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04.06.2009

Beinahe-Eklat im Thannhauser Stadtrat

Thannhausen Beinahe wäre es in der jüngsten Stadtratssitzung zu einem Eklat gekommen: Grund war eine verbale Attacke von Dr. Markus Wilhelm (CSU). Er behauptete, dass die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt "bewusst gelinkt" worden wären. Daraufhin ging Bürgermeister Georg Schwarz an die Decke: "Das ist eine Unverschämtheit. Das lass' ich mir nicht bieten." Wilhelm nahm seine Äußerung später zurück und entschuldigte sich. "Es kann sein, dass ich übers Ziel geschossen bin", sagte er. Seinen Standpunkt behielt er jedoch - er habe das Gefühl, dass zu viele Stadträte in den Dialog involviert gewesen seien und damit die Meinungsbildung beeinflusst hätten.

Einen Schlussstrich unter die alten, erneut aufgewärmten Diskussionen um die Standortfrage, den Bürgerentscheid im Januar 2008 und das Ergebnis des Bürgerdialogs zog Stadtrat Gerd Olbrich ( SPD): "Einwürfe wie von Wilhelm vergiften die Atmosphäre. Auf dieser Basis kann man nicht weiter arbeiten." Niemand sollte mehr versuchen, an neuen Fragen alte Schlachten auszufechten. Ins selbe Horn stieß Bernhard Maurmeir (FW): Der Bürgerwille werde im Augenblick sehr strapaziert. Es gehe nicht darum, den Bürger und dessen Votum beim Bürgerentscheid vor einem Jahr "zu linken", sondern eine gangbare Lösung zu verwirklichen. Dabei spielten freilich auch die Kosten eine Rolle.

Und die sind am geringsten, wenn der alte Engel-Bräu abgerissen und in seiner historischen Optik wieder errichtet wird. Das hatte eine Untersuchung von Kling Consult ergeben. Bürgermeister Schwarz zeigte alte Ansichten der Brauerei, als im Obergeschoss noch hohe Fenster eingebaut waren. Genau dieses Bild könnte einem Architekten mit der Bitte um ein Angebot geschickt werden, fand CSU-Stadtrat Herbert Fischer. Wozu sei ein Architektenwettbewerb und eine Auslobung notwendig? Schwarz zeigte ein Beispiel aus Donauwörth, wo aus altem, marodem Gemäuer in Kombination mit moderner Architektur ein ansehnliches Hotel entstanden war - ein Architekt sei gerade für die Nahtstelle wichtig. In Thannhausen ist sie der Übergang vom Brauerei-Hotel-Hauptgebäude zum alten Sudhaus, das durch einen modernen Zwischenbau ersetzt werden und sich zum Raiffeisenplatz hin öffnen könnte.

Ein Architekt soll in einem freien Wettbewerb gefunden werden. Die Stadträte entschieden sich für acht Kandidaten, die nach den Vorgaben des Stadtrats Entwürfe abliefern sollen. Auch ein Modell gilt es zu erstellen. Am Ende entscheidet der Stadtrat und stellt die Variante der Verwaltungsgemeinschaft vor - sie ist der Bauherr des Verwaltungsgebäudes.

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