Newsticker

Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Auf den richtigen Knödel kommt es an

Landkreis

20.02.2015

Auf den richtigen Knödel kommt es an

Wer im Winter Vögel füttern möchte, sollte vor allem auf die Qualität des Futters achten, rät Vogelexperte Franz Zeller
Bild: dpa

Das Füttern von Wildtieren im Winter ist beliebt, aber nicht immer erlaubt

Wer Amseln, Meisen, Enten oder Rehen mit Futter über die kalte Jahreszeit helfen möchte, sollte vorsichtig sein. Denn: Nicht jede Futterhilfe ist sinnvoll – und nicht alles ist erlaubt.Wer etwa auf die Idee kommt, mit einem Eimer Mais in den Wald zu gehen, um dort Wildschweinen oder Rehen über den Winter zu helfen, sollte vorher abklären, ob er damit nicht gegen das Landesjagdgesetz verstößt. Wie Helmut Baumhauer, stellvertretender Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Weißenhorn erklärt, sei die Wildfütterung im Wald nämlich Jägersache – und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. „In Bayern herrscht generell ein Fütterungsverbot, das nur in einer Notzeit aufgehoben wird“, erklärt Baumhauer.

Etwa in einem langen, harten Winter.In dieser Notzeit ist es zwar nicht strafbar, als Spaziergänger das Wild zu füttern – „besonders sinnvoll ist es allerdings auch nicht“, sagt Bernd Karrer, Revierförster in Illertissen. Einfach drauf los zu füttern, würde den Tieren nämlich mehr schaden, als helfen. „Nur ein Experte weiß, wie die artgerechte Ernährung für Tiere im Winter aussieht“, sagt Karrer. Rehe etwa brauchten anderes und weniger Futter als in den wärmeren Jahreszeiten. „Ansonsten bringt man ihren Stoffwechsel durcheinander.“ Die Ernährung der Tiere stelle sich im Winter ohnehin auf eine Notzeit ein. Ob Rehe und Hirsche in der kalten Jahreszeit überhaupt gefüttert werden sollen, sei deshalb generell ein heikles Thema, über das sich auch Fachleute nicht immer einig sind. Mehr Einigkeit herrscht da schon in Sachen Wildvögel. Denn: Amsel, Meise und Co. nehmen den zusätzlichen Körner-Imbiss bei Schnee und Frost gerne an. „Es ist sinnvoll, die Tiere im Winter zu füttern“, sagt Franz Zeller vom Landesbund für Vogelschutz Bayern.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Neu-Ulm rät dabei aber vor allem, auf das richtige Futter zu achten. Gerade in Billigfutter-Mischungen könnten etwa Samen der Ambrosia-Pflanze untergemischt sein. „Bei Allergikern können die Pollen der Pflanze sehr starke Reaktionen auslösen“, warnt Zeller. Wer das verhindern möchte, kann das Futter auch selbst herstellen: etwa aus Sonnenblumenkernen, Hanfsamen oder zerkleinerten unbehandelten Erdnüssen. Auch Getreidekörner, beispielsweise Weizen oder Hafer, eignen sich gut. Bei Weichfutterfressern, wie der Amsel oder dem Rotkehlchen, sind Äpfel oder getrocknete Beeren beliebt. Das Obst sollte allerdings immer frisch sein und auf keinen Fall schimmeln.„Überhaupt ist Hygiene im Futterhäuschen das A und O“, sagt Zeller.

In feuchtem oder verschmutztem Futter können sich Krankheitskeime ausbreiten und den Tieren schaden. Gut geeignet seien deshalb sogenannte Futtersilos, in denen die Körner vor Nässe und Schmutz geschützt sind. Hat man allerdings erst einmal mit dem Füttern angefangen, sollte man auf jeden Fall dranbleiben – das gilt sowohl für Vögel als auch für Wild. Denn die Tiere stellen sich auf das Futterangebot ein. Sind die gewohnten Fressplätze im tiefsten Winter plötzlich leer und ist keine Ausweichmöglichkeit vorhanden, kann das gefährlich werden. Weniger gefährlich, aber umso teuerer kann es für diejenigen werden, die Enten, Schwäne oder Wildgänse füttern wollen. In manchen Städten, etwa in Ulm, ist das nämlich nicht erlaubt.

Wer die Vögel trotz Verbot wiederholt füttert, muss bis zu 5000 Euro Strafe zahlen. Zeller warnt außerdem: „Abgesehen davon, dass Brot kein gutes Futter für Enten oder Schwäne ist, kann es im Übermaß gesundheitsschädlich sein.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren