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Interview
09.09.2013

Bernd Lucke von der Alternative für Deutschland: „Ich war anfangs für den Euro“

Bernd Lucke, Professor für Makroökonomie und Bundesvorsitzender der Partei "Alternative für Deutschland" (AFD)
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Bernd Lucke ist Wirtschaftsprofessor und Sprecher der Alternative für Deutschland. Im Interview erzählt er, warum er nach 33 Jahren wegen des Euros aus der CDU ausgetreten ist.

Bernd Lucke ist Wirtschaftsprofessor und Sprecher der Euro-kritischen Partei Alternative für Deutschland. Der 51-Jährige tritt selbstbewusst in Fernseh-Talkshows auf. Zum Interviewtermin mit unserer Zeitung kommt er mit Rucksack pünktlich in das Münchner Hotel Bayerischer Hof. Er lächelt auch, wenn ihm sein Gegenüber widerspricht. Und er widerspricht selbst gerne.

Wie rechts ist die Alternative für Deutschland. Stehen Sie am rechten Rand der CDU/CSU oder weiter rechts? CSU-Matador Franz Josef Strauß sagte ja einst, keine demokratisch legitimierte Partei dürfe rechts von der CSU Fuß fassen.

Lucke: Wie kommen Sie darauf, dass wir rechts sind? Wir sind nicht rechts oder links, sondern einfach die Interessenvertreter des normalen Steuerzahlers. In unsere Partei sind Menschen aus vielen Lagern übergetreten. Sie kommen auch aus der SPD und von den Grünen, selbst Piraten sind dabei.

Sie weichen aus. Dann die Frage eben auf Ihre Person gemünzt: Wie rechts ist Bernd Lucke?

Lucke: Wie links sind Sie?

Netter Versuch. Noch einmal: Wie rechts ist Bernd Lucke?

Lucke: Ich war 33 Jahre in der CDU, na und? Ich bin in die CDU eingetreten, weil ich eine werteorientierte Partei suchte. Ich wollte auch eine Partei, die für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit kämpft. Ich bin in Berlin aufgewachsen und habe Mauer und Stacheldraht immer als belastend empfunden. Die Entspannungspolitik von SPD und FDP empfand ich als nachgiebig und duckmäuserisch. Ein wahrer Demokrat musste gegen den Kommunismus sein. Deshalb habe ich mich der CDU angeschlossen.

Nach exakt 33 Jahren haben Sie dann die CDU als Ihre politische Heimat wegen der Euro-Politik unter Kanzlerin Angela Merkel verlassen. Warum eigentlich dieser Schritt? Der frühere CDU-Kanzler Helmut Kohl ist doch einer der Väter des Euro.

Lucke: Ich will Ihnen in Bayern keinen Honig um den Mund schmieren, aber Helmut Kohl hat mich weniger fasziniert als Franz Josef Strauß. Ich habe es bedauert, dass Strauß nicht Kanzler wurde. Kohl war mir nicht programmatisch genug. Er war ein Machtpolitiker. Später, als ich eine ökonomische Ausbildung absolviert hatte, habe ich ihn als schlechten Ökonomen angesehen.

Hand aufs Herz: Waren Sie schon damals unter Helmut Kohl Euro-Kritiker oder ist das eine späte Berufung?

Lucke: Ich war anfangs für den Euro. Ich hielt es für sinnvoll, in einem gemeinsamen Markt auch eine gemeinsame Währung zu haben. Auch dachte ich, dass der Euro auf Länder wie Italien, Spanien oder Griechenland einen heilsamen Druck zu wirtschaftlichen Reformen ausübt. Doch das funktionierte nicht. Der Euro hat diese Länder überfordert. Ja, und ich habe daran geglaubt, dass der Maastricht-Vertrag von den Euro-Mitgliedern respektiert wird. Ich glaubte, dass finanziell solide Länder wie Deutschland nicht gezwungen werden könnten, für die Schulden anderer Staaten zu haften. Und ich konnte mir nicht vorstellen, dass Deutschland so blöd ist, dies freiwillig zu tun.

Ihr Glaube wurde enttäuscht. So sind Sie zum Lager der Euro-Kritiker konvertiert. Wollen Sie die Währung abschaffen, obwohl Ihr Kollege Prof. Hans-Werner Sinn sagt, dass die Scheidungskosten zu hoch sind?

Lucke: Ich schätze Herrn Sinn sehr, aber in diesem Punkt verstehe ich ihn nicht. Er will, dass Griechenland nur zeitweise aus dem Euro ausscheidet, um später wieder einzutreten. Dann würden ja aber Scheidungskosten und auch noch Kosten für die Wiederverheiratung anfallen. Wie auch immer. Scheidungskosten fallen nur einmalig an. Die Kosten eines Verbleibs Griechenlands im Euro fallen Jahr für Jahr erneut an.

Können wir die Griechen nicht als eine Art europäisches Sozialprojekt auf dem Euro-Schiff halten?

Lucke: Damit würden wir uns am griechischen Volk vergehen, das schon heute den Preis für den Euro in Form hoher Arbeitslosigkeit zahlt. Das Land kann nicht wie früher seine Währung abwerten, wodurch etwa touristische Dienstleistungen günstiger und damit stärker nachgefragt würden. Hier sieht man, wie schädlich das Währungsregime des Euro gerade für Südländer ist.

Wollen Sie Länder wie Griechenland aus dem Euro drängen?

Lucke: Meine Strategie ist, Ländern wie Griechenland keine weiteren Hilfsgelder zu geben. Würden wir den Geldfluss abstellen, würde Athen aus dem Euro austreten. Sie hätten dann ja keine Vorteile mehr vom Euro, sondern nur noch Nachteile.

Das klingt utopisch. Welche weiteren Länder müssten aus Ihrer Sicht dem Euro Adieu sagen?

Lucke: Italien, Spanien, Portugal und Zypern.

Am Ende steht ein Nord-Euro, wie ihn der frühere Industrie-Präsident Hans-Olaf Henkel ins Spiel gebracht hat. Das ist doch ziemlich mickrig.

Lucke: Immerhin wäre fast ganz Mitteleuropa dabei. In diesem Rest-Euro-Verbund müssten sich die Partner darauf einigen, dass es keine Haftung für die Schulden fremder Staaten mehr gibt. Das muss jeder Bürger einklagen können.

Sie wollen also den Euro gar nicht abschaffen, obwohl sich viele Ihrer Sympathisanten nach der D-Mark sehnen?

Lucke: Wenn klar ist, dass wir nicht mehr für fremde Schulden haften, habe ich nichts dagegen, den dann kleineren Euro fortzusetzen. Wenn aber zum Beispiel die Franzosen darauf bestehen, dass wir im Zweifel auch ihre Schulden tragen würden, dann würde ich sagen: Lasst uns in Frieden und Freundschaft den Euro vollständig auflösen.

Also kommt die D-Mark doch wieder?

Lucke: Ja, das ist eine Option. Und es wäre nicht die schlechteste.

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