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Thannhausen

26.04.2017

Bekommt Thannhausen einen Waldkindergarten?

Immer draußen: In einem Waldkindergarten sind die Kinder fast ausschließlich im Freien unterwegs. In Thannhausen ist es noch offen, ob dieses Betreuungskonzept umgesetzt werden kann.(Symbolfoto)
Bild: Carsten Rehder/dpa

Mehrere Eltern wollen sich dafür einsetzen und mit einer Informationsveranstaltung für das Projekt werben. Im Stadtrat muss bald eine Entscheidung gefällt werden.

Bis zum Herbst 2017 soll das Kinderbetreuungsangebot der Stadt Thannhausen um 15 Krippenplätze erweitert sein. Mit dem Träger, der katholischen Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt, und dem Personal des Kindergartens St. Vinzenz wurde eine Übergangslösung entwickelt, die es ermöglicht die zusätzlichen Betreuungsplätze anzubieten. Die Arbeiten liegen im Plan.

Bereits als der Stadtrat seine Beschlüsse dazu fasste, war klar, dass dieser Zustand nur von kurzer Dauer sein kann. Die Maßnahme lässt sich zwar schnell umsetzen, ist aber mit einer Investitionssumme von 110000 Euro nicht ganz günstig. Manche Stadträte mussten angesichts der Summe erst einmal kräftig schlucken. Darüber hinaus genehmigt das Landratsamt diese Übergangsregelung lediglich für zwei weitere Jahre, was den Handlungsdruck auf die Stadt erhöht. Denn noch immer ist unklar, wie eine dritte Kinderbetreuungseinrichtung aussehen soll, oder ob sich überhaupt eine Mehrheit für einen dritten Kindergarten findet. Im Haushalts- und Finanzplan bis 2019 sind zwar schon Mittel im Umfang von rund 1,6 Millionen Euro festgeschrieben, in trockenen Tüchern ist derzeit aber noch gar nichts.

Zwei Mütter wollen das Projekt vorantreiben

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Unterdessen wurden zwei Mütter im Rathaus vorstellig, die das Projekt eines Waldkindergartens weiter vorantreiben wollen. Die beiden Frauen aus Thannhausen und Balzhausen wollen dazu im Mai eine Informationsveranstaltung abhalten, die auch der Bürgermeister besuchen will. Er verweist allerdings im Gespräch mit unserer Zeitung noch einmal auf den Standpunkt der Stadt, die nicht die Trägerschaft für einen Waldkindergarten übernehmen will. Schwarz persönlich steht dem Konzept skeptisch gegenüber. Keine Frage, für die Stadt sei ein Waldkindergarten die günstigste Lösung, da die Investitionskosten für einen voll eingerichteten Kindergarten wegfallen würden. Doch Schwarz gibt zu bedenken, dass das, was einen Kindergarten richtig teuer macht, vor allem die Personalkosten sind. Und die bleiben auch beim Waldkindergarten letztlich an der Stadt hängen. Wenn man zudem den Blick auf das neue staatliche Förderprogramm mit Zuschussmöglichkeiten von mehr als 70 Prozent der Investitionssumme richte, seien die Kosten für einen Kindergartenneubau gar nicht mehr so dramatisch.

Schwarz würde den Vorschlag einer anderen Mutter bevorzugen, die einen Naturkindergarten ins Gespräch gebracht hat. Dabei sollen die Kinder zwar einen Großteil der Betreuungszeit – mindestens drei Tage – in der freien Natur verbringen, aber dennoch ein festes Haus mit kompletter Ausstattung haben, in das sie sich mit ihren Erziehern bei schlechter Witterung oder zu anderen Anlässen zurückziehen können. In Babenhausen gebe es bereits einen solchen Kindergarten, sagt Schwarz und betont: „Dieses Modell entspricht auch dem, was ich mir vorstelle.“ Er halte eine Mischung, die die Vorteile beider Betreuungsmodelle vereint, für die bessere Option als die Wahl zwischen zwei Extremen.

Die Besuche der drei Frauen zeigten jedenfalls, so Schwarz, dass „die Eltern das Thema draußen intensiv diskutieren“. In dem Dilemma, eine Entscheidung zu fällen, steckt nun der Stadtrat. Denn eines ist für Schwarz klar: „Wenn wir uns für das eine entscheiden, ist das andere tot.“

Er pocht aber darauf, dass bald Bewegung in die Angelegenheit gerät. Nach der Informationsveranstaltung zum Waldkindergarten will Schwarz das Thema im Juni erneut im Stadtrat auf die Tagesordnung setzen. „Dann muss endlich eine Entscheidung her.“

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