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Trend

21.03.2014

Tattoos und Piercings sind wieder im Trend: Das müssen Sie beachten

Tattoos und Piercings liegen bei vielen Jugendlichen derzeit im Trend.
Bild: Alexander Kaya

In Sachen Körperkunst sind auch 2014 Tattoo und Piercing im Trend. Piercerin Kerstin Soiderer erklärt die neuesten Trends und worauf Kunden unbedingt achten müssen.

Wohin man auch blickt: Tattoos und Piercings scheinen derzeit eine Art Rennaissance zu erleben. Doch was sind die aktuellen Trends? Welche Risiken gibt es und was sollte man bei der Wahl des richtigen Studios beachten? Kerstin Soiderer, die seit 2012 im Nordschwäbischen Oettingen ein Piercingstudio betreibt, klärt auf.

Wer im Trend liegen möchte, tätowiert sich Sterne oder Blumen

Was sind die Gründe sich heutzutage tätowieren oder piercen zu lassen? Weil es gerade Trend ist?

Soiderer: Wir leben in einer Gesellschaft, in der es schon fast „normal“ ist, eine tätowierte oder gepiercte Stelle zu haben. Der Hauptgrund ist immer noch, weil es den Menschen selbst gefällt. Aber natürlich gibt es auch Leute, die ganz bewusst ihre Individualität hervorheben wollen und dann natürlich auch diejenigen, die es machen, weil es gerade Trend ist. Sicher ist aber, dass es auf jeden Fall Suchtpotenzial hat und es meist nicht bei einem Mal bleibt.

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Was sind denn die neuesten Trends in Sachen Tattoos und Piercings?

Die Trends kommen alle von Amerika zu uns. Bei den Piercings sind derzeit unheimlich die Tunnels, aber auch Dermal Anchor beliebt. Bei den Tattoos sind nach wie vor Sterne und Blumen beliebt. Groß im Kommen sind Sprüche, vor allem auf den Rippen und Armen. Mittlerweile gibt es UV-Tattoos, die im Dunkeln leuchten, doch die Farben werden aufgrund des Krebsrisikos noch kritisch beäugt. Was allerdings erstaunlich ist, das erste Piercing ist oftmals immer noch das Bauchnabelpiercing.

Piercerin Kerstin Soiderer in ihrem Studio "Alles-ausser-gewöhnlich" in Oettingen.
Bild: Maxine Scheibel

Hygiene in Studios am wichtigsten

Was muss man bei der Wahl des Studios beachten? Welche Risiken gibt es?

Zuerst sollte man sich das Studio immer persönlich anschauen; wenn dort geraucht wird, oder Tiere Zutritt haben, am besten gleich wieder gehen. Hygiene ist in diesem Bereich das Wichtigste, weshalb wir auch regelmäßig vom Gesundheitsamt besucht werden. Da Tätowierer oder Piercer kein anerkannter Beruf ist und ihn jeder ausführen darf, sollte man die Preise vergleichen: Wenn jemand extrem günstig ist, sollte das einen stutzig machen. Der Durchschnittspreis bei einem Piercing liegt bei 40 Euro.

Man sollte aber auch ein Studio wählen, wo man das Gefühl hat, dass man in den richtigen Händen ist. Ich lege viel Wert darauf, dass sich meine Kunden bei mir wohlfühlen und wissen, dass sie mir vertrauen können. Es muss immer ein Aufklärungsgespräch geben und dieses muss mit einer Unterschrift bestätigt werden. Zudem ist das Stechen erst ab dem 14. Lebensjahr mit Begleitung eines Elternteiles erlaubt. Bei vielen Juwelieren ist es nach wie vor beliebt, neben den Ohrlöchern auch Nase, Tragus und Ohrknorpel zu schießen. Das führt oft dazu, dass der Ohrknorpel dabei springt und es zu schweren Entzündungen kommt. Auch der falsche Schmuck kann zu Entzündungen führen, daher am besten immer beim Piercer nachfragen, bevor man zu Billigschmuck greift.

Gibt es Unterschiede zu früher?

Im Speziellen hat sich die Technik verbessert, es kann viel feiner gestochen werden, da die Maschinen weiterentwickelt wurden. Ebenso sind die Farben besser geworden. Während früher oft Metallpartikel in den Farben waren, sind sie nun gesundheitsschonender. Die Wünsche der Kunden haben sich auch geändert; heute werden viel öfter eigene Ideen für Motive als Vorlage genommen.

Gesellschaft ist toleranter geworden

Was denkst du, wie sich der Hype um das Tätowieren und Piercen in Zukunft entwickelt?

Also ich denke, dass wir weiterhin einen enormen Anstieg in den kommenden Jahren haben werden, aber ich glaube auch, dass dieses Hoch rasch abnehmen wird. Denn dann sind diejenigen etwas „Besonderes“ die nichts an ihrem Körper haben machen lassen. Zudem hat und wird sich das Ansehen des Tätowierens oder Piercens ins Positive weiter wandeln. Während man früher eher Angst vor tätowierten Leuten hatte, ist die Gesellschaft heutzutage sehr tolerant geworden. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass es in einem anderen Bereich zu einem enormen Anstieg kommen wird, nämlich bei der Laserentwicklung zur Entfernung der Tattoos.

Wieso bist du eigentlich Piercerin geworden?

Das Interesse war schon immer da und durch meinen Beruf – Medizinische Fachangestellte – hatte ich es als Einsteiger sicherlich leichter als manch andere Anfänger. Allein schon was die Anatomie des Körpers, zum Beispiel wie die Nerven verlaufen, betrifft, hatte ich Vorteile. Außerdem erkennt man einen guten Tätowierer und Piercer daran, dass er Spaß bei seiner Arbeit hat. Und den habe ich zu 100 Prozent.

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