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12.07.2010

Als die Polizei "Wassersünder" aufschrieb

Als die Polizei "Wassersünder" aufschrieb
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Als die Polizei "Wassersünder" aufschrieb

Krumbach Die Hitze hat Europa seit Wochen fest im Griff. Unerbittlich, fast gnadenlos brennt die Sonne herunter. Menschen stöhnen, die Natur leidet zusehends darunter. Wenn die Quecksilbersäule bis in subtropische Temperaturbereiche klettert, dann steigt mit zunehmender Trockenheit auch der Wasserverbrauch - in England wurde jetzt das Bewässern mit dem Schlauch verboten. So hoffen die Briten, den Notstand auf der sonst grünen Insel zu meistern. So weit ist es in Krumbach und Thannhausen nicht.

von Manfred Keller und Maximilian Czysz

Krumbachs Wassermeister Anton Ritter überblickt die derzeitige Lage unaufgeregt. Die Versorgung ist auch bei weiter anhaltender Trockenheit gesichert. Dabei strömen an trockenen heißen Sommertagen bis zu 2400 Kubikmeter Wasser in Krumbachs Haushalte und Industriebetriebe. Zum Vergleich: An normalen Tagen sind es durchschnittlich etwas über 1700 Kubikmeter. Thannhausen verbraucht halb so viel - im Durchschnitt 850 Kubikmeter, während der heißen Tage zusätzlich rund 250. Die Stadt hat einen eigenen Brunnen in der Bayersrieder Straße. Im Notfall würde Thannhausen mit Wasser aus den Stauden versorgt. Ein Notfall kann übrigens auch das Gegenteil des Notstands sein: wenn beispielsweise der eigene Brunnen durch eine Überschwemmung in Gefahr ist.

Auch Krumbach ist gerüstet: "Mit dem Bau von Tiefbrunnen und Hochbehältern hat man in Krumbach schon frühzeitig wichtige Weichen gestellt, um die Wasserversorgung auch über längere Durststrecken hinweg problemlos zu gestalten", sagt der Leiter der Stadtwerke, Dietmar Müller. Dass dies nicht immer so selbstverständlich war, belegen Engpässe in der Wasserversorgung früherer Jahre. In einem Aufruf der Krumbacher Stadtväter vom Jahr 1952 werden die Einwohner ermahnt, mit Rücksicht auf die Gesamtbevölkerung das Besprengen von Gartenanlagen und Straßen vorläufig ganz einzustellen und den sonstigen Wasserhaushalt auf das Notwendigste zu reduzieren. In einem Flugblatt aus demselben Jahr wurde unter anderem das Autowaschen mit Wasser aus dem Rohrnetz der Stadt verboten. Außerdem wurde angekündigt, dass der eventuelle Mehrverbrauch gegenüber dem Vorjahr mit der doppelten Gebühr berechnet wird. Die damalige Stadtpolizei erhielt Anweisung, zu Tag- und Nachtzeiten im gesamten Stadtgebiet die Wasserentnahme und deren Verwendung zu überwachen und alle "Wassersünder" zur Anzeige zu bringen. Für die damals im Bau befindlichen Neubauten musste das Wasser aus der Kammel angefahren werden.

Heute sorgen Tiefbrunnen, Quellen, Pumpwerke und Hochbehälter dafür, dass ein Engpass in der Wasserversorgung der Stadt unrealistisch ist. Das Rohrnetz in Krumbachs Untergrund wird also auch in Zeiten meteorologisch beeinflusster Trockenphasen nicht brachliegen, sondern die Wasserabnehmer weiterhin versorgen. Trotzdem mahnen die Verantwortlichen aus dem Rathaus, mit dem "kostbarsten Lebensmittel Wasser" sparsam umzugehen.

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