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SSV Ulm 1846 Fußball steigt ab: Reaktionen zum Absturz der Spatzen

SSV Ulm 1846 Fußball

„Der Moment ist brutal“: Stimmen zum Abstieg des SSV Ulm 1846 Fußball

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    Christian Ortag und der SSV Ulm 1846 Fußball sind am Boden. Der Verein steigt in die Regionalliga ab.
    Christian Ortag und der SSV Ulm 1846 Fußball sind am Boden. Der Verein steigt in die Regionalliga ab. Foto: Imago Images/Nordphoto

    Als Schiedsrichter Niclas Rose am Samstagabend um 18.24 Uhr die Partie zwischen dem SSV Ulm 1846 Fußball und Viktoria Köln abpfiff, stand fest: Die Spatzen sind abgestiegen. Nach der 0:2-Niederlage im vorletzten Heimspiel der Saison hat der SSV in der Tabelle der 3. Liga acht Punkte Rückstand auf die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim, die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht. In den kommenden beiden Wochen sind aber nur noch sechs Punkte zu vergeben, eine Aufholjagd ist demnach auch rechnerisch nicht mehr möglich. Kapitän Dennis Dressel sagte nach der Partie: „Der Moment ist brutal. Das ist mit das Schlimmste, was es gibt, weil du in einer gewissen Weise versagt hast. Es hat sich die ganze Saison durchgezogen, es sind viele Dinge zusammengekommen, das hat dann am Ende den Ausschlag gegeben.“

    Bei den Fans überwiegt freilich die Enttäuschung, in den vergangenen Wochen hatte sich auch immer mehr Wut breitgemacht über so manche Entscheidung der Vereinsführung in der jüngeren Vergangenheit. Am Samstag entlud sich all das in Pfiffen, aus dem D-Block zog schwarzer Rauch auf. Am Zaun prangte ein großes Banner mit der Aufschrift: „Kein Kampf, kein Wille - eine Schande für Stadt und Verein.“ Dass der sportliche Misserfolg aber auch an den Spielern nicht spurlos vorbeigeht, merkte man an Routinier Christian Ortag. Der Torwart der Spatzen meinte: „Letztlich sind wir mit acht Punkten Rückstand ins Spiel gegangen, dass man da nicht vor Selbstvertrauen strotzt, ist auch klar. Am Ende sind es die Sachen, die uns die ganze Saison begleiten. Hinten fangen wir irgendwann das Tor, vorne machen wir keins. Wir hatten schon immer wieder mal unser Aufbäumen, aber das ist leider immer zu kurz geraten. Wir hätten eine Serie gebraucht. Deswegen kann man sich zwar drauf vorbereiten, aber es tut unfassbar weh, wenn dieser Moment da ist.“

    Trainer Pavel Dotchev wirkt niedergeschlagen und enttäuscht

    Cheftrainer Pavel Dotchev hatte in den 90 Minuten auf dem Rasen bei seinem Team vor allem Zielstrebigkeit und Aggressivität vermisst. Er sagte: „Wir sind nicht heute abgestiegen. Wir sind schon viel, viel früher abgestiegen. Das ist sehr schade und tut richtig weh.“ Irgendwie konnte einem der 60-Jährige bei der Pressekonferenz nach der Partie schon fast leidtun. Ratlos und niedergeschlagen saß er auf dem Podium, zum ersten Mal in seiner langen Trainerlaufbahn stieg er mit einer seiner Mannschaft ab. Dotchev gewährte einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt, sagte: „Ich habe versucht, an so vielen Stellschrauben zu drehen. Ich habe alles getan, was ich konnte. Und es hat nie richtig funktioniert. Ich hatte schaflose Nächte, viele Überlegungen. Sogar daheim auf dem Sofa denkt man daran, was man noch besser machen könnte. Irgendwann stößt man an seine Grenzen, dann wird man noch ausgepfiffen. Ich habe noch nie so eine Situation gehabt, das ist auch eine neue Erfahrung für mich. Aber auf die hätte ich gerne verzichtet. Das fühlt sich richtig beschissen an.“

    „Mit der Entlassung von Tom nahm das Unheil seinen Lauf.“

    Ein Fan im Internet, über die möglichen Ursachen des Abstiegs

    Viele Fans sehen die Ursache im Absturz nach wie vor in der Entlassung von Erfolgstrainer Thomas Wörle im März 2025. „Mit der Entlassung von Tom nahm das Unheil seinen Lauf. Völlig verdient, was danach alles kam“, schreibt ein Spatzen-Anhänger im Internet. Etliche Kommentare gehen in die ähnliche Richtung. Ein anderer meint süffisant: „Halleluja, es ist vollbracht und wir Fans sind erlöst von einer seelenlosen Truppe.“ Ein weiterer Kommentar im Netz lautet: „Was für eine erbärmliche Leistung. Ich bin jetzt seit über 30 Jahren dabei und habe noch nie eine so schlechte Ulmer Saison gesehen.“

    Die Hoffnung auf einen wohl überlegten Neustart nach dem Abstieg

    Der Blick wird aber auch schon wieder nach vorne gerichtet. In der Hoffnung, dass es auch für den SSV Ulm 1846 Fußball wieder aufwärts geht. Ein Fan schreibt dazu: „Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen wohl geordneten und klug geplanten Neustart mit dem Ziel, mittelfristig wieder Richtung 3. Liga zu kommen.“ Ein anderer meint: „Verdienter Abstieg. Jetzt heißt es, zur neuen Saison eine vernünftige Mannschaft zusammenzustellen und wieder anzugreifen. Die neuen Verantwortlichen sind gefordert.“ Bei Torwart Christian Ortag klingt das alles noch deutlich zurückhaltender. Er sagte: „Ich bin vorsichtig. Dazu ist auch zu viel falsch gelaufen, um zu sagen, dass dieser Abstieg eine große Chance wäre. Wir hatten die Chance, den Verein im Profifußball zu halten. Daran sind wir gescheitert.“

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