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16.07.2010

Behindert ja, ausgegrenzt nein

Thannhausen Wann sind Menschen behindert? Wie mit ihnen umgehen? Bereits zum zwölften Mal hat die Christoph-von-Schmid-Realschule als selbstverständlich praktiziert, was Bundespräsident Wulff jüngst eingefordert hat: Akzeptanz und den Willen zur Integration Behinderter in die Gesellschaft. 145 Schüler der zehnten Klassen machten neue, überraschende und sehr positive Erfahrungen. Die überaus diffizile Durchführung der so umfang- wie einfallsreichen Veranstaltung lag wie in den Händen des Initiators und Koordinators Hans-Siegfried Schmid, ehemals Konrektor an der Thannhauser Realschule.

Dank des verständnisvollen Entgegenkommens von Konrad Bestle, Rektor des Förderzentrums für geistige Entwicklung, und Wolfgang Münzer, dem Leiter aller Werkstätten für behinderte Menschen, durften die Realschüler im Behindertenzentrum Ursberg gruppenweise am ersten Projekttag den Berufsschulalltag miterleben und intensiven Einblick nehmen in Unterbringung und individuelle Betreuung schwerstbehinderter Kinder in der Wohngruppe St. Martin. Nicht nur zu beobachten, sondern selbst Hand anzulegen war ihnen erlaubt in den Werkstätten von St. Simpert, St. Wolfart und St. Maria.

Anderntags widmeten sich an der Realschule die Thannhauser Lehrer und Schüler den Besuchern aus Ursberg mit mannigfachen Angeboten: mit Vorträgen über Gehörlose, Erfahrungen von Müttern mit behinderten Kindern, Rollstuhl-Sport, Fußball, Musik, Kunst und Werken oder mit Verzehr der gemeinsam fabrizierten Kässpatzen: alles ohne Berührungsängste in heiterer, unverkrampfter Atmosphäre auf beiden Seiten.

Fächerübergreifende Informationen, Dia- und Power-Point-Präsentationen sowie intensive Klassengespräche hatten die Schüler schon im Vorfeld der Projekttage sensibilisiert für die tief greifende Problematik des Behinderten-Daseins und die spezielle Verantwortung der Gesunden, deren Wohlbefinden aber ebenfalls keiner dauernden Garantie unterliegt. (ferr)

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