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Krumbach

27.01.2019

Bayerische Gaudi als mehrgängiges Menü in Krumbach

Alleinunterhalter Vogelmayer in Aktion während seines Auftritts im Krumbacher Gasthof Munding.
Bild: Thomas Niedermair

Der Alleinunterhalter Vogelmayer serviert im Krumbacher Gasthof Munding eine herzhafte Komik-Mischung.

Auf annähernd 1000 Auftritte (seit 2003) kann der niederbayerische Komödiant und Liedermacher Vogelmayer zurückblicken. Mit seinem aktuellen Programm „Dahoam – 15 Jahre Vogelmayer“ gastierte der aus Straubing stammende Alleinunterhalter im Gasthof Munding in Krumbach. Den mehr als 100 erwartungsfrohen Gästen im ausverkauften Saal kredenzte er eine insgesamt zünftig-kurzweilige Gaudi in mehreren Blöcken. Kulinarisch genussreich abgerundet wurde das kunterbunte Komik-Programm durch das Gastroteam mit einem schmackhaften bayerischen Schmankerl-Menü in drei Gängen.

Der Vogelmayer, der eigentlich Thomas Mayer heißt und 1981 in Straubing das Licht der niederbayerischen Welt erblickte, scheint für die Bühne geboren zu sein. Von Beginn an trat er in den interaktiven Dialog mit den Gästen, begrüßte persönlich den Jüngsten im Publikum, einen 13-Jährigen („Gell, freiwillig bist du net mitkemma?“), und warnte zartbesaitete Besucher vorsorglich vor dem, was auf sie zukommen würde („I tret überall bloß oamal auf und fang glei mit dem Finale an“). Dann legte er los – mit Gitarre und in Lederhose und „Dahoam“-T-Shirt – und präsentierte seine unterhaltsame Mischung aus Liedern, Witzen, Wortverdrehungen und humorvollen Einblicken in die bajuwarische Seele, die sich trotz aller lokal- und weltpolitischer Probleme eine gewisse Unerschütterlichkeit bewahrt zu haben scheint. Bei seinem herzhaft-komischen, gelegentlich auch derb-krachigen Rundumschlag schonte er nichts und niemanden, widmete sich (im Lied „Vogelmayer – eins, zwei, drei“) selbstgefälligen Politikern und gierigen Waffenhändlern und attackierte Taliban-Terroristen und andere gefährliche „Spätzünder“.

Vor allem aber hatte der Vogelmayer, der „das G10-Abitur gemacht hat“, ein großes Repertoire an Witzen auf Lager - von grobmaschig-rustikal bis zu subtil-doppelbödig - und machte sich über die „Depperten“ aus aller Welt lustig. Neben manch Altbekanntem (Witze über Pfarrer und Beamte) wurden den Gästen amüsante Informationen über „einen Meter vierzig breite Oberpfälzer Bedienungen“, über „niederbayerische Asylanten in Brandenburg“ und über „Hinterwoidler vom Boarischen Woid“ geliefert. Nur Komplimente hatte der Charmeur für das Munding-Personal, „hübsche, fleißige schwäbische Madeln“, übrig.

Zu erfahren war außerdem, warum Araber nicht gerne Schach spielen: „weil sich die Dame dabei frei bewegen kann“. Fast schon besinnlich wurde es beim Lied „Dahoam“, einer stimmungsvollen Huldigung an die Heimat („Dahoam, des is a Gfui“), und bei einer gesungenen und gejodelten Hommage an den „Sound der Waldler“. Bissigen Seitenhieben auf Nord- und Ostdeutsche, auf Afrikaner und Türken, auf Amis und Österreicher, folgte die selbstironisch vermittelte Erkenntnis, dass „ein Bayer auch bloß der gescheiterte Versuch sei, aus einem Österreicher einen Deutschen zu machen“.

Wer zerknittert zur Arbeit kommt

Wertvolle Lebenshilfe („Wer am Montag zerknittert zur Arbeit kommt, hat a ganze Woch’ lang Zeit, sich zu entfalten“), aufschlussreiche Beobachtungen bei einem Schützenverein („Motto: Schießen lernen – Freunde treffen!“) und tiefe Einblicke in Vogelmayers Tätigkeit als Initiator der „Wahl zur Bayerischen Goaßmaß-Königin in Straubing“ strapazierten die Lachmuskeln der Besucher.

Der humoristische Frontalangriff auf die heutzutage oft erschlaffte Lachmuskulatur kam bei den Gästen in Krumbach sehr gut an und wurde mit stürmischen „Zugabe“-Rufen belohnt. Der Vogelmayer berücksichtigte, „dass die Schwaben am Ende das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr wichtig nehmen“, und präsentierte zum Finale noch ein schönes Gedicht aus seinem Buch „Gaudi zum Beruf machen“, dem literarischen Debütwerk des „Bayerischen Goaßmaß-Botschafters“.

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