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Fußball

21.03.2015

Klein, aber oho

Kristin Kögel ist zwar recht klein, hat aber beim Fußballspielen vor nichts und niemandem Angst. Inzwischen hat sie auch im U-16-Nationalteam sechs Spiele für Deutschland bestritten und dabei ihr Talent gezeigt.
Bild: Imago/Claus Bergmann

Kristin Kögel vom TSV Neu-Ulm macht ihren Weg im U-16-Nationalteam

Mit 1,53 Metern gehört Kristin Kögel zu den Kleinen – selbst bei den Mädchen. Gleichermaßen gehört sie aber auch zu den Größten. Wenn es um die Leistung geht. Die 15-Jährige vom TSV Neu-Ulm hat es im Fußball immerhin schon zur U-16-Nationalspielerin gebracht. Das kann derzeit in der Region kein anderes Mädchen von sich behaupten. Und die Schülerin des Ulmer Anna-Essinger-Gymnasiums hat durchaus Perspektiven.

Von DFB-Trainerin Ulrike Ballweg hat sie vor ein paar Wochen beim Turnier in Portugal insbesondere nach dem Spiel gegen Spanien einige lobende Worte gehört, die ihr richtig Mut machen. Aber auch ohne überschwängliches Lob geht Kristin Kögel ihren Weg. Beim TSV Neu-Ulm behauptet sie sich als einziges Mädchen im B-Junioren-Verbandsstaffelteam. Und zwar sehr gut. Mit dem Zweitspielrecht tritt sie für die in der Bundesliga spielenden B-Juniorinnen des SV Alberweiler an und dann eben auch für Deutschland. Vor drei Jahren wurde die Mittelfeldspielerin („am liebsten spiele ich auf der Sechs oder der Zehn“) vom Deutschen Fußball-Bund ( DFB) gesichtet, und seit April vergangenen Jahres bestreitet sie Länderspiele. Sechs sind es bisher geworden, nun wird sie sehen, wie es weitergeht. In der kommenden Woche ist die 15-Jährige beim Länderpokal in Duisburg dabei. Dort treten die Besten aus ganz Deutschland zum Wettstreit an, dort kann man sich erneut beweisen.

Klar, dass ein Talent wie Kristin Kögel, deren drei Brüder auch Fußballer sind und die seit zehn Jahren kickt, auffällt. Selbst Bayern München hat schon seine Fühler nach ihr ausgestreckt, wie Mutter Martina Kögel verrät. „Ich habe da schon ein paarmal mittrainiert“, erzählt ihre Tochter. „Aber letztlich ist es egal, wo ich spiele. Es geht darum, dass ich mich weiterentwickeln kann, ich mit dem Trainer und den anderen auskomme und dass ich gefördert werde. Ich brauche den Ball.“ Gefördert wird sie jetzt schon, in Neu-Ulm, in Alberweiler, vom DFB und auch von ihrer Schule, die keinesfalls zu kurz kommen soll, auch wenn Martina Kögel von vielen Fehltagen und -stunden berichtet. Aber Kristin erhält im Fall des Falles zusammen mit einer Freundin von einem Lehrer Nachhilfeunterricht. Das läuft alles. Die Fehltage kommen vor allem zustande, wenn das junge Fußball-Ass zu Lehrgängen oder Länderspielen muss. Bisher hat es gut geklappt, dass Kristin Kögel alles unter einen Hut bekommt. „Aber manchmal ist es schon sehr viel“, sagt ihre Mutter. „Dann kommt sie heim und schläft mal zwei Nachmittage nur.“

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Dann ist wieder Training: Montag am Stützpunkt in Ulm, Dienstag und Freitag in Neu-Ulm, Mittwoch oder Donnerstag in Alberweiler. Dann kommen am Wochenende meist zwei Spiele dazu. Zeit für anderes bleibt kaum, höchstens für die Familie und die Freunde.

Auch wenn Kristin Kögel recht klein ist, Angst hat sie auf dem Fußballplatz nie. „Ich kann mich gut durchsetzen“, sagt sie selbstbewusst. „Die Jungs sind zwei oder drei Köpfe größer, im Spiel merkt man das aber nicht.“ Hat sie ein Länderspiel, ist mindestens ein Elternteil dabei. Ganz am Rande, aber das tut der Tochter trotzdem gut.

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