Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Blaue Tonne: Zukunft ist noch ungewiss

22.06.2009

Blaue Tonne: Zukunft ist noch ungewiss

Landkreis Wie geht es mit der "blauen Tonne" im Landkreis weiter? Wie im überregionalen Teil unserer Zeitung berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, Entsorgung und Verwertung von Abfall - und damit auch die von Altpapier - seien ausschließlich Sache der Kommunen. Hierzulande ist das der Landkreis.

In einigen Städten - etwa in Ichenhausen - hat eine Privatfirma "blaue Tonnen" aufgestellt. Sie entsorgt und verwertet das Altpapier auf eigene Rechnung. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist damit Schluss, falls der Landkreis Günzburg das fordert.

Ausnahmefall Kompost

Denn die obersten Verwaltungsrichter haben erklärt, dass Privatpersonen generell nicht das Recht haben, "Dritte" mit der Abholung und Verwertung von Wertstoffen zu beauftragen. Jeglicher Abfall gehört laut Gesetz der Kommune - eine Ausnahme machen nur Grünabfälle, die auf dem eigenen Komposthaufen entsorgt werden dürfen.

Blaue Tonne: Zukunft ist noch ungewiss

Heißt: Der Landkreis Günzburg kann, muss aber nicht die Altpapierentsorgung durch Privatfirmen verbieten. Seit geraumer Zeit gibt es in einigen Städten und Gemeinden des Landkreises eine weitere Variante der Entsorgung und Verwertung von Altpapier: die "Blaue Vereinstonne". Die Günzburger Firma Gröger und die jeweils örtlichen Vereine stellen die "Blauen Tonnen" auf Wunsch vor die Haustür, das Altpapier wird abgeholt und von der Firma Gröger verkauft. Ein Teil des Erlöses geht an die Vereine für deren (Jugend-)Arbeit.

Das ist zum Beispiel in Günzburg so, auch in Ichenhausen. Etwa die dortige Kolpingfamilie hat mit der Firma Gröger einen Vertrag abgeschlossen und ist hoch zufrieden, wie Vorsitzender Albert Seiler gegenüber der Mittelschwäbischen Nachrichten sagte. "Gröger ist ein verlässlicher Partner und zahlt weiter den vereinbarten Preis, obwohl die Verkaufserlöse seitdem gesunken sind."

Hat das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auch Konsequenzen für die "blaue Vereinstonne"? Karl Schmid, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises, erklärte auf Nachfrage, derzeit könne noch gar nichts Definitives gesagt werden. Wie andere Kommunen, so warte auch der Landkreis Günzburg erst die schriftliche Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig ab. Die werde in den nächsten zehn bis 14 Tagen erwartet, sagte Schmid. Anschließend werde man sich mit den kommunalen Spitzenverbänden beraten.

In der Schwebe

Die Entsorgung und Verwertung von Altpapier im Landkreis ist auch insoweit in der Schwebe, als der Vertrag des Abfallwirtschaftsbetriebes mit der bisherigen Partnerfirma in Ulm zum 30. Juni 2010 ausläuft. Demnächst muss also der Auftrag neu ausgeschrieben werden - "danach müssen wir sagen, wie und mit wem wir zusammenarbeiten", erklärte Karl Schmid.

"Von heute auf morgen" werde sich also an der momentanen Situation im Landkreis nichts ändern, versicherte der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Neben den "blauen Tonnen" gibt es damit auch weiterhin die Möglichkeit, Altpapier in den Wertstoffstationen oder auf den Wertstoffhöfen zu entsorgen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren