Turnen

14.11.2016

Große Sprünge, große Kulisse

Linus Mikschl und seine Pfuhler Teamkameraden begeistern in dieser Saison ihr Publikum. Im letzten Wettkampf gegen Nachbar Ulm kann sich der Aufsteiger sogar die Meisterschaft sichern.
Bild: Horst Hörger

Pfuhl gewinnt und verliert trotzdem die Tabellenführung an Singen. Im Kampf um die Meisterschaft kommt es jetzt zu einem Herzschlagfinale

Enger könnte es an der Tabellenspitze der Zweiten Bundesliga gar nicht zugehen. Der TSV Pfuhl hat am Samstag gegen die TG Allgäu mit 33:28 gewonnen und ist trotzdem auf Platz zwei hinter Singen zurückgefallen. Beide Mannschaften haben 10:2 Punkte und liegen auch in der Gerätewertung mit 49:23 gleichauf, Singen hat aber das direkte Duell mit 33:30 gewonnen. Am letzten Wettkampftag steigt somit ein Fernduell um den Titel. Die Pfuhler treten am Samstag um 18 Uhr zum Derby am Ulmer Kuhberg an, Singen zur selben Zeit zu Hause gegen Buttenwiesen. Der Pfuhler Linus Mikschl blickt dem Showdown gelassen entgegen: „Wir wollen das Derby gewinnen, und wenn es dann auch noch für Platz eins reichen sollte, nehmen wir das natürlich gerne mit.“

Den Sieg gegen die TG Allgäu mussten sich die Pfuhler hart erkämpfen. Nach der komfortablen 11:2-Führung am Boden holten die Gäste auf. Während die Geräte Pauschenpferd und Sprung hart umkämpft waren, spielten die Allgäuer ihre Trümpfe am Barren und an den Ringen taktisch sehr gut aus. Der Vorsprung war so vor dem letzten Gerät Reck auf einen Scorepunkt geschmolzen. Die knapp 500 Zuschauer in der ausverkauften Halle des Schulzentrums erwartete so wieder einmal ein Herzschlagfinale. Das Pfuhler Trainerduo entschied sich dafür, mit der Stammformation an das letzte Gerät zu gehen. Dominik Fett macht im Duell gegen den Schweizer Nikola Graber den Auftakt. Wegen der höheren Schwierigkeiten des Schweizers gaben die Pfuhler erstmals in diesem Wettkampf die Führung an die TG Allgäu ab. Anschließend schickten sie Mikschl an das Gerät, und das Eigengewächs holte mit einer routinierten Übung die Führung zurück. Der stärkste Pfuhler Reckturner Rokas Guscinas sollte somit im vorletzten Duell den Sack zumachen. Doch der Litauer konnte bei seiner geplanten Tkatchev-Gienger-Flugverbindung die Stange nicht festhalten und musste vom Gerät. Gebannt erwarteten die Pfuhler das Ergebnis des Duells, das Guscinas wegen des höheren Schwierigkeitsgrads trotz seines Patzers doch gewinnen konnte. Im finalen Duell holte der erst 15-jährige Timo Rister ein Unentschieden.

Nachbar SSV Ulm 1846 kam in Herbolzheim mit 17:57 unter die Räder. Der Wettkampf war eigentlich schon entschieden, als sich Levente Vágner am Boden beim Strecksalto vorwärts mit Doppelschraube am Sprunggelenk verletzte. Am Pauschenpferd biss der Ungar zwar noch einmal auf die Zähne und holte vier Punkte, aber dann musste er den Wettkampf beenden. Ob Vágner im Derby wieder eingesetzt werden kann, das wird sich erst im Verlauf dieser Woche herausstellen. (lev/arb)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren