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Ziemetshausen

22.11.2019

Besonderes Ziemetshauser Finale für Anton Birle

Für Anton Birle war es die letzte Bürgerversammlung in seiner Amtszeit als Bürgermeister in Ziemetshausen (seit 2002).
Foto: Sammlung Birle

Breite Themenpalette bei der Bürgerversammlung in der Taferne. Für Bürgermeister Birle, der 2020 nicht mehr kandidiert, ein sehr spezieller Abschluss.

Nahezu voll besetzt war der Festsaal der Taferne, als Bürgermeister Anton Birle die letzte Bürgerversammlung seiner Amtszeit (er ist seit 2002 Bürgermeister) leitete. Traditionell standen zunächst Zahlen aus dem Rathaus im Vordergrund: Die Marktgemeinde hat derzeit 3141 Einwohner, Ziemetshausen selber beherbergt deren 1857. Knapp zwei Drittel der Bürger leben im Erwerbstätigenalter bis 65 Jahre, Türkische und rumänische Staatsangehörige bilden den größten Anteil in einem Mix von mehr als einem Dutzend Nationalitäten am Ort. Bislang wurden in 2019 15 Ehen geschlossen, 31 Geburten stehen 25 Sterbefälle gegenüber.

Birle referierte auch umfassend über die finanzielle Lage der Marktgemeinde. Der Schuldenstand ist in diesem Jahr auf 753000 Euro zurückgegangen, die pro Kopfverschuldung beträgt somit nur noch knapp 244 Euro.

Im Kindergarten Märcheninsel sind in acht Gruppen mit 144 Kindern untergebracht. Die Grundschule besuchen 112 Kinder in sechs Klassen, 43 Kinder genießen Ganztagsbetreuung. Je Schüler invest-iert die Marktgemeinde 1591 Euro, für die 64 Schüler der Mittelschule in Thannhausen jeweils einen Tausender mehr, nämlich 2561 Euro.

Der neue Marktplatz sei nahezu fertig, die Gestaltung des Pavillons lasse noch Wünsche offen, die nach Aussage von Bürgermeister Birle aber Schritt für Schritt realisiert werden sollen.

Der Umbau des Rathauses mit Aufzug als barrierefreiem Zugang sei abgeschlossen, die Außenanlagen mit Parkplätzen und Begrünung stehen noch aus. Das Wohnbaugebiet Allgäustraße sei drei Jahre nach Beginn der Erschließungsmaßnahmen nahezu zur Hälfte bereits bebaut. Zum Gewerbegebiet Ziemetshausen-Ost könnten bis Ende des Jahres Einzelheiten zur Gestaltung genannt werden. Der westlich gelegene Bereich solle dabei einen Lebensmittelbetrieb, Tankstelle und Ähnliches beinhalten. In nahezu allen Ortsteilen wurden zahlreiche kleinere Baumaßnahmen durchgeführt. Der Friedhof in Schönebach erhielt eine neue Mauer, es wurde ein Platz für Urnengräber angelegt, das Kriegerdenkmal restauriert. Im Friedhof in Ziemetshausen ist ein Urnenring für entsprechende Beisetzungen geschaffen worden. Der schmale Fußweg vom reparaturbedürftigen Zusamsteg an der Zusammühle bis zum Lindenweg wird in Kürze zum sicheren Schulweg ausgebaut,

Ein leidiges Thema ist der Breitbandausbau für den Zugang zum schnellem Internet. Teilbereiche von Ziemetshausen und etliche Ortsteile seien noch nicht angeschlossen. Die Deutsche Telekom habe vor geraumer Zeit mitgeteilt, dass die Arbeiten bis zu drei Jahre auf Erfüllung warten müssten. So konnte das Gemeindeoberhaupt einem Bürger in Lauterbach als äußersten Termin lediglich den Mai 2022 in Aussicht stellen.

Zum Zusammarkt „ZuMa“ sei zu beklagen, dass für ausreichende Wirtschaftlichkeit noch immer etliche Prozente an Umsatzwachstum fehlen würden. Die Marktgemeinde als Mitgesellschafter wolle sich dennoch nicht aus der Verantwortung stehlen, so Birle, und werde ihre Unterstützung fortführen. Wie oben erwähnt, werde sich bei Ausgestaltung des neuen Gewerbegebietes im Osten der Gemeinde ohnehin eine neue Möglichkeit der Lebensmittelversorgung ergeben. Birle ging in seinen weiteren Ausführungen auch auf die zahlreichen jetzt in der Marktgemeinde anstehenden Veranstaltungen wie zum Beispiel den Christkindlesmarkt ein.

Bürgermeister bittet um Verständnis

Zu den bereits genannten Themen wie Marktplatz und Breitbandausbau wurde in der Aussprache neuerlich die Trinkwasserversorgung von Schönebach mit gechlortem Wasser aus Dinkelscherben angesprochen. Bürgermeister Birle kann für die Situation nur um Verständnis und weiterhin Geduld bitten, für eine schlussendliche Lösung durch den Markt Dinkelscherben und den Kreis Augsburg könne noch kein Termin genannt werden.

Bürgermeister Anton Birle dankte seinen Stellvertretern, den Mitgliedern des Marktgemeinderates, den Mitarbeitern in der Verwaltung, aber auch den Mitbürgern für ihre tatkräftige Unterstützung.

2. Bürgermeister Michael Maier nannte Anton Birle einen Glücksfall, der die typischen schwäbischen Eigenschaften wie Bodenständigkeit, Sparsamkeit und gesunden Menschenverstand wie kaum ein Zweiter verkörpere. Er erwähnte aber auch Manfred Krautkrämer, dem Ziemetshausen viel zu verdanken habe. Rückblickend auf seine jetzt endende 24 jährige Tätigkeit im Gemeinderat nannte Maier ein Zitat, das besonders für Ziemetshausen zutreffe: „Man soll zufrieden sein, wenn man zufrieden sein kann!“ Viel Beifall der Anwesenden beendete so eine wieder harmonisch verlaufene Bürgerversammlung.

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