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Dekanat Neu-Ulm

05.02.2018

Am Ende einer außergewöhnlichen Laufbahn

Neu-Ulms Dekanin Gabriele Burmann ist vor großer Kulisse offiziell vom Amt entpflichtet worden.

Es war ein Abschied mit großer Herzlichkeit, mit Dank, Charme und auch mit spürbarer Freude auf kommende Freiheit – und mit ernsten und emotionalen Momenten: Am Sonntagnachmittag wurde die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann in der überfüllten Petruskirche im Rahmen eines Festgottesdienstes in den Ruhestand verabschiedet und von Regionalbischof Michael Grabow von ihrem Amt entpflichtet, was für sie auch bedeutete, ihr Dekanskreuz zurückzugeben. Unter den Gästen waren nicht nur Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg und die Pfarrerinnen und Pfarrer des Dekanats, sondern auch der Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl.

Grabow, der Gabriele Burmann mit einem bunten Regenschirm beschenkte, ging in seiner Ansprache auf die außergewöhnliche Laufbahn der 65-Jährigen ein, die fast 19 Jahre lang das Dekanat Neu-Ulm geleitet hatte: Bei ihrer Bewerbung um ein Vikariat in Augsburg hatte Gabriele Burmann als junge Ehefrau gerade ihr zweites Kind erwartet. Dennoch bestand sie das zweite Examen nach dem auf ein Jahr verkürzten Vikariat auf Anhieb, berichtete der Regionalbischof bewundernd. Wie ungewohnt eine Pfarrerin, zumal auch noch Mutter, vor Jahrzehnten noch war, schilderte Grabow humorvoll mit einigen Zitaten aus ihrer Personalakte und mit einer Szene von ihrer Ordination im fränkischen Wettelsheim: Bei der Feier sei ein sechsseitiges Gedicht vorgetragen worden, auf dessen ersten vier Seiten die Rolle der treu sorgenden Pfarrfrau – der Frau des Pfarrers also – beschrieben wurde.

Beharrlich und freundlich

Gabriele Burmanns Mütterlichkeit habe denn auch als Dekanin ihren Umgang mit den Pfarrern und Pfarrerinnen sowie mit den Gläubigen geprägt, beschrieb Grabow, der neben den beruflichen Verdiensten beispielsweise um die Diakonie und um die Ökumene, neben Beharrlichkeit und Freundlichkeit auch eine private Leidenschaft der scheidenden Dekanin schilderte – die für Smart-Autos beispielsweise. „Gemeinsam haben wir auch so manches dicke Problem angegangen. Und es ist uns gelungen, manchen Knoten nicht mit Gewalt durchzuschlagen, sondern ihn sorgsam aufzuknüpfen und lose Enden neu zusammenzubinden“, erinnerte sich Grabow.

Zuvor war Gabriele Burmann in ihrem letzten Auftritt auf der Kanzel der Petruskirche mit einer Predigt über die Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig auf den Trost eingegangen, dass die Arbeit des Menschen zwar wichtig und willkommen ist, man nach dem Tun aber dem Werden seinen Lauf lassen muss.

Burmann, die die Verantwortung für das Dekanat an ihren Nachfolger Jürgen Pommer abgibt, dankte sowohl den Pfarrern und Pfarrerinnen und den Mitarbeitern herzlich als auch ihrer großen Familie und ihrem Mann Ernst, mit dem sie seit 45 Jahren verheiratet ist. Sie erinnerte sich jedoch auch an die vielen Gräber, vor denen sie in dieser Zeit als Pfarrerin der Petruskirche stand.

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