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Corona-Ausbruch in Niederbayern: 166 Infizierte in Konservenfabrik von Mamming

23.05.2020

Es drohte eine zweite Abstimmung

Pläne der Spatzen aber doch genehmigt

Dass es sich um einen bürokratischen Kraftakt handeln könnte, dieser Verdacht kommt schon angesichts des Namens auf: SSV Ulm 1846 Fußball GmbH & KGaA. Die Mitglieder hatten jedenfalls Ende Januar bei einer Versammlung mit einer satten Mehrheit von beinahe 96 Prozent die Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft in ein Konstrukt mit dieser Bezeichnung beschlossen. Dabei bleibt es auch, obwohl sich der Vollzug zwischenzeitlich zu verzögern drohte.

Das Ulmer Amtsgericht störte sich nämlich an der Ähnlichkeit mit dem Vereinsnamen SSV Ulm 1846 Fußball. Der Vorstand fuhr zweigleisig. Er legte Widerspruch beim Stuttgarter Oberlandesgericht ein und bereitete eine weitere Mitgliederversammlung vor, um den Namen des Ausgliederungs-Konstrukts um den Zusatz „Spielbetrieb“ zu ergänzen. Das Problem an der Sache: Eine Versammlung im klassischen Sinne darf ein Verein wie der SSV Ulm 1846 Fußball mit seinen 1000 Mitgliedern in der Corona-Krise nicht durchziehen. Am 5. Juni wäre deswegen in einer Notarskanzlei lediglich der dreiköpfige Vorstand erschienen, die Mitglieder des Vereins hätten vorab schriftlich abstimmen können. Das Ergebnis wäre dann im Beisein von Notar Christian Winkler ausgezählt, beurkundet und die Änderung angemeldet worden.

Insgesamt ein riesiger Aufwand nur wegen des Wörtchens „Spielbetrieb“. Umso größer war die Erleichterung im Verein, dass überraschend schnell der Plan A funktioniert hat. Am Mittwoch dieser Woche kam Post vom Oberlandesgericht Stuttgart: Das stört sich nicht an der Namensähnlichkeit, dem Einspruch wurde stattgegeben. Es bleibt somit bei dem Beschluss von Ende Januar, eine zweite Mitgliederversammlung ist nicht nötig.

Große Erleichterung natürlich im Vorstand, dass das Thema jetzt wohl endgültig durch ist. Sportchef Anton Gugelfuß erinnerte daran, dass an der Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft seit anderthalb Jahren mit hohem Aufwand gearbeitet wird. Eine Verlängerung hätte wirklich niemand gebraucht – gerade in Zeiten eines nach wie vor unterbrochenen Spielbetriebs, in denen man nun wirklich andere Sorgen hat und sich bei den Spatzen schon darüber freut, dass seit wenigen Tagen wieder Training in kleinen Gruppen möglich ist. (pim)

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