in welchem Umfang das passieren wird.

Diesmal ist bei den Elchingern niemand zum Feiern zumute

Zudem könnte es in der kommenden Saison in der Pro A ziemlich voll werden: Von oben kommen eventuell ein paar wirtschaftlich gebeutelte Bundesligavereine, Absteiger gibt es nach einem in der außerordentlichen Sitzung gefassten Beschluss in dieser Saison nicht, potenzielle Aufsteiger sind Elchingen und der Nord-Erste Itzehoe. Die Pro B dagegen droht auszubluten. Vor allem dann, wenn die Bundesligavereine in ihrer Not auf die Meldung ihrer Nachwuchsmannschaften verzichten.

In Elchingen versucht man derzeit die sicheren Verluste irgendwie aufzufangen. Die Verträge der Spieler laufen allesamt noch bis mindestens Mitte April. Mit den Profis und den Trainern sollen nun Kurzarbeit-Vereinbarungen getroffen werden.

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