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Landkreis Günzburg

18.12.2020

Abwarten statt Abfahrt: Wie die Skiclubs im Kreis Günzburg den Lockdown überstehen

Wie hier in Bolsterlang im Allgäu sieht es auch in anderen Skiregionen aus. Dabei wären auch die Skiklubs aus dem Landkreis Günzburg in den anstehenden Weihnachtsferien nur zu gern auf die Piste gegangen.
Bild: Ralf Lienert

Plus Eigentlich würde die Skisaison jetzt so richtig losgehen. Doch die Skiklubs aus dem Landkreis Günzburg sind zum Nichtstun verdammt. Auch die Kreismeisterschaften stehen auf der Kippe.

„So leid es mir tut für die Skiliftbetreiber und die -nutzer, die Gesundheit geht einfach vor.“ Das sagt einer, der es wissen muss. Hermann Keller ist Direktor Klinikmanagement an den Kreiskliniken im Landkreis Günzburg, aber auch Vorsitzender des fast 700 Mitglieder zählenden Skiclubs Burgau, der mit den Skiabteilungen des TSV Offingen und SV Waldstetten kooperiert. Obwohl es äußerst schwerfalle, auf das geliebte Hobby auf den weißen Hängen zu verzichten, habe es beim SC Burgau keine Diskussion gegeben, unter anderem die traditionellen Skikurstage an Drei König mit 90 Teilnehmern abzusagen, so Keller. Bereits im Herbst hat man in Burgau entschieden, die Skifahrer nicht in Bussen ins Skigebiet zu befördern, sondern Kurse und Ausflüge nur für Selbstfahrer anzubieten. „Wir wollten auf alle Fälle vermeiden, dass der Bus zum Hotspot wird“, sagt Keller. Ähnliches kommt von den anderen großen Skivereinen im Landkreis Günzburg.

Zwar komme der Skiklub ohne die Einnahmen aus den Skikursen über die Runden, trotzdem hofft der Vorsitzende, dass die Mitglieder dem Verein treu bleiben und dass sie aktiv bleiben, auch ohne Skier an den Füßen. Weil die Skigymnastik in der Halle gestrichen werden musste, bietet der Skiclub Burgau als Ersatz über das Kommunikationstool Skype Skigymnastik für Zuhause an. Die Burgauer Wintersportler hoffen nun darauf, dass wenigstens in den Faschingsferien wieder Kurse stattfinden können.

Skiclubs im Landkreis Günzburg hoffen auf die Faschingsferien

Darauf hoffen auch alle anderen Skiklubs im Landkreis. In einer Zeit, in der die Saison eigentlich so richtig losgeht, sind sie zum Nichtstun verdammt. Ausflüge, Kurse, Schulungen, alles muss verschoben werden oder fällt ganz aus. „Das ist schade, vor allem für die Kinder“, betont Julia Dümmler, die Vorsitzende des Skiclubs Krumbach. 30 aktive Skilehrer sind dort Mitglied, sie wollten jetzt im Winter rund 160 Kursteilnehmer schulen. Hierfür wurden sie mit neuen Skianzügen ausgestattet. Doch die bleiben nun im Schrank.

Auch beim mit 1200 Mitgliedern größten Verein im Landkreis, dem SC Günzburg, liefen seit Ende des Sommers die Planungen. Letztlich sei die Arbeit umsonst gewesen, bedauert zweiter Vorsitzender Elmar Lutzenberger. Auch die Ausfahrten mussten gestrichen werden, weil es keine Buchungsmöglichkeiten gab. Lutzenberger hofft nun, wenigstens einen Skikurs im Februar und eine Ausfahrt an Ostern durchführen zu können, falls die Einschränkungen gelockert werden.

SC Ichenhausen: Ski-Abteilung spricht von einem "Null-Winter"

Fast identisch ist die Situation bei der Skiabteilung des SC Ichenhausen mit seinen 15 Trainern und 15 Rennteamkindern. Zwar falle der Wegfall der Kursgebühren für die in den Weihnachtsferien geplanten Ski- und Snowboardkurse und das viertägige Jugendlager im Jugendhaus „Elias“ in Seifriedsberg bei Blaichach nicht ins Gewicht, weil keine Personalkosten für die Skilehrer und deren ausgefallene Weiterbildung anfallen, sagt Abteilungsleiter Herbert Bissinger. Zudem konnte die für das Jugendlager gebuchte Hütte kostenfrei storniert werden. Bissinger bezeichnet das Ganze schlicht als „Null-Winter“.

Er meint: „Mein persönliches Gefühl sagt mir jedoch, dass die Corona-Maßnahmen bis zum Fasching verlängert werden und eher erst Mitte/Ende März etwas geht. An erster Stelle steht jedoch der Schutz unserer Leute und unserer Kundschaft.“ Deshalb habe man sich auch darauf geeinigt, in diesem Winter keine Partyfahrten anzubieten – selbst wenn es wieder erlaubt wäre.

Landkreis Günzburg: Rennstrecke für Kreismeisterschaften ist reserviert

Auch die Kreismeisterschaften, die traditionell Ende Februar/Anfang März stattfinden, stehen auf der Kippe. Im Oktober hatten sich die Verantwortlichen von Landratsamt und Ausrichter Skiclub Krumbach zu einer Vorbesprechung getroffen und dabei die Weichen gestellt für den Fall des Falles, dass doch etwas geht.

Noch im Februar fand im Montafon unser großer Leserskitag statt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Für den 28. Februar wurde vorsorglich die Rennstrecke beim Grenzwieslift am Oberjoch reserviert. „Aber natürlich alles unter Vorbehalt“, betont die Sportbeauftragte des Landkreises Günzburg, Andrea Högel. Im Januar werde man entscheiden, wie weiter verfahren wird.

Wintersport: Ist Langlaufen in Winzer erlaubt?

Ähnlich sieht es im Ski-Langlauf aus. Da würde im Loipenparadies Winzer der Startschuss zu den Kreismeisterschaften fallen, sofern die Schneelage die Präparation einer Loipe zulässt. „Da müssen wir ohnehin immer in Absprache mit dem Landratsamt kurzfristig entscheiden“, erklärt Fritz Birkner, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes. Titelkämpfe unter Corona-Hygienemaßnahmen könnten so aussehen wie beim Zehn-Kilometer-Straßenlauf, den der FC Ebershausen im Oktober organisiert hat: keine Verpflegung, Mundschutz vor und nach dem Lauf, keine Siegerehrung sowie schriftliche Abgabe einer Erklärung von jedem Teilnehmer.

Abwarten heißt also auch hier die Devise. Ein kleiner Trost: Sollte genug Schnee kommen, dürfen die Langläufer zumindest allein oder mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt rund um Winzer in die Loipe.

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