Roggenburg hat einen, Pfaffenhofen hat einen und Weißenhorn will jetzt auch einen. Die Rede ist hier von einem Bewegungsparcours mit Trainingsgeräten im Freien. Menschen aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen Fitnesslevels können diese nutzen. Der Weißenhorner Bauausschuss hat am Montagabend einen entsprechenden Antrag der ÖDP-Fraktion beraten und einstimmig befürwortet. Die ÖDP wünscht sich eine solche Outdoor-Fitness-Anlage in Form einer Calisthenics-Anlage und regt an, dass die Stadtverwaltung dafür mit dem Förderkreis für Pflegebelange Weißenhorn-Roggenburg-Pfaffenhofen in Kontakt tritt. Mithilfe des Vereins sind die beiden Bewegungsparcours in den Nachbargemeinden realisiert worden. Die Bevölkerung macht davon rege Gebrauch.
„Spielplätze und Fitnessbereiche stellen zentrale Bestandteile kommunaler Freiräume dar, welche Generationen zusammenbringen und das Miteinander im öffentlichen Raum fördern. So kann ein lebendiger Ort zur präventiven Gesundheitsförderung, Teilhabe und Begegnung entstehen“, schreiben die beiden Fraktionsmitglieder Ulrich Hoffmann und Susanne Kuderna-Demuth in ihrem Antrag. Eine Calisthenics-Anlage sei kostengünstig und biete den Vorteil, dass Jung und Alt dort trainieren könnten und kein zusätzliches Equipment bräuchten. Calisthenics sei ein vielseitiges Ganzkörpertraining, das auch für ältere Menschen eine wirkungsvolle Möglichkeit biete, gesund und aktiv zu bleiben.
Der CSU-Fraktionschef schlägt vor, den Parcours mit einer Kneippanlage zu kombinieren
Bürgermeisterin Kerstin Lutz hob in der Sitzung hervor, dass der Förderkreis für Pflegebelange auch der Stadt Weißenhorn eine Förderung in Aussicht gestellt habe. In Roggenburg und Pfaffenhofen hat der Verein die Trainingsgeräte gespendet. Die Kommunen müssen lediglich die Kosten für Montage und Unterhalt bezahlen. Dieses Modell schwebt der ÖDP auch für Weißenhorn vor. „Es wäre gut für unsere Bürgerinnen und Bürger, wenn wir das verwirklichen“, sagte Hoffmann. Als möglichen Standort schlagen er und seine Fraktionskollegin im Antrag eine Fläche in der Nähe des Freibads vor. Er könnte sich aber vorstellen, dass es noch besser geeignete Orte gebe, fügte Hoffmann hinzu. Die Fläche müsste jedenfalls barrierefrei und im besten Fall auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.
Franz Josef Niebling signalisierte stellvertretend für seine CSU-Fraktion und FDP-Stadtrat Andreas Ritter volle Zustimmung zu dem Antrag. Er berichtete von einer Radtour am Vortag, bei der er an der neuen Anlage nahe des Sportgeländes in Pfaffenhofen vorbeigekommen sei. Mehrere Personen hätten die Geräte genutzt. Niebling dachte aber noch weiter und verwies auf eine Kneippanlage im Nersinger Ortsteil Straß. „Ich könnte mir vorstellen, dass man das auch kombinieren könnte.“ So könnte der Bewegungsparcours in Weißenhorn etwa an der Roth gebaut und eben durch eine Kneippanlage im Flüsschen ergänzt werden. In Krumbach gebe es ein solches Tretbecken und in Mohrenhausen, einem Ortsteil von Kettershausen im Unterallgäu, gebe es eines in der Günz, schilderte der Fraktionschef. Er schlug vor, sich für dieses Vorhaben um Zuschüsse aus dem „Leader“-Programm zu bemühen.
Der Vorsitzende des TSV Weißenhorn bietet fachliche Unterstützung an
Bürgermeisterin Lutz nannte als mögliche Standorte für die Fitnessanlage auch den Stadtpark oder die Schilleranlage. Die Verwaltung werde sich auf die Suche machen, sagte sie. Zudem erteilte das Gremium der Verwaltung mit einstimmigen Beschluss noch den Auftrag, zur Klärung einer möglichen Förderung Kontakt zum Förderkreis für Pflegebelange Weißenhorn-Roggenburg-Pfaffenhofen aufzunehmen.
Jürgen Bischof (Freie Wähler/WÜW) bot als Vorsitzender des TSV Weißenhorn an, dass der Verein seine Expertise mit einbringt. Mit der Erfahrung aus Rehasport und Gymnastikgruppen könnten Trainerinnen und Trainer sozusagen regelmäßig angeleitete Stunden anbieten, sagte Bischof. Schließlich sollten die Bürgerinnen und Bürger die Geräte auch richtig nutzen. Lutz bedankte sich schon im Voraus für diesen Beitrag: „Das ist ein schönes Angebot, da kommen wir gerne drauf zurück.“
Die ÖDP-Fraktion erwähnt in ihrem Antrag explizit noch einen weiteren Kreis potentieller Nutzerinnen und Nutzer der Freiluft-Fitnessgeräte: So gebe es bei Calisthenics auch eine Vielzahl von möglichen Übungen, die in angepasster Form auch für Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen geeignet seien.
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