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Ziemetshausen

06.07.2020

2522 Kilometer in 16 Tagen: Zwei Extremradler berichten

Unsere Grafik zeigt es: Deutschland quasi umrunden wollen Raimund Kraus (links) und Heinz Dietmayer im Juni mit dem Treckingrad.

Plus Was die Extremradler Raimund Kraus aus Ziemetshausen und Heinz Dietmayer aus Thannhausen bei ihrer Fahrt mit 11.876 Höhenmetern durch die Bundesrepublik erlebt haben.

Ihre schwäbische Heimat hat sie wieder: Nach 16 Tagen und zum Teil recht anspruchsvollen Etappen sind die Extremradler Raimund Kraus aus Ziemetshausen und Heinz Dietmayer aus Thannhausen wohlbehalten auf ihren Trekkingrädern wieder am Ausgangspunkt ihrer Deutschland-Rundreise angelangt. 2522 Kilometer, bei denen es unter anderem auch 11.876 Höhenmeter zu bewältigen gab, liegen hinter dem 57-jährigen Kraus und seinem drei Jahre jüngeren Freund und Begleiter. Wie haben sie das geschafft?

Zwischen neuneinhalb und 14 3/4 Stunden am Tag waren sie auf Tour, saßen dabei im Schnitt achteinviertel Stunden im Sattel und brachten es auf einen Tagesschnitt von 158 Kilometer. Die meisten Höhenmeter, nämlich 2034, beinhaltete die Fahrt von Marktredwitz nach Gera.

An einem Tag fuhren Kraus und Dietmayer von Mainz nach Stuttgart

Die längste Tagesetappe absolvierten sie auf dem Weg von Mainz nach Stuttgart. 191 Kilometer und 1306 Höhenmeter bei fast elf Stunden reiner Fahrzeit brachten auch die beiden Extremradler an ihre Grenzen. Kein Wunder, schließlich waren ihre Trekkingräder hinten und vorne, unter anderem mit Zeltausrüstung, voll beladen. Kraus und Dietmayer übernachteten fast durchwegs auf Zeltplätzen. „Nur einmal zelteten wir wild, weil der Campingplatz voll besetzt war und zweimal mieteten wir ein Zimmer, weil es keine andere Übernachtungsmöglichkeit gab“, berichtet Kraus.

Wettermäßig war alles dabei - von Sonnenschein bis Regen. Kraus: „Was die Windverhältnisse betrifft, haben wir Glück gehabt und sind recht gut weggekommen.“

Größere Pannen hatten der Ziemetshauser und der Thannhauser nicht

Auch sonst blieben die beiden Schwaben von größeren Pannen verschont. Lediglich einmal mussten die Bremsbeläge gewechselt werden und die letzten beiden Etappen musste Heinz Dietmayer mit einer lädierten Felge über die Runden bringen. Diese Einschränkungen waren zu verschmerzen im Hinblick auf die vielen positiven Eindrücke, die Kraus und Dietmayer bei ihrer Tour sammeln konnten.

Die Extremradler Heinz Dietmayer und Raimund Kraus aus Ziemetshausen und Thannhausen vor dem Wormser Dom.
Bild: Sammlung Kraus

Ob nun nördliches Bayern oder über Ingolstadt, Weiden/Oberpfalz, Leipzig und Berlin – also im östlichen Teil Deutschlands – Richtung Insel Rügen und von dort über Rostock, Hamburg, Bremerhaven gen Westen oder schließlich dem Rhein entlang über Düsseldorf, Koblenz und Mannheim nach Stuttgart und letztlich über die Schwäbische Alb nach Thannhausen und Ziemetshausen - Raimund Kraus und Heinz Dietmayer stimmen bei ihrer Reise-Analyse überein und bestätigen: „Es gibt in Deutschland überall schöne Landschaften und Städte.“ Damit machen sie all jenen Mut, die angesichts der Corona-Zeit es heuer vorziehen, statt ins Ausland zu reisen, Urlaub im eigenen Land zu machen.

Mittagessen für Kraus und Dietmayer im "La Corona"

Apropos Corona: Da hatten die beiden Extremradler zwei Erlebnisse. Als sie vor dem Wormser Dom eine Frau baten, ob sie nicht ein Foto von ihnen machen würde, lehnte diese prompt ab mit der Begründung, dass sie wegen Ansteckungsgefahr keine Gegenstände von anderen Menschen in die Hand nehmen wolle.

Kraus und Dietmayer fanden aber umgehend eine Ersatzfotografin. Der andere „Corona-Fall“ ereignete sich in einem touristischen Ort am Rhein zwischen Köln und Mainz. Da aßen die beiden Schwaben zu Mittag in einer Pizzeria mit dem Namen „La Corona“. Ansteckungsgefahr fürchteten sie dabei nicht, ansteckend war die Situation scheinbar nur für fotohungrige Touristen, die immer wieder vor der Pizzeria mit dem großen Namensschild ihre Kamera zückten.

Und wie sehen die Zukunftspläne aus? Da ist sich Raimund Kraus noch nicht ganz sicher. Möglicherweise werde er heuer noch nach Griechenland aufbrechen und dabei sein selbst konstruiertes Solar-Fahrrad (wir berichteten) testen und Berechnungsgrundlagen sammeln für seine große Tour, die im nächsten Jahr nach China führen soll.

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