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Tischtennis-Bundesliga

22.02.2021

Zweimal früh Feierabend

Emmanuel Lebesson (links) präsentierte sich am Freitag in einer indiskutablen Verfassung. Gegen den Rumänen Cristian Pletea konnte er dann am Sonntag eine erneute Enttäuschung mit einiger Mühe verhindern.
Bild: Willi Baur

Der TTC Neu-Ulm gewinnt und verliert jeweils glatt. Die Hoffnung auf die Play-offs lebt damit weiter. Weitere wichtige Punkte werden am Dienstag vergeben

Mit einem glatten 3:0-Erfolg über den TTC Grenzau wahrte der TTC Neu-Ulm am Sonntag in Pfaffenhofen seine kleine Chance auf die Play-offs in der Tischtennis-Bundesliga. Dabei zeigte sich das Trio von Trainer Dimitrij Mazunov gut erholt von den zuvor vier Niederlagen in Folge, allesamt gegen die Spitzenteams der Liga, zuletzt am Freitag in Ochsenhausen. Weitere wichtige Punkte werden am Dienstagabend (19 Uhr) in Pfaffenhofen gegen den TTC Fulda-Maberzell vergeben.

„Heute hat die Einstellung wieder gestimmt“, stellte Mazunov am Sonntag erleichtert fest. „Bei einem langen Gespräch in der Kabine nach dem Derby in Ochsenhausen waren wir uns alle einig, dass wir die Saison bestmöglich zu Ende spielen wollen“, berichtete der Trainer: „Unabhängig davon, ob es mit den Play-offs noch klappt oder nicht“.

Gegen die ohne ihren serbischen Altstar Aleksandar Karakasevic angetretenen Gäste aus dem Westerwald war dies vom ersten Aufschlag an spürbar. Emmanuel Lebesson, der am Freitag eine indiskutable Vorstellung abgeliefert hatte, konnte gegen Grenzaus rumänischen Spitzenmann Cristian Pletea eine neuerliche Enttäuschung mit Mühe verhindern. Erst nach sechs vergebenen Satzbällen im ersten Durchgang besann sich der Franzose auf seine Stärken und bekam das Spiel zusehends besser in den Griff. Zuvor hatte Neu-Ulms Portugiese Tiago Apolonia im Eröffnungseinzel gegen den Belgier Robin Devos vorgelegt. „Es ist gut für die Stimmung, dass alle ihre Spiele gewonnen haben“, freute sich der 34-Jährige. Ganz besonders galt das zuletzt ziemlich glückloses Nachwuchstalent Vladimir Sidorenko. Der 18-jährige Russe musste gegen seinen Nachfolger als Jugend-Europameister zunächst zwei Satzbälle abwehren, kämpfte sich dann aber ins Match und ließ am Ende dem Griechen Ioannis Sgouropoulos keine Chance mehr. Schon nach insgesamt zehn Sätzen stand der Neu-Ulmer Mannschaftssieg am Sonntag fest.

Auch am Freitagabend reichte für eine Beurteilung des Spielverlaufs ein Blick auf die Uhr: Gerade mal 83 Minuten reichten Ochsenhausens Trio für den dritten Sieg im vierten Liga-Derby. Damit hatte auch TTF-Chefcoach Fu Yong nicht gerechnet: „Dass wir gegen eine so gute Mannschaft so schnell gewinnen, ist schon sensationell.“ Zum frühen Ende maßgeblich beigetragen hat noch eine Zahl: Einen einzigen Satzgewinn durfte das TTC-Lager bejubeln, durch Tiago Apolonia im Eröffnungseinzel gegen Ochsenhausens brasilianischen Spitzenmann Hugo Calderano.

Allein Neu-Ulms 34-jähriger Portugiese präsentierte sich gegen seinen früheren Klub zumindest über weite Strecken in Normalform, lieferte dem zehn Jahre jüngeren Weltranglisten-Sechsten eine Reihe hochklassiger Ballwechsel und war im Grunde nur im dritten Satz chancenlos. Im vierten profitierte Calderano bei zahlreichen Netz- und Kantenbällen schließlich vom Glück des Tüchtigen. Chancenlos war auch Sidorenko nicht, im Gegenteil. Gegen den seit sieben Jahren in Oberschwaben tätigen Franzosen Simon Gauzy führte der junge Russe im ersten Satz 9:5, den dritten hielt er bis zum 9:9 offen. Dann brachte er sich mit ein paar überhasteten Aktionen um den Lohn seiner Leistungen. Wie man als 18-jähriger Außenseiter einen favorisierten Routinier clever und mutig abkochen kann, das durfte Sidorenko anschließend beim Überraschungssieg des gleichaltrigen Polen Samuel Kulczycki gegen Lebesson studieren.

TTC Neu-Ulm – TTC Grenzau 3:0. Tiago Apolonia – Robin Devos 3:1 (11:9, 9:11, 11:3, 11:7); Emmanuel Lebesson – Cristian Pletea 3:0 (12:10, 11:4, 11:8); Vladimir Sidorenko – Ioannis Sgouropoulos 3:0 (12:10, 11:7, 11:5).

TTF Ochsenhausen – TTC Neu-Ulm 3:0. Hugo Calderano – Tiago Apolonia 3:1 (8:11, 11:8, 11:4, 11:6); Simon Gauzy – Vladimir Sidorenko 3:0 (12:10, 11:5, 11:9); Samuel Kulczycki – Emmanuel Lebesson 3:0 (11:8, 14:12, 12:10).

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