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Hallenfußball

15.01.2020

Knirpse im Konfettiregen

Vor einem Jahr gewann der Nachwuchs des französischen Vereins US Torcy das Finale gegen Bayer Leverkusen mit 3:2 und feierte anschließend im Konfettiregen.
Bild: Stefan Kümmritz

Der U11-Eurocup in Elchingen wird 15 Jahre alt. Einen Namen hat er sich auch weit außerhalb Europas gemacht – in diesem Jahr kommt eine Mannschaft aus Japan

Wer wissen möchte, welche fragwürdigen Formen das Verhätscheln von Jung-Fußballern annehmen kann, der muss nur mal Tom Fuchs fragen. Der Mitorganisator des U11-Eurocups in Elchingen stemmt das Hallenturnier zusammen mit seinem Orga-Team des SV Oberelchingen am kommenden Wochenende zum 15. Mal. Da bekommt man einiges mit.

Teams etwa, die ihre Spieler nicht mit Billigfluglinien reisen lassen möchten, sondern schon etwas Qualitativeres fordern (auf Kosten der Organisatoren natürlich) und nebenbei auch noch mitbestimmen wollen, wie lange die Spiele im Turnier dauern oder eine Auflistung fordern, welche Lebensmittel ausgegeben werden. Das alles für Grundschulkinder wohlgemerkt. Auf solche anspruchsvollen Kunden legt Fuchs aber keinen Wert. „Wir brauchen keine Topnamen“, sagt er. „Die Mannschaften müssen zur familiären Atmosphäre des Turniers passen. Man tut sich schwer, wenn man schon die Busfahrten der Teams zum Heimat-Flughafen zahlen soll.“ Trotzdem sind in der 15-jährigen Geschichte des Turniers schon illustre Namen in Elchingen aufgetaucht: Juventus Turin etwa, Chelsea London oder Celtic Glasgow. Für dieses Jahr fehlt ein dicker internationaler Brocken, aber Norbert Klug, Leiter des Sponsorings beim U11-Eurocup, sagt: „Zum 20. kommt vielleicht wieder ein Topteam.“ Fürs Erste ist er froh, dass sich das Turnier finanziell im „Grünen Bereich“ bewegt.

Interessant ist das aktuelle Feld der 24 Mannschaften ohnehin auch so. Neben Stammgästen wie dem SSV Ulm 1846 Fußball, Bayer Leverkusen oder dem FC Basel oder dem französischen Titelverteidiger US Torcy kommt in diesem Jahr erstmals die E-Jugend von Aston Villa aus England nach Elchingen. Einem Namen fällt aber die besondere Aufmerksamkeit der Veranstalter zu: Cem ano Kobe Junior nimmt den weiten Weg von Japan auf sich, um in der Brühlhalle anzutreten. Eine große Ehre für den Klub, der sich in der Heimat in einem eigens einberaumten Quali-Turniers gegen über 60 andere Teams durchsetzte. „Road to Eurocup“ hieß der Wettkampf. Die Japaner sind ein dankbarer Gast, der die Reisekosten vom Verband erstattet bekommt und die nötige Euphorie mitbringt. Stellt sich nur die Frage, warum ein Team die lange Reise aus Japan auf sich nimmt, um ausgerechnet in Elchingen an einem Hallenturnier teilzunehmen. Was genau die Japaner dazu treibt, weiß Tom Fuchs nicht. Für die europäischen Vertreter sei der U11-Eurocup aber einerseits eine gute Möglichkeit, um sich mit anderen Topteams zu messen und sich andererseits selbst zu präsentieren. „Ich glaube, dass wir schon zur Top fünf der europäischen Turniere gehören“, sagt Fuchs. Womit die Veranstalter ihr Ziel aus dem Gründungsjahr 2006 erreicht hätten: „Spitze in Europa zu sein.“ Darüber hinaus hat sich der SV Oberelchingen als Veranstalter aber auch einen Namen in weiter entfernten Gefilden gemacht. Im vergangenen Jahr war der Amity FC aus Australien zu Gast, der übers Internet vom U11-Eurocup erfahren hatte. „Wir sind hier, um zu lernen“, sagte Amity-Trainer Anel Kapur vor einem Jahr.

Neben dem Lerneffekt auf dem Platz gibt es beim Eurocup auch die Erfahrung der Kinder im Austausch mit anderen Sportlern und ihren Familien. Untergebracht sind sie in Gastfamilien unterschiedlicher Vereinsmitglieder. 435 ehrenamtliche Helfer arbeiten insgesamt rund 3000 Stunden, um das Turnier glatt über die Bühne zu bringen. „Sie sind das Rückgrat des Eurocups“, sagt Oberelchingens Fußball-Abteilungsleiter Stefan Philipp. Zum Erfolg des Turniers gehört auch, dass die Brühlhalle immer proppenvoll ist, wenn die Spiele anstehen. „Wir haben einen Run auf die Tickets wie noch nie“, sagt Tom Fuchs. „Die Leute sind heiß wie Frittenfett.“

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