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Konzert

14.05.2019

Bühne frei für junge Talente

Das Salonorchester der Berufsfachschule für Musik unter der Leitung von Thomas Frank entließ die Besucher des Frühjahrskonzerts im Stadtsaal mit bester Laune. Unser Foto zeigt rechts neben dem Dirigenten die Gesangssolistin Sophie Lauerer.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Wie die Atmosphäre an der Berufsfachschule für Musik besondere Leistungen fördert

Was wissen Außenstehende vom Leben und Lernen an der Berufsfachschule für Musik? Nele Regenstein und Konstantin Schütt, die durchs traditionelle Frühjahrskonzert führten, nutzten die Umbauphasen und plauderten sozusagen aus dem Nähkästchen. Die Fleißigen seien von 7.30 Uhr bis in die späten Abendstunden im Haus. Es wechselten das persönliche Üben, Theorieunterricht, Instrumentalunterricht, Chor- und Orchesterphasen. Und dazwischen gebe es Begegnungen, bei denen so manche Idee entstehe und umgesetzt werde. Oft kämen die Dozenten erst in der Schlussphase hinzu und besorgten nur den finalen Schliff. Eine der Perlen des Konzerts, Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“, sei das Ergebnis solch einer Initiative von drei Studierenden.

Gereizt haben mögen die jungen Leute die Echoeffekte dieser Musik und der Stimmungsumschwung vom anfänglichen Einsamkeitsschmerz zur Frühlingseuphorie samt der damit verbundenen musikalischen Herausforderung. Im virtuosen Finale des Lieds meisterte Sophie Lauerer die Sopran-Koloraturen in großer Höhe, tosend umspült von Mercedes Pohl an der Klarinette und Minthe Hartmann am Flügel. Vom romantischen Geist durchdrungen war das Konzert vor der Pause, die Eckpositionen ausgenommen.

Was wäre geeigneter, das Publikum aus der Alltagsrealität zu holen, als die große Ruhe und beseligende Weite eines Renaissancestückes von Giovanni Gabrieli? Das große Blechbläserensemble rollte damit gleichsam den Teppich aus für die Chorstücke aus dem 19. Jahrhundert, bei denen jeweils Studierende dirigierten. Ohnehin überließen die Dozenten dem musikalischen Nachwuchs im Konzert das Feld, gewiss eine kluge pädagogische Strategie. Die jungen Talente sollen sich ausprobieren können und das gilt auch für das Komponieren und Arrangieren. „Winterträume“ von Fabian Raimund war das einzig moderne Chorstück und er dirigierte selbst seine musikalischen Einfälle, die das Prädikat „Träume“ durchaus verdienen. Jana-Elena Hock arrangierte die Filmmusik „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ für Streichquartett, eine wunderbare Mischung aus Melancholie und Lebensbejahung.

In die Pause entlassen wurden die Konzertbesucher mit dem „Devil’s Rag“ von Jean Matitia. Soll man das Teuflische eher auf das aberwitzige Tempo dieser Musik beziehen oder auf das zeitweise zynisch Meckernde, als freue sich der Teufel über das, was auf der Erde danebengeht? Man konnte jedenfalls den Eindruck gewinnen, mit rechten Dingen seien Sicherheit und Überblick von Mathias Windeisen (Altsaxofon) und Ales Vitek (Flügel) angesichts solcher Klanggischt nicht zu erklären. Mathias Windeisen war auch weiterhin präsent, als samtweicher Solist bei Gershwins „Summertime“ und als markanter Oboist beim „Lord Tullamore“. Auch einige andere Akteure taten sich mehrfach hervor, beispielsweise Jamila Nestel und Mercedes Pohl an der Klarinette und die Sopranistin Sophie Lauerer. Erfrischend neu an der Berufsfachschule für Musik ist der Bereich „Rock-Pop-Jazz“, der vor allem mit dem „Java Jive“ einen witzig-pointierten Akzent setzte. Beschwingt sollten die Besucher nach Hause gehen, dafür sorgten Schulleiter Thomas Frank und sein Salonorchester. Das Lockende und Berückende der „Ballsirenen“ aus Lehars „Die lustige Witwe“ machte Lust auf mehr, aber was hätte danach noch kommen sollen. (hli)

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