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Aichen

25.01.2021

Aichen erhält ein neues Leichenhaus - nur wie wird es aussehen?

Die Gemeinde Aichen bekommt ein neues Leichenhaus auf dem Friedhof.
Foto: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

Plus Architekt Eugen Riedler stellt dem Gemeinderäten in Aichen drei Varianten für eine würdige Aussegnungshalle im neuen Leichenhaus vor.

Bei der jüngsten Sitzung wurden die Gemeinderäte in Aichen von Architekt Eugen Riedler aus Langenneufnach über seine drei Entwürfe für den Bau einer neuen Leichenhalle im Friedhof von Aichen informiert. Zur Auswahl standen ein rundes, ein fast quadratisches und ein Gebäude mit sieben Ecken. Per PowerPoint-Präsentation stellte er die einzelnen Varianten vor und erklärte Vor- beziehungsweise Nachteile der verschiedenen Bauformen.

Seit mehreren Jahren steht für das gut fünfzig Jahre alte Leichenhaus eine Sanierung an. Deshalb fand auch schon vor längerer Zeit ein Ortstermin mit den Gemeinderäten statt zur Begutachtung von Schäden. Dabei kam das Gremium mehrheitlich zur Erkenntnis, dass eine Sanierung recht aufwendig und teuer werde, denn das Gebäude sei durchfeuchtet, es regne durchs Dach und die allgemeine Bausubstanz sei auch nicht mehr die beste. Zudem stehe das Leichenhaus auf einer Geländespitze gegenüber dem Friedhof. Bei Aussegnungen und Beerdigungen müssten die Leute auf der St.-Ulrich-Straße stehen, die hier eine Kurve macht, was gefährlich sei.

Standort für neue Leichenhalle in Aichen ist gefunden

Dieser ungünstige Standort ist vielen schon länger ein Dorn im Auge und man war stets auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Die Gemeinde hatte die Hoffnung, das nördlich des Friedhofs gelegene leer stehende Bauernhaus kaufen zu können, was sich nun aber zerschlagen hat, da es wieder bewohnt wird.

So ging die Suche weiter und man wurde doch noch fündig. Gemeinderat und Kirchenverwaltung trafen zu einem Ortstermin und fanden im Friedhof einen neuen Standort für die künftige Leichenhalle.

An der Nordwestseite des Gottesackers fällt das Gelände recht steil ab und es können dort auch keine Grabstätten ausgewiesen werden. Hier hat Architekt Riedler im Auftrag der Gemeinde eingehakt, ausmessen und eine Lösung gefunden. Das neue Gebäude soll grundsätzlich zweigeschossig werden, damit man das Gefälle ausnutzen könne. Im ebenerdigen Geschoss findet die Aussegnungshalle mit zwei Stellplätzen Platz.

Architekt stellt Gemeinderäten in Aichen drei Varianten vor

Das Untergeschoss kann zu Fuß vom Friedhof aus über eine Naturstein-Treppe erreicht werden. Dort ist ein Waschraum mit Toilette geplant sowie ein Abstell- und Geräteraum für die Gemeindearbeiter, die Gräber ausheben und wieder verfüllen müssen sowie die Friedhofspflege ausüben.

Variante 1 des neuen Leichenhauses: Das Gebäude bekommt eine runde Form mit einem Durchmesser von 6,5 Metern. Dies ist auch die teuerste Version, sagte Riedler auf Frage nach den Kosten. Dadurch bekommt die Leichenhalle von Westen gesehen die Form eines Turmes, der sich gut in das Gelände einpassen würde. Als Dach ist ein Spitzgiebel geplant.

Als Variante 2 stellte der Planer ein Gebäude mit sieben Ecken vor, wobei an der Südostseite eine lange Wand wäre, die den Zugang zum Haus bildet und überdacht ist. Ein achteckiges Walmdach bildet den Abschluss der Halle nach oben.

Als dritte Variante stellte Riedler einen Bau mit 4,5 Metern Breite und einer Länge von fünf Metern vor. An der Zugangsseite soll eine Dach-Konstruktion, gestützt von zwei Säulen, angebaut werden, die zwei Meter nach Osten ragt. Mit seinem Zeltdach erinnert das Ganze an ein Toskana-Haus, das in Italien seinen Platz finden könnte, aber nicht für einen Friedhof geeignet sei, so die Meinung in der Sitzung.

Friedhofsmauer im Westen soll abgerissen werden

Bei der anschließenden Aussprache stellte man fest, dass keines der vorgeschlagen Baumodelle zu hundert Prozent überzeuge. Es kristallisierte sich heraus, dass die Räte zwar den Siebeneck-Bau favorisierten, aber doch eine Nachbesserung wollten. An die Eingangsseite solle ein überdachter Vorplatz kommen, damit die Trauernden etwas geschützt wären. Das Walmdach der Halle soll mit einem Giebeldach nach Osten weitergeführt werden, das den Vorplatz überdeckt.

Des Weiteren schlug Riedler vor, ob man nicht einen Teil der hohen Friedhofsmauer im Westen abreißen sollte, um so eine geeignete Zufahrt zum Lagerraum zu bekommen. Ansonsten müssen die Arbeiter alle Gerätschaften per Hand über die hohe Treppe auf den Friedhof tragen.

Dies wurde wohlwollend aufgenommen und der Planer beauftragt, eine neue Skizze mit den gewünschten Änderungen vorzulegen. Wenn diese dann gefällt, könne man über die Feinplanung und Kostenrechnung gehen, lautete der einstimmige Beschluss im Gremium.

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