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Bundesliga

18.01.2019

Ulmer Basketballer zaubern nur eine Halbzeit

Ryan Thompson hatte vor allem im ersten Viertel leichtes Spiel gegen die Pseudo-Verteidigung des Mitteldeutschen BC. Der Amerikaner traf vier von vier Dreiern und erzielte in diesem Abschnitt insgesamt 16 Punkte.
Bild: Horst Hörger

Ratiopharm Ulm spielt zwei starke und dann ein fürchterliches Viertel. Am Ende reicht das gegen den Mitteldeutschen BC, aber eine Chance wurde vertan

Das 150. Ulmer Bundesliga-Heimspiel in der Ratiopharm-Arena war mit Sicherheit nicht das beste seit der Eröffnung des Basketball-Tempels im Dezember 2011. Aber es war zumindest eine Halbzeit lang überaus unterhaltsam. Beide Mannschaften brannten ein offensives Feuerwerk ab, aber am Ende musste sich Ulm mit einem viel zu knappen 105:94-Sieg gegen den Abstiegskandidaten Mitteldeutscher BC begnügen.

Vor allem im ersten Abschnitt spielten sich die Ulmer in einen Jubiläums-Rausch. Sie trafen 14 von 15 Würfen aus dem Feld und alle ihre sieben Dreier. Vier davon gingen auf das Konto von Ryan Thompson, der insgesamt sage und schreibe 16 Punkte zur 37:22-Führung nach diesem Viertel beisteuerte. Dass die Defensive in diesem und auch im folgenden Abschnitt auf beiden Seiten keine große Rolle spielte – Geschenkt angesichts der Überlegenheit der Ulmer, die ihren Anhang auch mit spektakulären Aktionen verwöhnten. Etwa mit diesem Ball von David Krämer von der Mittellinie, der eine gefühlte Ewigkeit unterwegs war, bis ihn Javonte Green per Alley-Oop in den Korb stopfte. Zur großen Pause führte Ulm mit 64:44 und der MBC hatte bis dahin also auch schon fleißig gepunktet. Aber zehn von elf Dreiern muss man auch ohne Verteidigung des Gegners erst mal treffen und die 17 direkten Korbvorlagen waren ein weiterer erfreulicher Wert für die Ulmer. Ein paar boshafte Beobachter in der Arena brachten diese Zahl übrigens in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Fehlen von Patrick Miller. Der amerikanische Spielmacher mit dem ausgeprägten Hang zu Einzelaktionen musste wegen einer Kopfverletzung aus dem Eurocup-Spiel gegen Krasnodar passen.

Als Green, Dwayne Evans und Ismet Akpinar zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar auf 70:44 gestellt hatten, schien der Pflichtsieg endgültig in trockenen Tüchern zu sein. Aber was dann passierte, das erinnerte irgendwie an das Spiel gegen Bamberg zu Beginn dieses Monats. Nur dass der Gegner diesmal nicht der neunfache deutsche Meister war, sondern der Abstiegskandidat aus Sachsen-Anhalt. Dem fiel plötzlich ein, dass die Defensive ein Teil des Basketballspiels ist und prompt brachten den Ulmern in der Vorwärtsbewegung kaum mehr etwas zustande. Der Mitteldeutsche BC legte einen 11:0-Lauf hin und gewann insgesamt das dritte Viertel mit 28:14. Der Ulmer Vorsprung war auf 78:72 geschmolzen und die Partie drohte zu kippen. Das immerhin ließ der hohe Favorit nicht zu. Im letzten Abschnitt steigerten sich die Ulmer wieder geringfügig und letztlich reichte eine solide Leistung, um die Führung einigermaßen sicher ins Ziel zu bringen. Trotzdem wurde einmal mehr die Riesenchance vertan, die in dieser und der vergangenen Saison so oft enttäuschten Zuschauer ausnahmsweise mal rundum zufrieden nach Hause zu schicken.

Eine persönliche Bestleistung in der Bundesliga stellte mit 23 Punkten Ismet Akpinar auf. Hinterher redete der Nationalspieler aber am liebsten über die erste Halbzeit: „Die beste meiner Karriere.“

Bester Ulmer Werfer nach Akpinar war Ryan Thompson mit 20 Punkten.

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