Basketball-Bundesliga

02.12.2019

Glücksgefühle in Gießen

Da sage noch einer, Isaiah Briscoe fehle es an der emotionalen Bindung zu Ratiopharm Ulm. Der Amerikaner ist hier Mittelpunkt der Ulmer Spieler auf der Bank, die den sicheren Sieg in Gießen feiern.
Bild: Eibner

Diesmal ist John Bryant kein Problem für die Ulmer. Bei denen stellt ein Spieler einen Rekord auf und einer trumpft in seiner Geburtsstadt auf

Diesmal war John Bryant kein Problem für Ratiopharm Ulm und die komplette Mannschaft der Gießen 46ers ebenfalls nicht. Der massige Center kam gegen seinen ehemaligen Verein nur auf acht Punkte und fünf Rebounds, Ulm gewann auch deswegen das Spiel ohne Probleme mit 97:77. Zoran Dragic stellte dabei mit 27 Punkten eine persönliche Bestleistung in der Basketball-Bundesliga auf, Grant Jerrett (15 Punkte/11 Rebounds) und Seth Hinrichs (10/11) lieferten jeweils ein Double-Double ab, Kapitän Per Günther spielte in seiner Geburtsstadt ebenfalls stark.

Mitte des ersten Viertels legten die Ulmer einen ersten 10:0-Lauf zur 16:11-Führung auf das Parkett der Sporthalle Ost, wesentlichen Anteil am 22:18-Vorsprung nach dem ersten Viertel hatte auch Günther mit zwei Dreiern in der Endphase dieses Spielabschnitts. Zudem half Gießen mit sechs Ballverlusten allein in diesen zehn Minuten kräftig mit. Teilweise ließ die Mannschaft aus Mittelhessen zudem viel liegen, teilweise hatte sie auch Pech bei ihren Würfen. Den Ulmern war es einerlei, Zoran Dragic bescherte ihnen drei Minuten vor der großen Pause mit einem Wurf aus der Mitteldistanz die erste Zehnpunkte-Führung (43:33). Sieben weitere Zähler legten sie unmittelbar drauf, der 52:38-Vorsprung zur Halbzeit war immer noch einer der sehr komfortablen Art.

Besonders auffällig bis dahin: die gerade mal fünf Ulmer Ballverluste, ihre sieben Dreier bei einer sehr guten Quote von mehr als 50 Prozent und die bescheidene Vorstellung von Bryant: Der Mann, der nach seinem Abschied von Ulm dem ehemaligen Verein schon so oft sehr wehgetan hat, kommt in Gießen inzwischen von der Bank. Zwei Pünktchen, drei Rebounds und allerdings auch fünf direkte Korbvorlagen waren diesmal die komplette Ausbeute des Kolosses aus Kalifornien vor der großen Pause. Sein direkter Gegenspieler Grant Jerrett war mit elf Zählern und fünf Rebounds bereits deutlich effektiver.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Vorgabe des Gießener Trainers Ingo Freyer, den Ulmer Spielmacher Kilian Hayes zu möglichst vielen Ballverlusten zu zwingen, war von seiner Mannschaft noch gar nicht umgesetzt worden. Turnover Nummer zwei leistete sich der junge Franzose erst nach ein paar Sekunden im dritten Viertel, verbunden sogar mit einem unsportlichen Foul. Seine Mannschaftskollegen steckten das locker weg, unbeeindruckt war vor allem Zoran Dragic. Der Slowene knackte schon früh in diesem Spielabschnitt die 20-Punkte-Marke. Die Ulmer nahmen einen 71:59-Vorsprung mit in den letzten Spielabschnitt, in der gefürchteten Sporthalle Ost war es da schon längst ziemlich ruhig geworden. Akustisch bemerkbar machten sich allenfalls die paar mitgereisten Fans der Gäste.

So etwas wie eine eher halbherzige Gießener Aufholjagd ließen die Ulmer auch im letzten Viertel höchstens in Ansätzen zu. Auf acht Punkte kam die Mannschaft aus Mittelhessen mal ran (69:77), dann hatten die Schützlinge von Trainer Jaka Lakovic das Spiel wieder komplett unter Kontrolle.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren