Drei Meistertitel und wenn man die zweite Mannschaft mitrechnet, dann sind es sogar vier. Der Sieg im Bezirkspokal 2020. Über 800 Punkte in mehr als 500 Pflichtspielen, davon 312 in der Landesliga. Steffen Amann hat die Zahlen und Superlative recherchiert und kommt zu dem Ergebnis: „Er ist sicher mehr als 2000 Mal nach Buch gefahren.“ Am Samstag um 15.30 Uhr bestreitet Harry Haug gegen den TSV Riedlingen sein letztes Heimspiel als Trainer des TSV Buch. Eine beispiellose und 17-jährige Ära geht damit zu Ende. „Es ist unerreichbar, was er mit uns geschafft hat. Auch außerhalb des Platzes“, huldigt Amann seinem Trainer, der über das Rothtal hinaus längst Kultstatus erreicht hat.
Die große Wertschätzung drückt sich unter anderem darin aus, dass der Verein Haug auch in weniger erfolgreichen Zeiten wie etwa nach dem Abstieg aus der Landesliga im Jahr 2016 die Treue gehalten hat. Haug hat das Vertrauen bekanntlich mit dem sofortigen Wiederaufstieg zurückgezahlt. Er selbst berichtet von kleinen Anflügen von Melancholie in diesen Tagen und davon, dass er in dieser Woche schon mal alleine durchs Felsenstadion geschlendert sei. Man hat Bilder im Kopf von der Weltmeisterschaft 1990, als Franz Beckenbauer nach dem Finalsieg durch das Olympiastadion in Rom spazierte.
„Es war eine schöne Zeit, die bleibt in Erinnerung“, sagt Haug zur eigenen Gefühlslage. Gegen den TSV Riedlingen liegt der Fokus allerdings auf den drei Punkten, die er sich zum Abschied im eigenen Stadion noch holen möchte. Was er sich wünscht: „Ich hoffe, die Jungs machen das Spiel ihres Lebens.“ Zusammen mit Haug verabschiedet sich auch Uli Klar. Das Trainerduo wird vor dem Spiel verabschiedet, nach dem Schlusspfiff muss oder darf es gemeinsam den Fassanstich durchführen.
Ebenfalls zum letzten Mal vor eigenem Publikum tritt der TSV Neu-Ulm in dieser Saison an. Er hat den FC Wangen zu Gast und kann sich mit einem Dreier uneinholbar von den Allgäuern in der Tabelle absetzen. Meister Türkspor Neu-Ulm wird derweil vom FC Blaubeuren erwartet.
Während die Spiele der Neu-Ulmer Mannschaften eher statistischen Wert haben, weil beide Teams und ihre Gegner sicher für ein weiteres Landesligajahr planen können, geht es anderenorts um mehr. Hintergrund ist, dass mit dem Abstieg von Verbandsligist SSV Ehingen Süd in die Landesliga zu rechnen ist, was wiederum bedeutet, dass es dort vier Absteiger in die Bezirksliga geben wird. Der heißeste Bewerber auf den Platz im Fahrstuhl nach unten ist Srbija Ulm. Die Ulmer belegen den ersten direkten Abstiegsrang und müssen sich am Samstag in Wiblingen mit dem sicher abgestiegenen FV Bad Schussenried auseinandersetzen.
Wackelig ist außerdem die Position des SC Staig. Beim Aufsteiger plagt man sich seit Wochen mit enormen personellen Problemen und belegt derzeit den Relegationsplatz. Beim ebenfalls bereits abgestiegenen FV Biberach muss das Team von Trainer Tim Hille also in jedem Fall punkten. Pikanterweise treffen am letzten Spieltag in einer Woche auch noch Staig und Srbija direkt aufeinander.
Alle Spiele werden am Samstag zeitgleich um 15.30 Uhr angepfiffen.
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