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Waltenhausen

13.08.2020

Alois Rampp: "Hätte nie gedacht, dass ich mal Bürgermeister werde"

In seinem Amtszimmer neben dem Sitzungszimmer im ehemaligen Pfarrhof erleichtert dem neuen Bürgermeister Alois Rampp eine gute digitale Ausstattung die Arbeit.
Bild: Werner Glogger

Plus Alois Rampp ist seit 100 Tagen Bürgermeister von Waltenhausen. Was sich in seinem Leben geändert hat und was er auf keinen Fall ändern will.

Er ist einer der neuen Bürgermeister in Mittelschwaben: Alois Rampp ist nach dessen zwölfjähriger Amtszeit in die Fußstapfen von Karl Weiß getreten und ist nun Bürgermeister der südlichsten Landkreisgemeinde, Waltenhausen. Damit hat das Dorf einen der waschechten Waltenhauser an der Spitze. Doch auch, wenn er schon vorher sehr aktiv im Dorf war, stellen ihn seine neuen Aufgaben doch vor Herausforderungen.

Nominiert von der „Waltenhauser Liste“ gaben ihm bei der Kommunalwahl rund 85 Prozent der Wähler aller Ortsteile das Vertrauen. Der heute 63-Jährige ist in Waltenhausen schon längst zu einer Institution geworden, denn er hat mehrere Eigenschaften, die ihm Bekanntheit und Ansehen gebracht haben. Rampp ist nicht nur in Waltenhausen mit weiteren fünf Geschwistern, darunter vier Mädchen, aufgewachsen und stammt aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie, sondern – und darauf legt er großen Wert – er gibt auch seinen Heimatort als Geburtsort an, ist also ein waschechter Waltenhauser.

Alois Rampp saß 30 Jahre im Waltenhauser Gemeinderat

Ein jähes Ende nahm sein beruflicher Werdegang, infolge eines tragischen Unglücksfalls seines jüngeren Bruders, indem er nach seiner Heirat 1994 den Milchviehbetrieb seiner Eltern übernahm. Nach erfolgreicher Aufwärtsentwicklung der Landwirtschaft entschloss sich Rampp 2005 zum Bau einer Biogasanlage an der Weiler Straße südlich von Waltenhausen. Mit der Umsetzung des Energie-Nutzungsplans 2016 versorgt er aktuell 65 Wohnhäuser mit der in seiner Anlage erzeugten Wärme.

Schon früh engagierte sich Rampp in Vereinen und in der Dorfgemeinschaft, was zur Folge hatte, dass er 1990 in den Gemeinderat gewählt wurde und er dieses Amt nunmehr 30 Jahre ausübt. „Ich konnte mir trotzdem nie vorstellen, einmal Bürgermeister zu werden“ sagt Rampp, „aber als der Wunsch für dieses Amt bei der Kommunalwahl zu kandidieren von mehreren Seiten an mich herangetragen wurde, wagte ich diesen Schritt“. Er habe diese Entscheidung nicht bereut, im Gegenteil, die Aufgabe mache ihm Spaß, auch wenn es nach Feierabend mit der Ruhe vorbei ist.

Rund 30 Stunden die Woche arbeitet Alois Rampp als Bürgermeister

„Zumindest die ersten 100 Tage habe ich gut überstanden“, so sein Resümee. Allerdings gab es in der Familie, in der Landwirtschaft und Betreuung der Biogasanlage eine Arbeitsverlagerung, denn rund 30 Stunden in der Woche bin ich für die Gemeinde unterwegs. Dazu zählen Besprechungen in der Verwaltungsgemeinschaft, Besuch von Kursen, Vorbereitung zu den Sitzungen oder Sprechstunden im Amtszimmer, die immer gut besucht sind. Viel öfters als früher läute sein Handy und bei den Gesprächen können Anfragen geklärt werden oder Hinweise entgegengenommen werden.

Alois Rampp mit seinem Vorgänger Karl Weiß.
Bild: Werner Glogger

Ansonsten kann er viel in seinem Büro erledigen, dank der digitalen Ausstattung ist der Arbeitsablauf effizienter und schneller geworden. Alle Veränderungen nimmt Rampp gelassen und betont: „Ich will ja als Bürgermeister für alle Bürger da sein“. Soweit es die Zeit zulässt, möchte er weiterhin seinem Hobby frönen und als Tubist bei den Waltenhauser Musikanten und bei den „Schmidde-Musikanten“ mitwirken.

Die Bürger von Waltenhausen haben Alois Rampp den Start erleichtert

Froh ist er, dass sich die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, wie sie schon in den drei Jahrzehnten seiner eigenen Zugehörigkeit praktiziert wurde, fortgesetzt hat, gehören doch fünf „Neulinge“ dem Gremium an, die sich gut eingearbeitet haben. Erfreulich sei, dass darunter zwei Frauen vertreten sind, denn „sie haben oft bessere Gedanken vor allem in Bezug auf Soziales, Familie, Kinder und Senioren.“ Er bestätigt, dass man in früheren Jahren mit jeweils einer Frau im Rat gute Erfahrungen gemacht hat.

Tief beeindruckt ist Rampp von der Unterstützung, die ihm seitens der Vereinsvorstände, vieler Bürger und der Jugend zuteilwird und seine Arbeit erleichtert. Besonders Altbürgermeister Karl Weiß steht ihm mit Rat und Tat zur Seite und auch mit dem früheren Bürgermeister und Ehrenbürger Erwin Haider pflegt er eine gute Verbindung. Sehr froh ist Rampp über die Lockerungen der Beschränkungen in der Coronapandemie, habe doch neben allen Bürgern besonders die Jugend darunter sehr gelitten.

Was Alois Rampp für Waltenhausen plant

Obwohl seine Vorgänger ein gut bestelltes Feld hinterlassen haben, stehen mit der Erweiterung des Glasfaserausbaus für die restlichen Anwesen in Waltenhausen, Erhalt der Straßen, Feldwege, Brücken oder der Überwachung der Wasserversorgung neue und laufende Aufgaben an. Nachdem das aktuell bestehende Baugebiet bebaut ist, denkt die Gemeinde über die Ausweisung eines weiteren Baugebietes im Süden Waltenhausens nach, wobei die Verlegung von Leerrohren für den Glasfaseranschluss eingeplant werden müsse.

„Außer vier runden Geburtstagen gab es bisher noch keine offizielle Veranstaltung, bei der ich die Gemeinde repräsentieren musste, ich will aber weiterhin so bleiben, wie mich die Waltenhauser kennen, dazu brauche ich zum Beispiel keine Krawatte anziehen,“ versichert Rampp nach unserem Gespräch über seine ersten 100 Tage als Bürgermeister mit einem verschmitzten Lächeln.

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