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Gemeinderat

02.05.2020

Bürgermeister und Stellvertreter geraten sich in die Haare

In den drei Fluren der Gemeinde Aichen sind viele Feldwege in schlechtem Zustand. Um die jährlichen Ausgaben für die Wiederherstellung etwas einzudämmen, übernimmt die Kommune einmalig die gesamten Kosten für die Asphaltierung.
Bild: Karl Kleiber

Asphaltierung von Feldwegen ist in Aichen Streitpunkt zwischen Alois Kling und Hans-Jörg Stuhler

Es war die letzte Zusammenkunft des Gemeinderates in der bisherigen Zusammensetzung, die wegen der Corona-Krise nicht im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung, sondern eine Tür weiter im geräumigen Saal des Schützenheimes stattfand. Es lag eine gewisse Abschiedsstimmung in der Luft und die Sitzung begann recht harmonisch. Doch beim Punkt „Teerung von Teilstücken der gemeindlichen Feldwege“ kamen Kling und Stuhler übers Kreuz.

Es ist ein leidiges Thema: Alle Jahre kommt auf die Kommune die gleiche Aufgabe zu, die gemeindlichen Feldwege wieder auf Vordermann zu bringen. Teils sind sie ausgefahren oder es kommt an Steigungen immer wieder zu Auswaschungen oder Abtragungen. Die notwendigen Reparaturen werden zu gleichen Teilen von der Gemeinde und den drei örtlichen Jagdgenossenschaften finanziert. Im Juni 2014 wurde auf Widerruf mit sieben gegen sechs Stimmen beschlossen, dass die Gemeinde bei Asphaltierungen von Feldwegen 65 Prozent der Kosten übernimmt, um die drei finanzschwachen Jagdgenossenschaften (JG) zu entlasten.

Um diesem Übel entgegenzuwirken, wurden schon eine ganze Anzahl dieser Wege asphaltiert. Unlängst hatte Bürgermeister Kling die Verantwortlichen der Jagdgenossenschaft gebeten, ihm eine Liste mit den zwingend zu teerenden Wegen vorzulegen. Dabei kamen gut sechs Kilometer zusammen. Laut vorliegendem Angebot, so Kling, soll der Quadratmeter Asphaltdecke bei zehn Zentimeter Stärke 18 Euro kosten. Als Fahrbahnbreite sind drei Meter vorgesehen. Dies würde einem Betrag von 330.000 Euro ausmachen.

Bürgermeister und Stellvertreter geraten sich in die Haare

„Wir können wegen der immensen Kosten nicht alle vorgeschlagenen Wege machen“, war der Einwand Klings. „Zudem werden die Jagdgenossenschaften ihre Anteils-kosten nur schwer stemmen können“. Das rief dritten Bürgermeister Hans-Jörg Stuhler, der in Personalunion Vorsitzender der JG Memmenhausen ist, auf den Plan. Dieser machte darauf aufmerksam, dass die örtliche JG noch Schulden von einer früheren Straßenbau-Maßnahme habe und diese erst nach und nach zurückzahlen könne und somit neue Schulden machen müsste.

Zudem erinnerte Stuhler Kling, dass dieser bei der Bürgerversammlung von einer Feldweg-Asphaltierung als einmalige Aktion der Gemeinde gesprochen habe. Er habe dies so interpretiert, dass die Kommune dabei die gesamten Kosten übernehmen werde. So habe er es auch verstanden, warf Werner Schmid ein. Kling entgegnete, er habe dies so nie gesagt, da müsse ein Missverständnis vorliegen. Es folgte ein längerer Disput der Kontrahenten.

Um die Wogen etwas zu glätten, machte Werner Schmid aus Obergessertshausen, der Kassier der dortigen JG ist, einen Vorschlag: Da die drei Jagdgenossenschaften nicht in der Lage sind, die hohen Anteilskosten zu bezahlen, sollte man nur die aller notwendigsten Wege heraussuchen, die gemacht werden müssen. Bevor das ganze Projekt scheitert.

Nach eingehender Beratung kam man letztendlich zu dem Ergebnis, dass in Flur Aichen nur 630 Meter, im Ortsteil Memmenhausen 1100 Meter und in Obergessertshausen 650 Meter Feldwege asphaltiert werden sollen, was gut 128500 Euro kosten wird. Der ohne Gegenstimme gefasste Beschluss lautete: Die Gemeinde übernimmt in einer einmaligen Aktion die gesamten Kosten der Asphaltierung, die erst im nächsten Jahr realisiert werde.

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