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Wissenschaft zum Anfassen: Bürger untersuchen die Wasserqualität der Leibi

Weißenhorn

Wissenschaft zum Anfassen: Bürger untersuchen die Wasserqualität der Leibi

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    Kleine Bäche in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind nach Angaben von Naturschützern besonders stark mit Schadstoffen belastet.
    Kleine Bäche in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind nach Angaben von Naturschützern besonders stark mit Schadstoffen belastet. Foto: Willi Baur (Archivbild)

    Fließgewässer erforschen, gemeinsam Wissen schaffen und Gewässer schützen - das ist das Ziel einer Aktion der Kreisgruppe Neu-Ulm des Bundes Naturschutz. Diese will im April wichtige Kleingewässer-Daten sammeln und lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zum Mitmachen ein.

    In kleinen Bächen landwirtschaftlich geprägter Regionen sind nach Angaben der Kreisgruppe die Belastungen durch Pestizide und andere Schadstoffe sowie Feinsedimente besonders hoch. Weil sie nur wenig Wasser führen, können Schadstoffe kaum verdünnt werden. Oftmals fehlen zudem Pufferzonen wie etwa Gewässerrandstreifen zwischen Acker und Bach. Hinzu komme der Klimawandel, welcher zunehmend Bäche austrocknen lasse. „Viele seltene Tier- und Pflanzenarten, aber auch Kleinfische wie Stichling und Elritze sind deshalb akut bedroht“, sagt der Kreisvorsitzende Wolfgang Döring. „Denn viele dieser Arten brauchen saubere Kleingewässer zum Überleben.“

    Am 10. April ist ein Infoabend in Weißenhorn, am 18. April soll die Untersuchung stattfinden

    Am Gewässergrund leben unzählige Insekten und ihre Larven sowie Krebstiere, Schnecken, Muscheln, Würmer, Egel und andere wirbellose Kleinlebewesen. Insbesondere diese leiden Döring zufolge stark unter den menschlichen Aktivitäten. Sie bauen jedoch organisches Material ab und tragen dadurch zur Selbstreinigung des Wassers bei. „Viele dieser Wasserlebewesen sind sehr empfindlich gegenüber Veränderungen der Gewässerstruktur, dem Sauerstoff- und Nährstoffgehalt und der Pestizidbelastung des Fließgewässers“, erläutert Döring. „Ihr Vorkommen zeigt, ob sich das Gewässer in einem guten oder schlechten Zustand befindet.“

    Die Untersuchung findet im Rahmen des Citizen-Science-Projekts „Flow“ an der Leibi statt. Dabei untersuchen und bewerten lokale Freiwilligengruppen gemeinsam mit geschulten Personen die Pestizidbelastung und den ökologischen Zustand von Bächen. So soll zum ersten Mal ein bundesweiter, standardisierter Datensatz entstehen. Darauf aufbauend können dann lokale Maßnahmen abgeleitet werden, um sicherzustellen, dass die Fließgewässer langfristig erhalten und nachhaltig genutzt werden. Koordiniert wird das Projekt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig. Projektpartner sind das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig und der Deutsche Angelfischerverband.

    Termin Der Infoabend dazu findet am Freitag, 10. April, von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Geschäftsstelle des Bund Naturschutz in Weißenhorn, Köhlerstraße 26 a, statt. Die Wasseruntersuchung an der Leibi ist für Samstag, 18. April, von 10 bis 16 Uhr geplant. Um Anmeldung per E-Mail an bund.neu-ulm@web.de oder telefonisch unter 0163/5318570 wird gebeten. (AZ)

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