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Bild: Jonas Voss
Bild: Jonas Voss

Mathias Rogler, Vivien Bayer und Alexander Millauer (v.l.) zeigen, zeigen, wie soziale Medien bei jungen Menschen ankommen.

Dillingen
18.04.2018

Datenschutz: Daumen hoch für Facebook und Co.?

Von Jonas Voss

Facebook wird aktuell von einem Datenskandal erschüttert. Wie aufmerksam gehen junge Menschen mit persönlichen Informationen um? K!ar.Text hat nachgefragt.

Millionen Menschen weltweit sind durch den Skandal um Facebook und Cambridge Analytics betroffen. Und Milliarden nutzen die Dienste des Konzerns täglich. Ein Leben ohne Whatsapp, Instagram und Co. scheint für viele unnötig kompliziert und langsam. Die jüngste Generation hierzulande bezeichnet man gerne als "Digital Natives". Drei von ihnen haben wir zur Debatte um Datenschutz und soziale Medien geladen. Alex, 20 Jahre alt, macht derzeit Abitur. Vivien ist 16 und lernt für die Mittlere Reife. Mathias, 18 Jahre, ist in der gleichen Jahrgangsstufe wie Alexander. Sie alle nutzen soziale Medien.

Welche sozialen Medien nutzt Ihr?

Alex: Ich nutze Instagram, Snapchat, Whatsapp und Facebook. Während ich auf Facebook nur Veranstaltungen und Geburtstage checke, nutze ich die anderen Dienste mehrmals am Tag.

Vivien: Whatsapp dient mir vor allem der schnellen Kommunikation. Außerdem nutze ich noch Instagram. Auf Facebook bin ich ebenfalls, allerdings nicht mit Klarnamen. Ich nutze es kaum.

Mathias: Das normale Kommunikationsmedium ist bei uns heutzutage Whatsapp. Und Instagram nutzt auch fast jeder, meist zur Unterhaltung. Facebook hatte ich nie und werde ich auch nie haben. Das liegt aber nicht nur am Datenschutz. Bei mir hatten bereits in der Grundschule Klassenkameraden ein Smartphone und Facebook. Mein erstes Smartphone hatte ich in der 8. oder 9. Klasse.

Vivien: Ich hatte Facebook in der 5. Klasse – damals als Erste. So war ich mit Verwandten in Kontakt. Mein erstes Smartphone hatte ich mit 13 Jahren.

Alex: Ich war ebenfalls 13, als ich mein erstes Smartphone erhielt. Und mit 15 Jahren meldete ich mich bei Facebook an.

Wie geht Ihr mit euren Daten um?

Mathias: Ich lehne Facebook mittlerweile eben auch aus Datenschutzgründen ab – aber nicht nur deswegen. Das mit Daten Schindluder getrieben wird, kann immer passieren. Nicht nur bei Facebook.

Alex: Mir ist die Problematik bewusst. Aber überall, wo kostenlose Dienste genutzt werden, geht der Nutzer Datenschutz-Risiken ein. Schließlich müssen die Unternehmen Geld verdienen.

Mathias: Das sehe ich auch so. Teilweise finanzieren sich die Unternehmen eben mit dem Verkauf von Daten.

Vivien: Ich poste auf Facebook gar nichts mehr. Allerdings schreibe ich auf Whatsapp schon sehr private Dinge, bestimmte Themen würde ich dennoch nur von Angesicht zu Angesicht klären.

Nutzt Ihr denn Alternativen zu Whatsapp?

Vivien: Ich habe eine Zeit lang Viber genutzt, da war aber nichts los.

Alex: Ich habe Telegram, das nutzt aber kaum jemand.

Mathias: Die Dienste sind einfach nicht verbreitet genug, um sie effektiv nutzen zu können.

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Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Mit Telegram kann man zum einen ähnlich wie bei WhatsApp oder dem Facebook Messenger chatten, Fotos und Videos austauschen oder telefonieren.

Denkt ihr nach, bevor Ihr etwas postet?

Aex: Auf Snapchat poste ich schon auch privatere Bilder. Aber nichts, womit ich erpressbar bin. Ich fürchte, Snapchat hat einen ganz miesen Datenschutz. Die App macht aber einfach sehr viel Spaß, daher nutze ich sie gern.

Mathias: Mich hat Snapchat schnell so irritiert, dass ich die App gelöscht habe. Meiner Meinung nach ist die App total oberflächlich.

Alex:Snapchat vermittelt den Nutzern ein authentisches Bild der Realität – das ist freie Meinungsäußerung frontal. Schließlich erhält man dort ungefilterte Bilder aus der ganzen Welt. Da eröffnen sich manchmal ganz neue Perspektiven.

Vivien: Die meisten nutzen die Plattform dennoch für sinnlose Bildchen.

Mathias: Außerdem macht man sich mit den Bildern angreifbar. Ein aufmerksamer Konsument kann sie schnell per Screenshot speichern.

Alex: Na, die Verantwortung für das, was jemand postet, trägt doch jeder selbst. Dafür kann Snapchat nichts.

Wir sprechen immer über Postings. Internet-Unternehmen sammeln aber ganz grundlegende Informationen über ihre Nutzer im Netz.

Vivien: Mir ist bewusst, Datenschutz und intensive Nutzung sozialer Medien passen nicht zueinander. Ich versuche, beim googeln nicht zu viel von mir preiszugeben.

Alex: Was heute ein Skandal ist, ist morgen schon normal. Ich finde es viel schlimmer, wenn der Staat Zugriff auf meine persönlichen Daten erhält. Das kann zu Unrechtssystemen führen. Auf mich persönlich zugeschnittene Werbung stört mich eher weniger.

Mathias: Das Schlimme ist, heutzutage ist das offenkundig und kaum jemanden stört es. Die Schlupflöcher für Firmen sind viel zu groß und sie finden immer neue.

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Bild: Arno Burgi, dpa
Bild: Arno Burgi, dpa

Wie Jugendliche soziale Netzwerke beurteilen ist ebenso unterschiedlich wie die Anzahl der verschiedenen Emojis. Mathias, Vivien und Alexander haben aber eine klare Meinung.

 

Seid Ihr seit dem Facebook-Skandal wieder mehr für das Thema Datenschutz sensibilisiert?

Vivien: Mir war Datenschutz von Anfang an im Internet wichtig, meine Eltern haben das auch kontrolliert. Aber die völlige Kontrolle kann man wohl nicht behalten, wenn man im Netz aktiv ist.

Alex: Ich war anfangs wohl vorsichtiger als heute, was das Preisgeben von Daten über mich angeht. Das ist mir mit dem Skandal bewusst geworden.

Mathias: Der Gewöhnungseffekt lässt einen da wohl abstumpfen. Dennoch versuche ich, im Internet so vorsichtig wie möglich zu sein.

Hat sich eure Einstellung zu den Diensten verändert?

Vivien: Instagram ist ja auch ein bisschen ein Tor zur Welt, ich nutze es daher sehr gern. Soziale Medien finde ich daher gut – sie sorgen aber auch für Stress, denn man ist ständig der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Alex: Die Dienste machen das Leben leichter. Außerdem wird zum Beispiel auch die freie Meinungsäußerung dadurch gefördert.

Mathias: Einerseits haben diese Medien die Vorteile, die Alex erwähnt hat. Auch erleichtern sie das Kontakthalten. Wie Vivien sehe ich aber auch den Stress, den sie verursachen. Diese ständige Angst, etwas zu verpassen und immer erreichbar zu sein.

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