Turnen

08.05.2019

Ulms Talent macht sich warm

Zwölf Jahre alt und hochtalentiert: die Turnerin Pia Meier vom SSV Ulm 1846. Sie wurde kürzlich baden-württembergische Meisterin ihrer Altersklasse und gehört auch dem Bundesligakader an.
Bild: Stefan Kümmritz

Die Bundesliga der Frauen gastiert am Wochenende an der Donau. Der SSV 1846 geht ambitioniert in die Wettkämpfe. Die Hoffnungen liegen auch auf einer Zwölfjährigen

Ein Stelldichein der besten Turnerinnen Deutschlands: Am kommenden Wochenende geht im Turnleistungszentrum in der Ulmer Kuhberghalle der zweite Wettkampftag der ersten, zweiten und dritten Bundesliga sowie der Regionalliga Mitte über die Bühne. Mit dabei ist auch Gastgeber SSV Ulm 1846 mit seinen beiden Spitzenteams in der ersten und dritten Liga. Am Start sind insgesamt alle 24 Teams der drei Bundesligen mit ihren Topturnerinnen, die zum Teil schon bei Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften teilgenommen haben und mitunter auch recht erfolgreich waren.

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Nach dem ersten von insgesamt vier Wettkampftagen liegen die Ulmerinnen in Liga eins auf Rang drei und in Liga drei mit dem Ziel aufzusteigen auf Platz zwei. Klarer Favorit in der Bundesliga ist der MTV Stuttgart (14:0 Punkte), dessen Männer sich am Ende der vergangenen Saison angeblich aus finanziellen Gründen aus dem Oberhaus zurückgezogen haben. Die Frauen hingegen feierten in den vergangenen sieben Jahren jeweils die deutsche Meisterschaft. Die erste Liga turnt am Samstag ab 18 Uhr.

Der SSV 46 mit Trainer Gabor Szücs hat in insgesamt fünf Jahren Zugehörigkeit zur Bundesliga zweimal als bestes Ergebnis Rang fünf belegt, so auch im Vorjahr. Das Team besteht aus Janine Berger (23 Jahre/Vierte am Sprung bei Olympia 2012 in London), Elisa Gräßler (15), der hochtalentierten Pia Meier (zwölf Jahre/baden-württembergische Jugendmeisterin dieses Jahres im Vierkampf und an allen Geräten), Evelyn Reisig (16), Natalie Wolfgang (23), Tisha Vollemann (Niederlande/20) und Annika Göttler (23). Als aktuelle Dritter haben die Ulmer einen klaren Wunsch: „Dort möchten wir auch bleiben“, sagt Janine Berger. „Beim Finale der besten vier dabei zu sein, wäre klasse und das ist unser Ziel.“

Ulms Talent macht sich warm

Berger ist die Erfahrenste im SSV-Team und lieferte am ersten Wettkampftag ein Topergebnis ab, wobei die Ulmerinnen insgesamt am Sprung und am Stufenbarren ihre besten Resultate erzielten. Nach längerer Verletzungspause war sie im März gestartet, doch dann hat es wieder etwas gezwickt im Knie und so wird Berger beim Heimspiel wohl zur Aufmunterung für ihre Kameradinnen zur Stelle sein. „Schade, ich würde gerne turnen“, sagt sie. „Aber es kommt zu früh. Ein oder zwei Wochen später ginge es sicher gut. Jetzt konzentriere ich mich vor allem auf die Universiade im Juli in Neapel und hoffe, dass wir beim Ligafinale dabei sind.“ Ob ihr Team Rang drei verteidigen kann, ist schwer zu prognostizieren. „Am ersten Wettkampftag waren einige Teams noch nicht richtig fit“, weiß Berger. Was in der ersten Liga auffällt: Die Vereine treten fast durchweg mit deutschen Turnerinnen an. Insgesamt sind in den acht Teams nur zehn Ausländerinnen gemeldet. Im Übrigen ist in Ulm auch Bundestrainerin Ulla Koch vor Ort, die besonders den Nachwuchs in Hinblick auf kommende internationale Ereignisse unter die Lupe nehmen will. Gabor Szücs war vom Ergebnis seines Teams zu Saisonbeginn „sehr überrascht“, denn: „Unser Ziel ist eigentlich nur der Klassenerhalt. Ich bräuchte zehn Mädchen, die so talentiert wie Pia Meier sind, dann wäre alles kein Problem.“

Zu den bekanntesten Turnerinnen der Bundesliga gehören zum Beispiel aus Stuttgart die 30-jährige Kim Bui, die mit dem deutschen Team bei Olympia 2016 in Rio Sechste wurde oder ihre Teamkollegin Elisabeth Seitz, die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Jahres. Dazu gesellt sich Tabea Alt (ebenfalls Stuttgart), die vor zwei Jahren Weltcupsiegerin im Mehrkampf und WM-Dritte am Balken wurde. Beim Tabellenzweiten TG Karlsruhe-Söllingen (12:2) sollten man als Beobachter ein Auge auf die beiden Turnerinnen Leah Grießer und Emma Höfele haben.

In der dritten Liga ist das zweite SSV-Team (12:2 Punkte) momentan Zweiter hinter dem VfL Kirchheim/Teck. Es folgen die TG Breisgau, die TG-TV Herkenrath/KLZ Düsseldorf, der TSV Unterhaching, die TuS Wüllen, der TB Neckarhausen und die TG Main-Rhein. Die Ulmerinnen haben sicher die Möglichkeit, wieder gut abzuschneiden und ihrem Ziel, dem Aufstieg in die zweite Liga, näher zu kommen.

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