Er versucht es wieder und stellt sich auf einen anstrengenden Wahlkampf ein: Für die Landtagswahl 2023 schickt die SPD im Stimmkreis Neu-Ulm erneut Daniel Fürst ins Rennen. Bereits 2018 hatte der Neu-Ulmer kandidiert, kam allerdings nicht zum Zug. Generell gab es damals bei den Genossinnen und Genossen am Wahlabend lange Gesichter: Die SPD wurde nur fünf stärkste Kraft im Freistaat, im Stimmkreis kam sie auf 10,1 Prozent. "Wir wollen ein deutlich besseres Ergebnis erzielen als bei der letzten Landtagswahl", sagte Fürst am Donnerstagabend in Vöhringen.
Mit 36 Stimmen und einer Enthaltung schenkten die Genossinnen und Genossen dem 38-Jährigen bei der Stimmkreiskonferenz ihr Vertrauen. Bernd Bachmann, 49, aus Senden wird auf einstimmigen Beschluss beim Bezirksverband als Listenkandidat für die Landtagswahl vorgeschlagen. Seine Frau Maren Bachmann, 50, wurde einstimmig zur Stimmkreiskandidatin für die Bezirkstagswahl gewählt, die zeitgleich stattfindet. Ebenfalls einstimmig hat sich die Versammlung dafür ausgesprochen, Denice Himmel, 29, aus Illertissen als Listenkandidatin für die Bezirkstagswahl vorzuschlagen.
Daniel Fürst fordert mehr Mut bei der Energiepolitik in Bayern
Maren Bachmann und Daniel Fürst sind auch Vorsitzende des SPD-Kreisverbands, vertreten ihre Partei als Stadträtin und Stadtrat sowie im Kreistag. In seiner Rede skizzierte der Landtagskandidat, mit welchen Themen er bei den Wählerinnen und Wählern punkten möchte. Gefragt seien klare Botschaften in einer einfachen Sprache, sagte Fürst und betonte, dass er seine beruflichen Erfahrungen aus dem Handwerk in die Politik einbringen könne. Als Vater eines drei Monate alten Babys erfahre er gerade am eigenen Leib, mit welchen Herausforderungen junge Familien konfrontiert seien.
Unabhängig werden von ausländischen Energieimporten - das gibt der Schornsteinfegermeister als oberstes Ziel für die Politik vor. Der Freistaat müsse auf erneuerbare Energien setzen, dabei aber auch mutig sein. Die 10-H-Regelung behindere nur den Bau neuer Windkraftanlagen. Auch Bernd Bachmann sprach sich dafür aus, diese Vorgabe zu kippen. Er wolle sich für einen sinnvollen Ausbau der erneuerbaren Energien "nach bestem Wissen und Gewissen" einsetzen, sagte er.
Im Kampf gegen explodierende Energie- und Gaspreise könne es sich Bayern als großes und starkes Bundesland leisten, eigene Förderprogramme für Gebäudesanierungen auf den Weg zu bringen, sagte Fürst. "Sanierungen sind das beste Mittel, um Energie zu sparen." Einsetzen wolle er sich weiterhin für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Kommunale Wohnbaugesellschaften könnten entsprechende Projekte realisieren, müssten aber mehr gefördert und unterstützt werden, ergänzte er. Als weitere Ziele gab Fürst vor: ein gesetzlicher Anspruch auf Bildungsurlaub, Ausbau der Kita-Plätze, Anspruch auf Ganztagsbetreuung und kostenlose Kinderbetreuung in öffentlichen Einrichtungen.
Die SPD könne die CSU ärgern, sagt der stellvertretende Landrat
Maren Bachmann führte aus, dass sie sich als Bezirksrätin unter anderem für eine bessere Bezahlung von Fachkräften in Pflegeinrichtungen starkmachen würde. Zudem forderte sie eine Kulturförderung, welche die Interessen der jungen Menschen besser berücksichtige. "Kultur ist bei uns nicht nur Volkstanz und Blasmusik", sagte sie. Denice Himmel hob hervor, dass alle Jugendlichen in den Genuss der vielfältigen Aktivitäten kommen sollten, die vom Bezirk unterstützt werden.
Der stellvertretende Landrat Ludwig Daikeler lobte das Engagement des Quartetts, räumte aber ein, dass die SPD bei der Landtagswahl keine Chance gegen den großen Konkurrenten CSU habe. Wie berichtet, möchte sich Landrat Thorsten Freudenberger für die CSU um das Landtagsmandat bewerben. Wenigstens könne man die Schwarzen ärgern, sagte Daikeler. "Als Schornsteinfegermeister ist es Daniel ja gewohnt, die Schwarzen wegzukehren", fügte er augenzwinkernd hinzu.