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Theater

10.11.2011

Auf der Flucht

Das Böse lauert hinter dem Vorhang des Sanatoriums-Zimmers: Patient Amadeus Fischer (Franz Keller) ahnt nicht, dass Karl Brauneder (Markus Lecheler) jedes Wort seines brisanten Telefongesprächs belauscht.
Bild: Foto: Jakob

Ein entflohener Gangster und ein strenger Diätplan sind das Rezept für „Ein Joghurt für zwei“ auf der Breitenthaler Bühne

Breitenthal Wer schon einmal eine Diät gemacht hat, der konnte nachfühlen, was der ärmste Amadeus Fischer auf der Breitenthaler Theaterbühne durchmachen musste: Zitronenwasser, Orangenstückchen und Magerjoghurt, und das auch noch mit einem unliebsamen Gast teilen müssen – eine echte Härteprüfung für den Immobilienhai. Und auch die Lachmuskeln wurden ordentlich geprüft, denn sie bekamen bei der Premiere von „Ein Joghurt für zwei“ ordentlich zu tun.

Was die Theaterabteilung der DJK Breitenthal auf die Bühne bringt, kommt an – das sah man nicht zuletzt daran, dass auch diese Premiere vor ausverkauftem Haus im Vereinsheim stattfand. Seit 1989 füllen die Breitenthaler das Vereinsheim in immer mehr Aufführungen, insgesamt acht Spieltermine sind es in diesem Jahr. Auf der Bühne agieren lauter bekannte Gesichter, angeführt von Franz Keller in der Hauptrolle des Diät-Patienten, in dessen Zimmer die Irrungen und Wirrungen stattfinden. Dort macht er Diätspezialistin Erika (Margit Schmid) Avancen, versucht seiner Frau Marianne (Monika Kober) aus dem Weg zu gehen und vor allem seine geheimen Süßigkeitenvorräte vor Chefärztin Dr. Schmalkopf (Jutta Blösch) zu verstecken.

Keine leichte Aufgabe, aber auch ein großes Vergnügen für das Publikum, das im Laufe des Lustspiels von Stanley Price so einiges an raffinierten Aufbewahrungsorten für Schokoriegel und Kartoffeln zu sehen bekommt. Gar nicht leicht macht es Amadeus Fischer, dass Mitpatient Georg Manning (Hermann Jehle) auch der Hunger plagt und sich ebenfalls in Fischers Zimmer auf die Suche nach Essbarem macht.

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Doch das ist alles nichts gegen das Unheil, das draußen vor dem Fenster der Diätklinik lauert: Markus Lecheler fügt mit seiner Interpretation des Schwerverbrechers Karl Brauneder der Liste seiner vielen Dialekt-Rollen eine weitere hinzu. Der Gangster auf der Flucht mit österreichischem Schmäh zieht bei Amadeus Fischer ein und will natürlich auch verköstigt werden. Dem armen Patienten bleibt nichts übrig, als seine Essens-Beutezüge auszudehnen, denn der titelgebende Joghurt allein reicht halt nicht für zwei. Das führt zu urkomischen, mit viel Liebe fürs Detail inszenierten Szenen, wenn der findige Amadeus unter den Augen von Diätköchin Bärbl Strobel Essen klaut oder der Bösewicht vor Kommissar Kalmus (Roland Marz) versteckt werden muss. Wie der Diätpatient da wieder herauskommt, sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Regie wird im Team geführt

Verraten darf man dagegen, wer für den Rahmen der Aufführung gesorgt hat: Urban Jakob und sein Team bauten und gestalteten erneut die aufwendigen Kulissen, Gertrud Jenuwein und Claudia Marz mit ihrem Team sind für die Maske verantwortlich. Im Souffleurkasten ist dieses Jahr Karin Würfel für den reibungslosen Ablauf zuständig.

Einen einzelnen Regisseur gibt es in Breitenthal wie immer keinen – das Team gestaltet die Inszenierung wie schon in den Jahren zuvor gemeinsam. Ein Rezept, das sich bewährt hat.

Weitere Spieltermine sind am Freitag, 11. November, 20 Uhr, Samstag, 12. November, 20 Uhr, Sonntag, 13. November, 19 Uhr, Freitag, 18. November, 20 Uhr, Samstag, 19. November, 20 Uhr, und Sonntag, 20. November, 19 Uhr im Vereinsheim Breitenthal. Karten gibt es im Vorverkauf montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr unter Telefon (0162) 4849667 (keine SMS).

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