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Krumbach

09.05.2019

Alexandra Jörg, die „blonden Fraun“ und ein Krumbacher Konzert

Alexandra Jörg tritt in Kürze bei einem Konzert im Krumbacher Stadtsaal auf.
Bild: Georg Drexel

Wie die Sängerin mit den „Goldenen Zwanziger Jahren“ ihr Publikum im Stadtsaal begeistern will.

Es dauerte nur rund 100 Minuten, da war das Kartenkontingent des ersten Konzerts von Alexandra Jörg im Vorverkauf vergriffen. Der Saal in der Fachakademie fasst nur 100 Personen. Das war viel zu wenig für eine Künstlerin, deren Beliebtheit in Mittelschwaben in den letzten Jahren ständig gewachsen ist. Am Samstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr wiederholt sie ihr Konzert zur Musik der Goldenen Zwanziger unter dem Titel „Nimm dich in Acht vor blonden Fraun“ im Stadtsaal Krumbach. Mit dabei sind Gabriele Fischer-Berlinger (Gesang), Dominik Wiedenmann (Piano), Frank Iacono (Percussion), Oliver Radke (Bass) und Florian L. Arnold (Texte). Vorverkauf bei Tui und in der Stadtbücherei. Wir sprachen mit der Künstlerin über ihr erstes eigenständiges Konzert.

Sie waren in den vergangenen Jahren bei vielen Konzerten in der Region aktiv und man kann Sie auch für private Events buchen. Ihr Bekanntheitsgrad ist enorm. Aber haben Sie mit solch einem Publikumsinteresse für die „blonden Fraun“ gerechnet?
Alexandra Jörg: Das war mir selbst gar nicht klar. Wirklich, da war ich überrascht, weil man nicht davon ausgehen kann, dass das Thema „Goldene Zwanzigerjahre“ derart einschlägt. Und es war unser erstes Konzert! Da ist jeder unsicher. Es ist ein Traum, auf der Bühne zu stehen und es ist ein Traum, wie das Krumbacher Publikum uns annimmt.

Das Repertoire an Unterhaltungsmusik ist schier unübersehbar. Warum haben Sie sich für Texte und Musik aus den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ entschieden?
Alexandra Jörg: Als musikalisch Spätberufene durfte ich, was den Stil angeht, nicht wählerisch sein. Die 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts haben mir immer Spaß gemacht. Dieser Charme, dieser Witz und dann die richtige Portion Nostalgie. Diese Musik ist mir ans Herz gewachsen. Durch Zufall lernte ich tolle Musiker kennen, die diese Leidenschaft mit mir teilen. Ein echter Glückstreffer.

Sie treten auf mit einer zweiten blonden Frau auf der Bühne, mit Gabriele Fischer-Berlinger. Wie kommen sie zurecht mit solch einer Konkurrentin?
Alexandra Jörg: Interessant, dass Sie Gabriele als Konkurrentin bezeichnen. Wir empfinden uns gegenseitig gar nicht so, sondern als natürliche Ergänzung. Das ist wirklich herrlich mit ihr. Wir puschen uns gegenseitig und lernen voneinander, beflügeln uns. Es hat sich eine Seelenverwandtschaft entwickelt. Sie ist einfache eine grandiose Sängerin und ein unglaublich toller Mensch. Überhaupt, unsere „Truppe“: Da ist jede Probe ein Genuss, ein Salonkonzert für uns selbst.

Mancher Text aus den 20er Jahren geht über die Grenze dessen, was heute zu sagen korrekt ist. Gab es schon einmal Kritik und Vorwürfe, Sie wären zu weit gegangen, in der Provinz sei das völlig unmöglich?
Alexandra Jörg (lacht): Nun ja, es gibt tatsächlich Texte, die den Geschmack verletzen könnten, aber das ist nicht unsere Absicht. Eine gute Portion schwarzen Humor sollte man schon vertragen. Bis jetzt kam noch keine Kritik, im Gegenteil. Einige Klassiker wie „Tauben vergiften im Park“ wurden begrüßt. Denn Liebhaber dieser Lieder bekommen sie eher selten zu hören. Vielleicht ist man auf dem Land sogar toleranter als in der Großstadt.

Erste Konzerte, bei denen Sie selbst im Mittelpunkt stehen und gleichsam auch die Fäden ziehen, ist das ein Stück Zukunft für die Künstlerin Alexandra Jörg?
Alexandra Jörg: Hätten Sie mich das noch vor einem Jahr gefragt, hätte ich verneint. Aber ich muss sagen, ich bin auf den Geschmack gekommen. Es ist nicht einfach, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Dabei gibt vieles zu beachten und auch finanziell birgt das ein Risiko. Mir gefällt jedoch, dass ich viel freier in der Gestaltung bin und bestätigt hat mich die positive Resonanz des ersten Versuchs in der Fachakademie. Ich will zweigleisig arbeiten, weiter mit Konstantin Eheim („Fun & Brass) und anderen Formationen auftreten und selbstverantwortlich Konzerte gestalten. Dabei helfen mir viele Freunde und ich kann einen Florian L. Arnold als Conferencier und Texter so einsetzten, dass sein Talent voll zum Tragen kommt. Er gibt unserem Auftritt letztendlich die absolut unverwechselbare Note.

Interview: Dr. Heinrich Lindenmayr

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