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Basketball

01.06.2015

Raus mit Applaus

Die Enttäuschung ist an den Ulmer Gesichtern abzulesen, aber die Spieler bedankten sich trotz des Frusts bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung und die feierten die Mannschaft für ihre untadelige Einstellung.
Bild: Imago/Eibner

Die Ulmer wehren sich in Spiel drei gegen Bamberg tapfer, aber das reicht nicht. Die Serie hätte länger dauern können, doch die Chance dafür wurde schon früher vergeben

Exakt drei Minuten und 40 Sekunden standen in der Brose-Arena noch auf der Uhr, als Daniel Theis vorne den Ball mit einem Dunking zum 83:66 für Bamberg in den Korb hämmerte und Janis Strelnieks an der Mittellinie triumphierend beide Fäuste in die Höhe reckte. Jeder der 6800 Zuschauer in der ausverkauften Halle und jeder der Protagonisten auf dem Feld und auf den Spielerbänken wusste, dass es damit gelaufen war. Die Mannschaft des sechsfachen deutschen Basketball-Meisters löste am Ende mit einem 90:70-Sieg im dritten Halbfinalspiel das Ticket für die Endspielserie und schickte gleichzeitig die Profis von Ratiopharm Ulm in den Sommerurlaub.

Die hatten durchaus eine Chance, diese Serie zumindest ein wenig in die Länge zu ziehen. Vergeben wurde diese bei der 80:81-Heimniederlage gegen Bamberg und nicht so sehr im dritten Spiel am Samstag. Das hatten die Spieler des Hauptrundenersten meist unter Kontrolle, auch wenn die Ulmer sich noch einmal nach Kräften wehrten und für ihre untadelige Einstellung nicht nur von ihrem mitgereisten Anhang gefeiert wurden. Auch der Bamberger Trainer Andrea Trinchieri sagte: „ Ulm war ein starker Gegner in dieser Serie. Die war eine Werbung für den deutschen Basketball.“

Ein paar bange Momente hatte der Italiener in oberfränkischen Diensten auch an diesem Spätnachmittag zu durchleiden. Im gesamten ersten Viertel etwa spielte Ulm auf Augenhöhe und führte zwischenzeitlich mit 7:5 und 9:7. Ihren 17:14-Vorsprung nach diesem Spielabschnitt hatten die Bamberger auch den drei Freiwurfnieten von Ian Vougioukas bei vier Versuchen zu verdanken. Der Grieche schwächelte also ausgerechnet bei einer Übung, die er mit 17 Treffern bei 17 Würfen von der Linie in den Halbfinalspielen drei bis fünf gegen Bonn noch tadellos erledigt hatte.

Im zweiten Viertel waren die Bamberger dann nicht mehr auf Ulmer Unterstützung angewiesen. In gut zwei Minuten legten sie einen 10:0-Lauf vom 24:19 zum 34:19 auf das Parkett der Brose-Arena und zur großen Pause hieß es 42:30. So etwas ist bekanntlich in „Freak City“ ganz schwer zu drehen. Nachdem Brad Wanamaker und Strelnieks flugs von draußen zum 50:30 nachgelegt hatten, wurden die Bamberger von ihrem Anhang samt der in der Halle musizierenden Blaskapelle schon als Finalteilnehmer gefeiert.

Aber die Ulmer scherten aus der Schar der Gratulanten aus. Per Günther gab mit einem Dreier die Initialzündung für eine 11:0-Serie der Gäste und der Kapitän verkürzte zum Ende des dritten Viertels wieder aus dem Dreierland auf 64:56. Weil Vougioukas inzwischen seine Nerven an der Linie im Griff hatte, schien gleich nach Beginn des letzten Spielabschnitts beim 64:58 plötzlich wieder etwas zu gehen. Aber Bamberg hat eben viele Möglichkeiten und viele Waffen, die schärfste war an diesem Nachmittag Janis Strelnieks. Der lettische Nationalspieler kam am Samstag auf 28 Punkte und er traf vier von fünf Dreiern. Zwei davon landeten zu Beginn des letzten Spielabschnitts im Ulmer Korb, bei der endgültigen Entscheidung durch Daniel Theis begnügte sich Strelnieks dann mit der Pose des Triumphators.

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