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Abschied

24.04.2019

Ein Handball-Leben voller Erinnerungen

Erinnerungen an eine schöne und erfolgreiche Zeit: Tassilo Brüchner mit Fotos seiner Mädchenmannschaften.
Bild: Roland Furthmair

Tassilo Brüchner war Schiedsrichter in der Bundesliga. Aber besonders stolz ist er auf seine Mädchen

Mit 66 Handball-Jahren, da fängt das Privat-Leben an ... Frei nach Udo Jürgens hat das Burlafinger Urgestein Tassilo Brüchner im Alter von 76 Jahren seine lange Karriere beendet, die für ihn von vielen Höhepunkten als Spieler, Trainer und auch Schiedsrichter geprägt war. Ein unvergessliches Erlebnis war beispielsweise das Bundesligaspiel zwischen Kiel und Wallau-Massenheim vor 7000 Zuschauern, das Brüchner im Team mit Hans-Jörg Weik leitete. Besonders stolz ist er auf eine Bemerkung der Kieler Handball-Legende Heinrich „Daddel“ Dahlinger: „Schiedsrichter habe ich gar keine gesehen.“ Ein größeres Kompliment für einen Unparteiischen kann es eigentlich nicht geben.

In seiner letzten Saison als Trainer führte Brüchner die weibliche C1 des FC Burlafingen zur Vizemeisterschaft in der übergreifenden Bezirksoberliga und die C2 zum Titel in der Bezirksoberliga. Der pensionierte Lehrer schwärmt: „Es war zum Abschluss ein tolles Jahr, in dem einfach alles gepasst hat. Die Mädchen waren hoch motiviert und haben voll mitgezogen, die begeisterten Eltern sind bei den mehr als 30 Spielen rund 10000 Kilometer mit ihren Privatautos gefahren.“ Ganz nach der eisernen Devise von Tassilo Brüchner: „Ohne Fleiß kein Preis.“

Als zehnjähriger Bub hat er mit Handball bei Ulm 1846 angefangen, mit 37 Jahren beendete Brüchner auf der Königsposition im Rückraum seine aktive Laufbahn. Daneben trainierte er diverse Jugendteams und übernahm als sportlicher Leiter den späteren Europapokal-Teilnehmer VfL Günzburg, den er in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der Kreisliga in die Verbandsliga führte.

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Als Trainer hat Brüchner unter anderem in Leipheim, Langenau und natürlich Burlafingen gearbeitet. Am Ende seiner langen Karriere ist er besonders stolz auf seine Arbeit mit dem weiblichen Nachwuchs. Schon vor den Erfolgen in der letzten Saison hat Brüchner mit Mädchenmannschaften bayerische und südbayerische Meisterschaften gefeiert, viele diese Spielerinnen verstärken inzwischen die umliegenden Vereine.

Dieses Leben für den Handball war so natürlich nur möglich mit einer ebenfalls sportbegeisterten Familie. Ehefrau Gabi stand selbst bei der süddeutschen Juniorinnen-Auswahl im Tor, Tochter Caroline und Sohn Claudius spielten ebenfalls bis zum Studium Handball.

Tassilo Brüchner hat festgestellt, dass sich der Handballsport im Lauf der Jahrzehnte enorm verändert hat: „Zu meiner Zeit haben wir in der Oberliga oft mit 12:11 gewonnen. Jetzt ist alles viel dynamischer. Tempo, Technik und Härte bestimmen 60 Minuten lang das Geschehen. In der Nationalmannschaft gibt es nur noch zwei Spieler, die kleiner sind als 1,90 Meter.“ Rein körperlich könnte Tassilo Brüchner auch im Alter von beinahe 77 Jahren noch mithalten.

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