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Zeitgeschichte

15.10.2013

Bayern positiv verändert

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Posthum geehrt wurde beim Schwäbischen Vertriebenentag in Krumbach der Gründer der Bezirksgruppe Schwaben und der Kreisgruppe Krumbach der Sudetendeutschen Landsmannschaft vor 65 Jahren, Dr. Richard Steinbrenner. Die Ehrung nahm sein Sohn Dr. Sepp Steinbrenner (links) zusammen mit Sohn Roman von Schwartzenberg, Enkel Maximilian sowie Anna Steinbrenner (Frau von Sepp Steinbrenner) entgegen.

Die Aufbauleistung der Vertriebenen wird im Stadtsaal gewürdigt. Mehr Unterstützung aus Berlin gefordert

Krumbach Es ist dem damaligen Neu-Krumbacher Dr. Richard Steinbrenner zu danken, dass in diesen Tagen der sudetendeutsche Ortsverband sein 65-jähriges Bestehen feiern kann. Gegründet am 28. Oktober 1948 war er die erste Vertriebenenorganisation in Schwaben, dem erst ein halbes Jahr später, am 26. März 1949, ebenfalls in Krumbach, die Bildung der Bezirksgruppe Schwaben folgte. Für die Sudetendeutsche Landsmannschaft Anlass, dieses Doppeljubiläum mit einem Schwäbischen Vertriebenentag zu feiern und gleichzeitig Dr. Steinbrenner besonders zu ehren.

Für den Vorsitzenden des bayerischen Bundes der Vertriebenen (BdV) Christian Knauer war die Feierstunde im Stadtsaal der Ort zu einem Appell. Die Landsmannschaften hätten auch in Zukunft die Aufgabe, „die Öffentlichkeit aufzurütteln, zu sensibilisieren und damit vielen anderen Menschen das Schicksal zu ersparen, das die Deutschen im Osten damals erleben und erleiden mussten“. Für den Europa-Abgeordneten Markus Ferber ist es wichtig, die Bemühungen um mehr Verständnis für die Anliegen der Vertriebenen zu verstärken und auch für den BdV-Bezirksvorsitzenden Reinhard Pachner ist der Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte von grundlegender Bedeutung, wobei er als Schlagwort „Lampedusa“ nannte.

Zahlreiche Vertriebene und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kamen zum Vertriebenentag, den die Thannhauser Saitenmusik Zimmermann-Wejda und die Familienmusik Held musikalisch umrahmten. Eine Gruppe Siebenbürger Sachsen aus Günzburg marschierte in Tracht auf.

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Grundlage für ein neues Zusammenwirken

Schirmherr Ferber eröffnete sein Grußwort mit dem Hinweis, dass die zwei Millionen nach Bayern gekommenen Vertriebenen das Land „positiv verändert“ hätten. Erfreut zeigte er sich, dass die politischen Bemühungen um mehr Verständnis in den osteuropäischen Ländern inzwischen eine Grundlage für ein neues Zusammenwachsen erreicht habe. SL-Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber erinnerte daran: „Mehr Unterstützung für die Belange der Vertriebenen wäre auch aus Berlin wünschenswert.“

Dank sagte Landrat Hubert Hafner den Landsmannschaften, seien es doch sie, „die Traditionen aus der alten Heimat erhalten und an die nächsten Generationen weitergeben“. Als „historischen Ort“ bezeichnete Bürgermeister Hubert Fischer den Stadtsaal und meinte damit das dort in den Nachkriegsmonaten untergebrachte Auffanglager.

Der Landesvorsitzenden Christian Knauer brachte in Erinnerung, dass das ursprünglich große Ziel, wieder in die angestammte Heimat zurückkehren zu können, nicht erreicht worden sei. Jedoch habe sich die SL-Kreisgruppe maßgeblich für die Eingliederung ihrer Landsleute eingesetzt.

Knauer wünscht sich einen landesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Darüber hinaus nannte er weitere Anliegen. So dürfe den deutschen Zwangsarbeitern die Anerkennung eines Sonderopfers nicht länger verwehrt bleiben, wobei für ihn wichtig ist: „Es geht uns nicht ums Geld, vielmehr um eine Geste der Solidarität.“ Er sprach sich für mehr Solidarität mit den nunmehr zu kleinen Minderheiten gewordenen Resten der einstigen deutschen Volksgruppen in Osteuropa aus.

In stiller Trauer verharrten alle stehend beim ökumenischen Totengedenken durch Stadtpfarrer Josef Baur und Pfarrer Friedhelm Müller von der evangelischen Kirchengemeinde Thannhausen. Gleiches galt beim Singen der Bayern-, Sudeten- und Deutschlandhymne.

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