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Krumbach

25.10.2016

Auszeichnung für den Krumbacher Versöhner

Der Krumbacher Erwin Vollerthun wurde für seinen Einsatz für die deutsch-polnische Verständigung mit dem Europäischen Bürgerpreis ausgezeichnet. Unser Bild zeigt von links den CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein, CSU-Bezirksrätin Stephanie Denzler, den CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber, Erwin Vollerthun mit Frau Malgorzata, Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer, den früheren CSU-Landtagsabgeordneten Professor Karl Kling sowie die CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Hans Reichhart und Alfred Sauter.
Bild: Peter Bauer

In einer Zeit, in der Europa immer kritischer gesehen wird, setzt Erwin Vollerthun auf Ausgleich und Verständigung. Das wird mit einem besonderen Preis gewürdigt.

Kein Zweifel, überzeugte Europäer verspüren in diesen Tagen so manchen Frust. Das Gerangel um das Ceta-Freihandelsabkommen ist dafür nur ein Beispiel. „Manchmal hat man das Gefühl, die EU ist eine Union ohne Europäer“, sagt der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Dass Europa aber nach wie vor auch eine andere Dimension hat, dass der europäische Gedanke Menschen eindrucksvoll zusammenführen kann, wurde am Montagvormittag im Krumbacher Rathaus deutlich. Dem Krumbacher Erwin Vollerthun wurde für seinen Einsatz für die deutsch-polnische Verständigung der Europäische Bürgerpreis verliehen (wir berichteten). Im Sitzungssaal des Rathauses wurde dies jetzt noch einmal im Rahmen einer Feierstunde gewürdigt.

Vollerthun, vielen auch bekannt durch seine berufliche Tätigkeit bei der Firma Faist, ist 1954 in Krumbach geboren, doch seine familiären Wurzeln liegen in Westpreußen (väterlich) und in Ostpreußen (mütterlich). Seit 1945 sind diese Gebiete polnisch. 1985 zog es Erwin Vollerthun zum ersten Mal ins Land seiner Eltern. Er kam als Versöhner und im Lauf der Jahrzehnte hat er zahlreiche Hilfs- und Spendenaktionen organisiert. Bei den Fahrten nach Polen lernte er seine spätere Frau Malgorzata, Jahrgang 1968, kennen. Seit 1990 lebt das Paar gemeinsam in Krumbach und hat eine Tochter. Mit seinen versöhnlichen Tönen wurde Vollerthun in Polen zum anerkannten Förderer der Völkerverständigung und mehrfach dafür ausgezeichnet.

„Er ist ein Brückenbauer der Freundschaft“, sagt der ehemalige Landtagsabgeordnete Professor Karl Kling bei seiner Rede während der Feierstunde im Krumbacher Rathaus. Kling hat Vollerthun für die Verleihung des Europäischen Bürgerpreises vorgeschlagen. Markus Ferber griff diese Initiative auf und brachte den Vorschlag offiziell ein.

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Dieser Preis wird seit dem Jahr 2008 vom Europäischen Parlament verliehen, jedes Jahr gibt es insgesamt 50 Preisträger, Vollerthun ist einer der fünf deutschen Preisträger. Offizielle Veranstaltungen zur Preisverleihung gab es bereits in Berlin und Brüssel. Nun folgte die Feierstunde im Krumbacher Rathaus.

„Im Moment kommt es uns so vor, als ob das europäische Projekt an allen Enden bröckelt. In solchen Zeiten sind Menschen wie Erwin Vollerthun unglaublich wichtig“, betont der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber in seiner Ansprache. Bei Vollerthun stehe das persönliche Gespräch mit den Menschen im Vordergrund. In den letzten 15 Jahren habe Vollerthun rund 30000 Euro an Spenden für wohltätige Zwecke in der Stadt Elbing gesammelt. Diese kamen unter anderem der Stiftung Elbing oder der Caritas-Armenküche zugute.

In einer Phase, in der in Europa oft das Trennende betont werde, stelle Erwin Vollerthun das Gemeinsame in den Mittelpunkt. Und gerade in einer Zeit, in der sich die Beziehung zur Zentralregierung in Polen schwierig gestalte, seien persönliche Begegnungen wichtig. Dafür stünden die Initiativen von Erwin Vollerthun.

Reden sei das eine, Handeln das andere. Die Arbeit von Erwin Vollerthun zeige dies exemplarisch, hebt Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer hervor. Vollerthun leiste einen wichtigen Beitrag, damit Menschen sich verstehen. Fischer: „Mich freut es, solche Mitbürger zu haben.“

Karl Kling nennt Vollerthun einen „Pfadfinder für die Verständigung Europas. Ein Mann aus dem Volk, der für Solidarität, Toleranz und Frieden steht.“ Kling: „Ich ziehe vor solch einem Mitbürger meinen Hut.“ Es gelte, neue Mauern in Europa zu verhindern und auf das Miteinander zu setzen.

In seinen Dankesworten blickte Erwin Vollerthun unter anderem zurück auf seine zahlreichen Hilfsaktionen in den vergangenen Jahrzehnten. Auch er hofft, dass in Europa das Miteinander wieder stärker in den Vordergrund rückt. Erwin Vollerthuns persönlicher Einsatz steht dafür.

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