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Tischtennis

30.11.2020

Er holt den einzigen Punkt

Vladimir Sidorenko holte in Bremen den einzigen Punkt für den TTC Neu-Ulm.

Werder Bremen bleibt der Neu-Ulmer Angstgegner – auch deswegen, weil ein Leistungsträger in beiden Einzeln nicht zu seiner Normalform findet

Der SV Werder Bremen bleibt in der Tischtennis-Bundesliga Angstgegner des TTC Neu-Ulm. Am Sonntag endete auch der saisonübergreifend dritte Vergleich zu Gunsten der Hansestädter, die bei ihrem 3:1-Erfolg sogar auf ihren Spitzenmann Mattias Falck verzichten mussten.

Der schwedische Vizeweltmeister hatte nämlich am Samstag beim hochkarätig besetzten Einladungsturnier in Macao als einziger Nicht-Chinese das Halbfinale erreicht und schaffte nicht mehr rechtzeitig die Rückreise. Demgegenüber verzichteten die Neu-Ulmer freiwillig auf den Einsatz des Franzosen Emmanuel Lebesson. Für ihn durfte erstmals in dieser Saison der 18-jährige Kay Stumper an den Tisch. „Er hat sich diese Chance durch sehr gute Trainingsarbeit verdient und braucht für seine Weiterentwicklung solche Spiele“, begründete TTC-Trainer Dimitrij Mazunov seine Personalrochade. Stumper spielte denn auch im Eröffnungseinzel gegen den fünf Jahre älteren Kasachen Kirill Gerassimenko ziemlich unbekümmert auf und führte im Entscheidungssatz sogar mit 4:1, ehe der clevere Bremer mit einer Auszeit die Wende schaffte.

Gleichwohl war Mazunov mit Stumper zufrieden: „Spielerisch hat er seine Sache gut gemacht.“ Besonderes Lob des Trainers verdiente sich allerdings der gleichaltrige Vladimir Sidorenko, der in Bremen bereits sein drittes Einzel in dieser Saison gewann. Dabei zeigte sich der junge Russe gegen den rumänischen Routinier Hunor Scöcs auch in kritischen Phasen abgebrüht, drehte im ersten Satz einen 6:9-Rückstand und wehrte im zweiten zwei Satzbälle ab.

Mit einem Tiago Apolonia in Normalform hätte sich in Bremen damit für den TTC Neu-Ulm zumindest die Chance auf das Schlussdoppel eröffnet. Aber der Portugiese, der schon sein erstes Einzel gegen den in der laufenden Saison bis dahin sieglosen Paraguayer Marcelo Aguirre verloren hatte, musste sich auch Gerassimenko in vier teilweise sehr engen Sätzen knapp geschlagen geben.

Während Apolonia gegen Aguirre mit dessen Aufschlägen riesige Probleme hatte, verlor er sein zweites Einzel eher durch unerklärliche Leistungsschwankungen: Absolute Weltklasse-Ballwechsel gingen einher mit vielen leichten Fehlern, die den Kasachen in Bremer Diensten immer wieder aufbauten – etwa beim 9:4 für Apolonia im dritten Satz, den Gerassimenko dank einer starken Aufholjagd noch mit 15:13 für sich entschied. „Bei Tiago ist der Wurm drin und der muss raus“, erkannte auch Mazunov. Er gab sich indes zuversichtlich: „Wir werden das wieder hinbekommen.“ Der Trainer vermutete vor allem ein mentales Problem bei Apolonia: „Nach einem verlorenen Satz hängt er lange negativen Gedanken nach.“ Jetzt gelte es eben, die restlichen drei Vorrundenspiele in der Bundesliga „mit voller Pulle“ anzugehen.

SV Werder Bremen – TTC Neu-Ulm 3:1: Kirill Gerassimenko – Kay Stumper 3:2 (11:6, 15:17, 7:11, 11:5, 11:8); Marcelo Aguirre – Tiago Apolonia 3:1 (16:14, 11:6, 6:11, 11:9); Hunor Scöcs – Vladimir Sidorenko 0:3 (9:11, 10:12, 6:11); Kirill Gerassimenko – Tiago Apolonia 3:1 (11:7, 11:13, 15:13, 11:9).

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