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Landkreis/Kammeltal

19.07.2016

Biotopbäume gehören in jeden Wald

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2 Bilder
Eine über 100-jährige Buche in der Egenhofer Flur ist der erste gekennzeichnete Habitatbaum im Landkreis. Das Schild befestigten (von links) Waldbesitzer Wilhelm Baumeister, Kay Reiff von der Forstbetriebsgemeinschaft und Peter Schaffner vom Amt für Landwirtschaft.
Bild: Hans Bosch

Warum auch Privatwaldbesitzer jetzt  an die nächste Generation denken sollten. Eine Aktion für den Naturschutz.

Viele Waldwanderer wundern sich über eine vom Sturm gefällte, oft 100-jährige Eiche oder Buche, die nicht aufgearbeitet wird und samt Krone liegen bleibt, bis sie im Verlauf eines Jahrzehnts vermodert. „Der Stamm und die dicken Äste gäben doch bestes Brennholz“, hört man sie sagen. Im Prinzip haben sie recht. Und doch ist dieses „Totholz“ in der heute üblichen nachhaltigen Waldbewirtschaftung ein wichtiger Teil, um späteren Generationen die biologische Vielfalt und die Vitalität unserer Wälder zu erhalten.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Günzburg-Krumbach (FBG), die im Landkreis rund 10 000 Hektar Privat-, Rechtler- und Kirchenwald bewirtschaftet, will ihren Beitrag dazu leisten und weiß das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) an ihrer Seite. Beide sind bemüht, dem auf der Ministerkonferenz 1993 in Helsinki aufgestellten Programm zumindest im Landkreis Rechnung zu tragen, und rufen alle Privatwaldbesitzer auf, sich daran zu beteiligen. Die wichtigsten Kriterien sind: die Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen, das Bemühen um Gesundheit und Vitalität unserer Wälder und die Verbesserung ihrer biologischen Vielfalt.

Was kann der private Waldbesitzer tun? Dazu FBG-Geschäftsführer Kay Reiff: „Jeder sollte pro Hektar wenigstens einen Biotopbaum stehen oder liegen lassen, der dem Specht und anderen Waldbewohnern wie Fliegen, Spinnen sowie Kleintieren als Wohnung dient.“ Es kann sich dabei um einen stehenden, mindestens 60 Jahre alten Laubbaum, einen lediglich mehrere Meter hohen Baumstumpf oder eine vom Sturm gefällte alte Buche handeln. Der sogenannte Habitatbaum sollte auch wegen der Gefahr des Umfallens nicht unbedingt am Wegrand stehen.

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Pro Hektar zehn Festmeter Totholz liegen lassen

Für den Staatswald bedeute dies, so Peter Schaffner vom Landwirtschaftsamt, dass pro Hektar rund zehn Festmeter als Totholz stehen oder liegen bleiben. „Das wird von uns schon seit Jahren praktiziert“ sagt der Forstberater. So eng will Reiff die Grenze nicht ziehen. Und doch: „Beim Mischwald ist dies auch auf kleinen Flächen möglich, beim reinen Fichtenbestand sollte man darauf hinarbeiten.“ Als Fazit bleibt aber: Der Spaziergänger wird sich an das Totholz gewöhnen müssen.“

Als „Schmankerl“ bietet die FBG jedem Waldbesitzer kostenlos ein kleines Schild, das einen Specht bei seiner Arbeit am Baum zeigt. Will er sich sichtbar an dieser europäischen Aktion beteiligen, so liegt für ihn im Büro der Waldbesitzer-Selbsthilfeeinrichtung im Wettenhauser Klosterhof ein solches Kennzeichen bereit. Mehr noch: Die Fachleute informieren jeden Waldbesitzer über die verschiedensten Fragen der nachhaltigen Forstbewirtschaftung und Holzverwertung.

Einer der ersten „Nutznießer“ dieser Aktion war der FBG-Vorsitzende Wilhelm Baumeister (Kammeltal/Behlingen), der in seinem Privatwald in der Egenhofer Flur das Schildchen anbringen ließ. „Sein“ Biotopbaum ist eine über 100 Jahre alte Buche, die in rund 15 Metern Höhe einem Specht als Wohnsitz dient. Von diesem ist allerdings nur der Eingang zur Nisthöhle sichtbar.

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