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Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt

04.03.2009

Alles ist offen

Karlsruhe Acht Monate sind vergangen seit dem Wechsel des Günzburgers Stefano Celozzi vom FC Bayern München II zum Karlsruher SC. Mit wachen Augen verfolgen die Fußballkenner aus dem Landkreis die Entwicklung des jungen Rechtsverteidigers. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht der 20-Jährige eine Zwischenbilanz und nimmt unter anderem zum aktuellen Thema Doping Stellung.

Wie zufrieden sind Sie in Ihrer neuen Wahlheimat Karlsruhe?

Celozzi: Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Leute sind sehr freundlich, es herrscht eine familiäre Atmosphäre im Verein und die Stadt Karlsruhe gefällt mir auch sehr gut. Hier ist einfach alles nicht so hektisch wie in München.

Ihr Verein steht nur auf dem 17. Tabellenplatz. Wie ist die Stimmung im Team nach der Niederlage im Derby gegen den VfB Stuttgart, bei dem Sie verletzungsbedingt gefehlt haben?

Alles ist offen

Celozzi: Natürlich war die Stimmung im Training nach einer Niederlage mit so vielen Emotionen und elektrisierten Zuschauermassen gedämpft, aber ansonsten stimmt es in der Mannschaft. Es gibt keine Grüppchenbildungen und der Teamgeist ist nach wie vor top. Ein Sieg im Derby hätte uns natürlich schon einen Schub für die kommenden Spiele gegeben, aber es hat ja leider nicht geklappt. Ich selbst konnte leider nur zuschauen, da ich an einer Schleimbeutelentzündung an der Ferse laboriere. Um eine langwierigere Verletzung zu vermeiden, musste ich am Sonntag leider passen. Aber ab Mittwoch bin ich wieder im Mannschaftstraining und dann am Wochenende hoffentlich wieder in der Startelf.

Der Abstand auf das rettende Ufer beträgt mittlerweile schon drei Punkte. Wo liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen für den negativen Saisonverlauf?

Celozzi: Dafür gibt es viele Gründe. Wenn man sich die Tabelle ansieht, merkt man sofort, dass wir zu wenig Tore geschossen haben. Unsere Chancenverwertung war einfach zu schwach und die Rädchen im Team greifen noch nicht so ineinander wie geplant. Wir haben einfach eine qualitativ nicht ganz so starke Mannschaft wie andere Bundesligavereine und da entscheiden oft Kleinigkeiten.

Sie haben die Emotionen und die Fans angesprochen. Ihre persönlichen Kritiken in den letzten Wochen waren stets positiv. Wie ist Ihr Verhältnis zu den Fans? Fühlen Sie sich gehemmt oder beflügelt, wenn Sie von so vielen im Stadion beobachtet werden?

Celozzi: Das ist schon ein schmaler Grat. Aber grundsätzlich freue ich mich natürlich sehr, vor so vielen Zuschauern zu spielen und fühle mich auch nicht unter Druck gesetzt. Der KSC lebt von seiner Tradition und der engen Bindung zu den Fans. Daher ist es für mich eine Ehre, für diesen Verein aufzulaufen. Manchmal muss man schon viele Autogramme schreiben und das dauert dann länger, aber lieber so als umgekehrt.

Als aktiver Profi haben Sie unmittelbaren Kontakt zum aktuellen Thema Dopingkontrollen. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit solchen Kontrollen gemacht und wie beurteilen Sie die Situation der beiden betroffenen Spieler aus Hoffenheim?

Celozzi: Meine Kollegen und auch ich haben das Prozedere der Dopingkontrollen schon des Öfteren durchlaufen und bei uns lief das bis jetzt immer ohne Probleme ab. Sollte es bei den beiden Spielern wirklich zu einer Strafe kommen, hoffe ich, dass diese nicht zu hart ausfällt. Denn neben der Notwendigkeit der Dopingkontrollen, sollte man auch auf die Spieler und die Auswirkungen einer längeren Sperre Rücksicht nehmen, da es sich ja lediglich um eine Verspätung von 15 Minuten und nicht um einen Dopingmissbrauch handelt.

Im Spiel gegen den VfB wurde dem KSC beim Stand von 0:0 ein klarer Elfmeter verwehrt. Was halten Sie von der viel diskutierten Einführung des Videobeweises zur Unterstützung von Schiedsrichterentscheidungen?

Celozzi: Die Schiris sind auch nur Menschen. Sie machen eben genauso Fehler wie jeder Fußballspieler. Aber gerade das ist doch auch interessant und sorgt beim Zuschauer und bei den Experten für Diskussionsstoff. Ich würde es daher ablehnen, den Videobeweis einzuführen.

Angenommen, der KSC steigt in die 2. Bundesliga ab. Bei welchem Verein beackert Stefano Celozzi dann die rechte Abwehrseite?

Celozzi: Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen und ich nächstes Jahr in der 1. Bundesliga beim KSC spielen werde. Sollte es nicht klappen, ist alles offen …

Interview: Oskar Kretzinger

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