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Krumbach

20.07.2016

Borgers setzt in Krumbach und EllzeeErfolgsgeschichte fort

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Eine Borgers-Süd-Mitarbeiterin bedient eine Wasserstrahl-Schneidanlage mit zwei Robotern zum hochpräzisen Schneiden von Kunststoffteilen – mit einem Wasserdruck von 4000 Bar. Die Werke in Krumbach und Ellzee wurden im Jahr 2010 von Borgers übernommen.
Bild: Sammlung Borgers

Nach der Borgers-Übernahme im Jahr 2010 haben sich die Werke in Ellzee und Krumbach stark entwickelt. Welche weiteren Investitionen beim Automobilzulieferer anstehen.

„Höflichkeit“: Das Gespräch ist weit fortgeschritten, als Josef Lutz unvermittelt dieses Stichwort nennt. Er erinnert sich an die turbulenten Zeiten 2009/2010, die Insolvenz des Automobilzulieferers Aksys, als viele Mitarbeiter in den Werken Krumbach und Ellzee vor einer ungewissen Zukunft standen. Die weltweite Krise erfasste auch die Automobilindustrie und deren Zulieferer auf eine zum Teil geradezu dramatische Weise. Dann hätten sich in Ellzee und Krumbach Vertreter der nordrhein-westfälischen Firma Borgers vorgestellt. Ihr höfliches und freundliches Auftreten sei ihm noch in guter Erinnerung, sagt Josef Lutz, 58, heute Geschäftsführer von Borgers Süd. Die erste Begegnung mit den Borgers-Verantwortlichen steht am Anfang einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Der Automobilzulieferer Borgers, selbst durch die Krise in Mitleidenschaft gezogen, sei damals mit der Übernahme der ehemaligen Aksys-Werke in Krumbach und Ellzee „ein nicht unerhebliches Risiko eingegangen“, sagt Lutz. Das Wagnis wurde belohnt. 257 Mitarbeiter seien am 1. Mai 2010 in den Standorten Krumbach und Ellzee beschäftigt gewesen. Heute seien es 500, davon etwa 280 in Ellzee. Entsprechend sieht die Steigerung beim Umsatz aus. 2010 sei er bei etwa 40 Millionen Euro gelegen, zuletzt bei etwa 90 Millionen. Lutz konnte diese Zahlen jüngst beim Borgers-Familienfest in Ellzee verkünden.

Familie? Es ist sozusagen das Schlüsselwort für das Selbstverständnis der Firma Borgers. Am Anfang der Firma stand ein kleiner Handwerksbetrieb zur Wattefertigung, gegründet von Johann Borgers 1866. Seine Abnehmer waren Schneider und Polsterer. Das rasante Wachstum der Automobilindustrie wurde dann zu einem Glücksfall für Borgers, er lieferte unter anderem Watte für Sitzpolster. Borgers entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem wichtigen Automobilzulieferer, wenn es um Dämpfungen, Hutablagen oder Radlaufschalen geht. 150 Jahre nach seiner Gründung zählt das Unternehmen mit Stammsitz in Bocholt rund 7000 Mitarbeiter in weltweit verteilten 24 Standorten, darunter Standorte in England, Tschechien oder auch einem Joint Venture in China. Federführend ist bis heute die Familie Borgers, Werner Borgers leitet seit 2006 das Unternehmen in der fünften Generation.

2010 folgte dann sozusagen der Sprung in den Süden der Republik mit der Übernahme der ehemaligen Aksys-Werke Krumbach und Ellzee. So mancher Kenner der Branche sah dies als einen durchaus genialen Schachzug. Im Süden Deutschlands gibt es mit Daimler-Benz, Porsche, Audi und BMW eine ganze Palette führender Automobilhersteller, zu denen es bereits zu Aksys-Zeiten intensive Kontakte gab. So konnten sich die Werke Ellzee und Krumbach (heute Borgers Süd) zu einem wichtigen Standbein für Borgers entwickeln. Und so gab es beim Ellzeer Familienfest zum 150-jährigen Bestehen der Firma Borgers guten Grund zu feiern.

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Fahrkomfort mit kaum hörbaren Geräuschen: Das ist nicht zuletzt den Produkten aus Ellzee und Krumbach zu verdanken. Dazu gehören unter anderem Unterbodenverkleidungen, Radlaufschalen, Komponenten zur Dämmung des Motorengeräusches im Fahrzeuginnenraum, Lkw-Dachkonsolen für Fahrerkabinen, Armaturenbretter für Busse, Akustikteile für Traktoren sowie Innenverkleidungen und Motorkapselungen für Lkw. Zu den Kunden zählen namhafte nationale und internationale Automobilhersteller.

In den Werken Krumbach stehen nach Auskunft von Borgers-Süd-Geschäftsführer Lutz bedeutende Investitionen an. In Krumbach wird eine neue Produktionshalle errichtet. Die Kosten betragen laut Lutz rund 400000 Euro, die Arbeiten sollen im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Zudem wird für etwa eine Million eine neue Großpresse für Pkw-Kunststoffteile beschafft. In Ellzee entsteht ein Platz zur Lagerung von Behältern, in denen die Borgers-Teile an die Kunden verschickt werden, ferner ein Gebäude für die Unterbringung der Ladestationen für die Elektrostapler. Insgesamt werde, so Lutz, in Ellzee und Krumbach in einem „niedrigen einstelligen Millionenbereich“ investiert.

Mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden Jahren ist Lutz zuversichtlich. Bereits bis zum Jahr 2020 gebe es zahlreiche weitere bedeutende Aufträge.

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