Basketball

22.05.2019

Ulm wirft alles rein

Unter normalen Umständen hätte Dwayne Evans (Mitte gegen Joshiko Saibou und Dennis Clifford) nicht gespielt. Weil Play-offs sind, tat er es trotzdem und das gar nicht schlecht.
Bild: Oechsler

Miller spielt gar nicht, Evans spielt mit einer Grippe. Trotzdem liefert die Mannschaft Berlin einen großen Kampf. Aber am Sonntag droht das Ende der Saison

Dass Ratiopharm Ulm die Viertelfinalserie in den Play-offs der Basketball-Bundesliga ausgleichen würde, damit war nach der Auftakt-Klatsche gegen Alba Berlin nicht zu rechnen. Erwartet werden durfte aber, dass die Ulmer alles rein werfen ins Heimspiel und das taten sie am Dienstag mehr als drei Viertel lang – ohne Patrick Miller, den seine Schulterverletzung zu einer Pause zwang und mit einem Dwayne Evans, der noch am Vortag wegen eines grippalen Infekts nicht hatte trainieren können. „Unter normalen Umständen hätte auch er nicht gespielt“, sagte sein Trainer Thorsten Leibenath. Seine Mannschaft verkaufte sich um Längen besser als am Samstag in der Mercedes-Benz-Arena, aber sie verlor am Ende eben doch mit 83:98. Am Sonntag in Berlin droht die dritte Niederlage in der Serie und damit das Ende der Saison. Aber damit will Leibenath sich noch nicht abfinden. „Wir gehen erhobenen Hauptes aus diesem Spiel“, sagte der Ulmer Trainer: „Und wir trauen uns zu, dass wir in Berlin gewinnen.“ Genau das hat schließlich Ratiopharm Ulm vor fünf Jahren nach einem 0:2-Rückstand geschafft, auch wenn am Ende doch Alba ins Halbfinale kam.

Die Berliner traten am Dienstag erneut ohne ihren verletzten Spielmacher Peyton Siva an, aber dank ihres riesigen Kaders können sie Ausfälle eben viel besser kompensieren als die Ulmer. Siva wurde erneut bestens vertreten von Derrick Walton, der diesmal auf neun Punkte und neun direkte Korbvorlagen kam. Trotzdem sahen die 6200 Zuschauer in der ausverkauften Ratiopharm-Arena über weite Strecken einen verbissenen, intensiven und den Play-offs würdigen Kampf. Im ersten Viertel war Alba mal zehn Punkte vorn (23:13), aber die Ulmer antworteten mit einem 12:0-Lauf und holten sich damit selbst einen 25:23-Vorsprung. Insgesamt wechselte die Führung in diesem Spiel zehnmal und viermal lagen die beiden Mannschaften gleichauf. Letztmals im dritten Viertel, nachdem Ryan Thompson auf 51:51 gestellt hatte. Wenig später gelang der Mannschaft des deutschen Vizemeisters allerdings eine kleine 7:0-Serie und vom 53:62-Rückstand erholte sich Ulm nicht mehr so ganz. Der Berliner Center Landry Nnoko besorgte mit einem Korbleger die erste zweistellige Führung seiner Mannschaft (67:56). Auf sechs Punkte kam Ratiopharm Ulm zwar bis zum Beginn des letzten Spielabschnitts noch einmal heran (63:69), aber nachdem Luke Sikma mit einem Wurf aus der Halbdistanz zum 74:63 für Alba gestellt hatte, konnten die Ulmer nicht mehr kontern.

Leibenath erkannte hinterher an, dass Alba Berlin dieses Spiel zwar mit einiger Mühe, aber durchaus verdient gewonnen hat. Aber ein knapperes Ergebnis wäre seiner Einschätzung nach möglich gewesen. Der scheidende Ulmer Trainer haderte mit den Schiedsrichtern: „Ich bin unzufrieden mit deren Leistung. Dass wir nur 13 Mal an die Freiwurflinie gehen, das ist ein Witz.“ Es spricht einiges dafür, dass Thorsten Leibenath zum letzten Mal in dieser Funktion eine Stellungnahme im Presseraum der Ratiopharm-Arena abgegeben hat.

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