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Buchloe

22.05.2019

Dieser Rapper aus Buchloe will Jurist werden

Alexander Mayer aus Buchloe will als Rapper Mayson Karriere machen.
Bild: Mayer

Alexander Mayer besuchte das Mindelheimer Maristenkolleg, studiert jetzt Jura und macht seine eigene Musik. Warum sich für ihn alles um den Text dreht.

Irgendwann war ihm eine der Religionsstunden zu langweilig und er hat seinen ersten Text geschrieben – den ersten von vielen. Alexander Mayer aus Buchloe hat bereits in der achten Klasse angefangen, Liedtexte zu verfassen und in Form eines Rapsongs aufzunehmen. Mittlerweile veröffentlicht er professionelle Musikvideos auf YouTube und seine Songs auf Spotify. Seit Kurzem ist sein aktuelles Lied „Kleinstadtjunge“ auf YouTube zu hören.

Seine ersten Songs hat Alexander, der sich als Künstler „Mayson“ (eine Kombination aus Mayer und Sohn) nennt, relativ einfach mit einem alten Mikrofon zu Hause aufgenommen. Für seine Schwester gab es einmal ein Lied zum Geburtstag. Das höre sie sich heute immer noch manchmal an, sagt der 21-Jährige. Nach seinem Schulabschluss am Maristenkolleg in Mindelheim war er drei Wochen in Nepal. Danach hatte Alexander bis zum Beginn seines Studiums jede Menge freie Zeit. „Mir war langweilig, also hab’ ich geschrieben“, erzählt er. Zunächst hat er sogenannte „16er“ verfasst. Einfach erklärt heißt das: ein Text mit 16 Zeilen. Die hat der 21-Jährige aufgenommen und auf YouTube veröffentlicht. Bereits am ersten Tag haben etwa 100 Leute sein Video gesehen. Motiviert von den positiven Rückmeldungen hat Alexander seinen ersten richtigen Song aufgenommen – der umfasste immerhin schon drei Minuten und wurde etwa 12000 Mal angeklickt.

2017 kam dann das erste große Projekt von „Mayson“: sein Text mit dem Titel „May for the world“. Darin präsentierte er einen Ausblick auf das kommende Jahr. In den über 100 Zeilen spricht er persönliche, allgemeine und politische Themen an. „Ich hab’ mir bei dem Text wirklich viele Gedanken gemacht und kann hinter jeder einzelnen Zeile stehen. Das war mir wichtig“, sagt Alexander.

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Der ehemalige Schüler des Mindelheimer Maristenkollegs will mit seiner Musik die Menschen zum Nachdenken bringen

Mit seinen Rapsongs möchte der 21-Jährige zum Nachdenken anregen. Sie sollen zwar eingängig, aber trotzdem tiefgründig sein. Für ihn ist es wichtig, dass seine Texte einen starken Inhalt vermitteln. „Ich möchte über die Musik hinaus den Leuten etwas mitgeben“, sagt Alexander. An aktuell erfolgreichen Liedern kritisiert er, dass diese oft sehr einfach und nur darauf ausgelegt sind, eine gute Grundlage zum Tanzen zu liefern. „Die Texte sind für mich das Wichtigste“, erklärt er.

Vor allem, weil er sich durch die vielen Möglichkeiten der Sprache ganz unterschiedlich ausdrücken kann. Einfache Inhalte kann er kompliziert formulieren, schwierige Themen kann er aber auch einfach ausdrücken. Diese Vielfalt sei das Schöne an der Sprache, erklärt der Rapper. Genau das sei auch der Grund, warum so viele ältere Lieder, etwa von den Beatles, heute immer noch gehört werden – die Texte seien einfach gut.

Nicht immer findet der Buchloer Rapper den passenden Reim auf eine Zeile

Die Möglichkeiten der Sprache werden dem 21-Jährigen allerdings manchmal zum Verhängnis, gerade wenn er nicht den passenden Reim zu einem Wort findet. „Manchmal ,verkopfe‘ ich mich einfach zu sehr. Ich habe schon mal drei Monate lang an einem Reim überlegt“, erzählt er. An seinen Texten sitzt Alexander immer sehr lange. Der Inhalt muss stimmen, Metrik und Reime müssen passen.

Sein musikalisches Hobby ist für ihn das perfekte Gegenstück zu seinem Studium. Der Buchloer hat sich für Jura entschieden und ist dafür nach München gezogen. „Im Studium muss ich fast ausschließlich lesen, Inhalte aufnehmen und verarbeiten. Bei meinen eigenen Texten entsteht etwas, das ich mir selbst überlege. Ich kann also etwas aus mit herausarbeiten“, erklärt der Rapper.

Der angehende Jurist aus Buchloe präsentiert seine Rap-Songs auch gern auf der Bühne

Seine fertigen Songs präsentiert er nicht nur auf YouTube, sondern auch live auf der Bühne. Langsam tastet er sich an das Gebiet „Auftritte vor Publikum“ heran. Bisher war er im Jugendzentrum in Buchloe zu sehen und zu hören. Auch in Kempten hatte er schon einen kleinen Auftritt. In dieser Richtung möchte er in Zukunft auf jeden Fall mehr machen, denn er stehe gerne vor Publikum auf der Bühne.

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